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Wer lange läuft, der ist hier richtig!

Landschaftslauf

Massenandrang und schnelle Sieger

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Teilnehmerrekord im Königsforst

Die hohe Zahl der Vormelder ließ es eigentlich schon vermuten. Doch das sich am letzten Sonntag noch einmal 250 Läufer aus ganz NRW nachmeldeten, war in der Höhe eine schöne Überraschung für das TV Refrath running team als Ausrichter dieser traditionellen Waldlauf-Veranstaltung. Von den 859 Meldungen waren am Ende eines langen Tages 758 Läufer im Ziel. „Das ist in der 30jährigen Geschichte des Herbstlaufes ein absoluter Teilnehmerrekord“ vermeldete Chef-Organisator Jochen Baumhof ein stolzes Ergebnis. Kühles und trockenes Läuferwetter mit Sonnenstrahlen am Ende des Halbmarathons waren beste Voraussetzungen für sehr gute Leistungen, nicht nur für die Garde der Toppläufer, die sich diesmal zahlreich im Königsforst versammelt hatte.

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5 km mit vielen Nachwuchsläufern

Den Anfang machte Gesamtsieger Daniel Singbeil (Bunert – der Kölner Laufladen) mit sehr flotten 16:07 min. über 5 km vor Christian Müller (CJD Frechen/16:41), Florian Jüsten (Bunert/16:44) und Dirk Breunung (Bunert/16:48). Bei den Frauen siegte Marianne Froning von Bunert RBR mit 19:25 min. vor Smilla Maier (19:43), einer schnellen Schülerin vom Landesverband Moderner Fünfkampf NRW. Vor wenigen Jahren wurden noch zwischen 40 bis 80 Läufer gelistet – in diesem Jahr 195 Finisher mit einem sehr hohen Anteil jugendlicher Sportler.

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Mussa Hudrog gewinnt die 10 km in starken 31:44 Minuten

Ein so starkes Teilnehmerfeld, auch von den Leistungen, war bis dato noch nie am Start. Der für die Aachener TG startende Mussa Hudrog nahm nach rund 3 km das Heft in die Hand und löste sich von den beiden Euskirchener Marco Müller und Timo Küpper, der als Pacemaker für seinen Kollegen am Start war. Hudrog siegte mit schnellen 31:44 min vor Marco Müller (32:27) und den eher unbekannten Semere Fsehation (LG Rheinwied/33:27), Felix Pinter (34:54/VfL Marburg) und dem Triathleten David Breuer (34:59) von der KTT01. Bemerkenswert der 6. Platz von M50-Läufer Robert Jäkel vom TuS 08 Lintorf. Er kam mit 35:05 min. sogar noch in die Wertung für die Siegerehrung, die schnell und unkompliziert durchgeführt wurde. Mara Lückert (SG Wenden) war mit 40:16 min. die schnellste Frau vor Alice Lüchtefeld (41:01) und Sarah Valder (41:18), beide von Bunert-der Kölner Laufladen.

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Halbmarathon-Siegerzeit: 1:08:56 Stunden

Nach der ersten von drei 7 km-Runden liefen Dominik Fabianowski vom ASV Köln und Nourredine Mansouri vom TuS Köln rrh. noch einträchtig nebeneinander. Doch nach 14 km hatte sich der Rösrather deutlich abgesetzt. In hochklassigen 1:08:56 h lief Fabianowski nach 21,1 km mit deutlichem Vorsprung vor dem Marokkaner Mansouri über die Sägemehl-Ziellinie. Der Drittplatzierte, Thomas Fenneken aus Köln, steigerte seine Bestzeit auf 1:14:09 Stunden.

Vera Eßer war mit 1:34:13 std die schnellste Frau des Tages vor Almuth Menn aus dem Siegerland. Die neuen Halbmarathon-Einzel-Kreismeister kommen vom Vfl Engelskirchen: Annabel Diawuoh (M20/1:39:58) und Wilhelm Wölfel (M55/1:25:40). Die Mannschaftswertung gewann bei den Frauen der TV Refrath in der Besetzung Sabine Singer (W45/1:42:07), Beate Gebehart (W55/1:46:51) und Yvonne Basinski (W40/1:50:05). Die LG Gummersbach war das stärkste Team bei den Männern. Mit 211 Finisher konnte der TV Refrath auch beim Halbmarathon gegenüber 138 Läufern im Vorjahr ein deutliches Plus verzeichnen.

Bensberger Martinilauf am 6. November

Es bleibt den Läufern vom TV Refrath kaum Zeit zum Durchatmen. Denn in wenigen Tagen organisieren sie bereits den nächsten Lauf. Am Sonntag (6.11.) starten die Martiniläufer direkt am barocken Schloss Bensberg. Eine Vorankündigung folgt in den nächsten Tagen. Alle Infos hier.

Pressemitteilung von Jochen Baumhof

Fotos: Christian Benze

News

Challenge Paguera 2016 – ein Krimi

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Gastbeitrag von Sonja Salewska: Hier nun der Bericht zur diesjährigen Challenge auf Mallorca, die in diesem Jahr unfassbar gute Starter hatte – denn es ging immerhin um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Samorin in der Slowakei am 3. Juni 2017. Mit dem Wissen reisten Sabine, Boris und Lukas dieses Jahr nach Paguera – mit der besten Vorbereitung für alle drei Staffelteilnehmer im Gepäck – um sich für ebendieses Event zu qualifizieren. Ab Mittwoch waren alle Teilnehmer auf der Insel und zogen, jeder für sich aber auch zum Teil gemeinsam, ihre Vorbereitung unter den vor Ort befindlichen Voraussetzungen durch.

Die Supporter waren wie auch im Vorjahr ebenfalls mitgereist. Gestärkt durch diese Fanbase im Rücken konnte der Wettkampf-Samstag mit übrigens besten Wetterprognosen kommen. Ab Donnerstag verschaffte sich der starke Wellengang des Meeres den allergrößten Respekt bei Sabine, die in diesem Jahr logischerweise solch harte Bedingungen im Fühlingersee oder im Schwimmbad nicht trainieren konnte. Außerdem regnete es stark und der machte zudem die Radstrecke gerade in den Bergen zu einer Rutschbahn. Streckenveränderungen, steile Rampen, alles im Angebot. Trotzdem blickten alle Beteiligten optimistisch auf den Samstag, Wind, Wetter, Wellen… ja, das würde sich noch alles legen.

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Der Wettkampftag: Start der 1,9 km Schwimmstrecke für Sabine war exakt um 9.25 Uhr. Und zack, da waren sie, die größten Wellen rollten unbeirrt auf den Strand zu. Wie sagt man so schön, Augen zu und durch. Also rannte sie ins Wasser, durchsprang die Wellen, packte sich Schwimmer der bereits gestarteten Vorgruppe und pflügte sich durch das Meer. Mitten in ihrem Wettkampf kam dann noch eine Feuerqualle ins Spiel – kollidierte mit Sabines Stirn, ein starker Stich und Schmerz – doch weiter ging es. Nach exakt 37:23 min. kam sie aus dem Wasser, hatte alles gegeben und musste nun zu Boris, der an der Wechselstelle mit dem Rennrad auf sie wartete, um die 90 km lange Strecke hinter sich zu bringen.

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Nach einer sehr schnellen und perfekten Übergabe des Chips heizte er los. Kalkuliert war für die erste Runde (45 km) eine Zeit von ca. 1:30 Stunden. Das Supporterteam – mittlerweile auch wieder in Begleitung von Sabine mit verarzteter Stirn – sowie von Lukas, dessen Einsatz noch bevor stand, wartete auf Höhe Kilometer 45 auf Boris. Die 1h 30 noch nicht ganz rum, raste er 3 Minuten schneller als geplant vorbei und es sah verdammt gut aus. In der Gesamtwertung hatten wir mittlerweile den sechsten Rang erreicht – sehr, sehr spannend. Lukas machte sich dann auf, um sich langsam auf den bevorstehenden Wechsel zum Laufen vorzubereiten.

So verteilten wir uns in alle Richtungen, Winnie wartete am Wechselpunkt Rad/Laufen, da Lukas nun doch noch von einer anderen Position los laufen sollte. Einige stellten sich zu Lukas, der überhaupt nicht aufgeregt auf seinen Einsatz wartete – und lenkten ihn ein wenig ab… oder versuchten es zumindest

Ich stellte mich kurz vor das Ziel der Radeinfahrt, um Boris noch einmal zu unterstützen – und er kam nicht in der kalkulierten Zeit. Jede Minute und Sekunde, die verstrich, zog sich wie Kaugummi. Ticktackticktack. Fünf Minuten nach der von mir errechneten Zeit kam er endlich und brüllte mir im Vorbeirauschen zu, dass er eine Zeitstrafe bekommen hatte. Kurze Randnotiz, bevor der nächste Wechsel stattfindet: ein Engländer hat Boris bei Kilometer 70 ausgebremst. Bei Wettkämpfen muss jedoch ein Mindestabstand von 12 Metern eingehalten werden, um so keinen Vorteil durch Windschattenfahren zu bekommen. In diesem Moment kam schon der Referee, pfiff, blaue Karte, fünf Minuten Zeitstrafe, bämm! Boris wurde so wütend, dass er die letzten 20 Kilometer seine Trittfrequenz bis zu 620 Watt hochkurbelte – vielleicht ist Wut im Bauch eine doch effiziente Maßnahme für die bzw. seine kommenden Wettkämpfe???  Nicht mehr zu ändern, alles gegeben und unter drei Stunden, kam er nach 2:58:28 Stunden ins Ziel.

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Lukas stand unterdessen derart unter Strom in seiner Wechselzone und wartete ebenfalls auf seinen persönlichen Start. Er hatte uns gebeten, ihm während des Laufens immer den aktuellen Status durchzugeben. Er wollte, dass wir ihn anfeuern und ihm „in den Arsch treten“. Nun, dazu hatten wir oft Gelegenheit, denn die Halmarathonstrecke führte immer wieder an uns vorbei. Wenn ich richtig gezählt habe, sahen wir ihn sechs Mal, bevor er den Zieleinlauf antrat.

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Nun jedoch zum Ablauf selber. Die Staffel war aktuell auf der 6. Position der Relay Wertung, Lukas peitschte los. Bei heißem Asphalt und knappen 30 Grad rannte er sprichwörtlich um sein Leben. Hier mal zur Verdeutlichung: Lukas lief knappe 16 km in sage und schreibe 1:01:16 Stunden. Wie eine Gazelle rannte er an allen vorbei. Wenn er uns passierte, wurde er angebrüllt und hatte immer noch die Luft, um nach dem Status zu fragen – wir sagten es ihm aber nicht. Für uns stand zu dem Zeitpunkt allerdings fest: Jetzt wird es ein Thriller. Er hatte einen Rückstand von 50 Sekunden auf den Drittplatzierten und diese knappe Minute hieß es nun auf den letzten fünf km aufzuholen.

Er rannte das letzte Mal an uns vorbei und Winnie ging an den Streckenrand und brüllte Lukas zu: UND JETZT EINEN SCHRITT SCHNELLER! Nun hieß es für uns, auf zum Ziel, und nur noch Daumendrücken. Boris und Sabine warteten etwa 100 Meter vor dem Zieleinlauf auf Lukas, um mehr oder weniger gemeinsam über die Linie zu rennen. Winnie und ich standen am Ziel und zitterten – Winnie hatte so in etwa eine Zeit unter 1:20 Stunden kalkuliert, denn sonst, so meinte er, würde es nichts mit dem 3. Platz.

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Und dann kam Lukas, nach unfassbaren 1:19:25 Stunden, und rannte über die Ziellinie.

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Und wir? Wussten nichts – hat es gereicht? Hat es nicht gereicht? Während die drei sich im Ziel für Fotos aufstellten (nachdem Lukas dann wieder sprechen konnte), bekam ich die heiß ersehnte Nachricht über die App! SIE HATTEN ES GESCHAFFT! Lukas, Boris und Sabine haben allen Widrigkeiten getrotzt und haben sich für die WM im kommenden Jahr qualifiziert.

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Dieser so hart erkämpfte Sieg steht über allem und ganz ehrlich: Ich habe den armen Winnie auch noch nie so fertig gesehen – es liefen Tränen, Erleichterung, Glück, alles musste raus, bei jedem! Am Ende wäre vermutlich auch Platz 1 drin gewesen, aber dieser dritte Platz, der so hart erarbeitet wurde, zeigt, wie groß hier der Kampfgeist war. Ehrgeiz, Leidenschaft und Teamgeist hat diese Staffel und diesen Platz so wertvoll gemacht – ein Sieg, der etwas ganz Besonderes ist, eben ein Krimi auf Mallorca.

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Somit steht fest: Nächstes Jahr geht es mit derselben Besetzung und derselben Fanbase über Pfingsten in die Slowakei, um hier mit demselben Spirit an das gemeinsame Ziel zu kommen. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich als Außenstehende bereits viele emotionale Momente am Rande eines Sportevents hatte, doch diese Challenge hat mir (und ich denke, ich spreche für alle Beteiligten) sprichwörtlich den Atem geraubt. Danke für den Wettkampf – danke für den Zusammenhalt!

Fotos von Winfried Schommers und mehr

Nahrungsergänzungsmittel – Wie sie die Leistungsfähigkeit fördern können

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Wie fördern Nahrungsergänzungsmittel die sportlichen Leistungen?

Studien haben gezeigt, dass spezielle Nahrungsergänzungsmittel im Sportbereich für die Leistungsfähigkeit, Knochengesundheit und den Immunstatus förderlich sein können. Dabei ist die Einnahme abhängig von Alter, Geschlecht, Trainingsphase, Jahreszeit, Sportart und der körperlichen Belastung durch Wettkämpfe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung lehnt ergänzende Produkte im Spitzensport generell nicht ab.

Es weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass sich Betreffende vor einer Einnahme mit Nutzen und Risiken für ihre Gesundheit auseinander setzen müssen. Risikoarme Präparate können der Roten Liste und der Kölner Liste entnommen werden, denn in einigen Nahrungsergänzungsmitteln sind auch Dopingsubstanzen enthalten. Den größten Nährstoffbedarf sollten Sportler jedoch über eine individuell angepasste und sportgerechte Ernährung decken.

Die Wirkung von Mikronährstoffen beinhaltet, den Körper bei sportlicher Aktivität ausreichend mit Energie zu versorgen. Gerade im Sportbereich muss eine energetische Unterversorgung vermieden werden. Je stabiler die Energiezufuhr ist, umso besser regeneriert der Körper nach dem Training oder Wettkampf. Unterstützend wirken dabei Antioxidantien auf das Immunsystem, die Knochen und Muskulatur. Die sogenannten Radikalfänger vermeiden Muskelschäden bei intensiven Anforderungen. Zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes dienen auch basische Bäder.
Unter starken Belastungen ist Proteinpulver hilfreich.

Welche Vorteile haben Nahrungsergänzungsmittel?

Hochwertige Mikronährstoffe unterstützen die Körperfunktionen in Zeiten besonderer Anforderungen. Vor allem die Ergänzung von Vitamin D ist bedeutsam für Knochen, Zähne und Psyche. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und verhindern schädliche Ablagerungen in den Blutgefäßen. Prä- und Probiotika schützen vor Infekten und Allergien, Pilzerkrankungen und hohem Cholesterin. Astaxanthien lindert wirksam Gelenkschmerzen, schützt das Herz und erhöht die Resistenz gegenüber Stress. Der sekundäre Pflanzenstoff Anthocyan der Aronia-Beeren verdünnt das Blut, hemmt das Wachstum von Krebszellen, unterstützt Leber und Magen. Bitterstoffe in Pflanzen wie Löwenzahn regulieren die Bildung von Verdauungssäften. Magnesium löst Wadenkrämpfe, erhöht die Knochendichte, reguliert Blutzucker und Gewicht. Die Entgiftung des Körpers regen Grassäfte, Algen, Flohsamen, Curcumin und Betonit an.

Welche Vorteile bieten Online-Apotheken?

Online-Apotheken sind rund um die Uhr geöffnet. Eine Bestellung erfolgt bequem von Zuhause aus. Durch den Vergleich von Online-Apotheken kann man für sich persönlich entscheiden, bei welcher man die Bestellung durchführen möchte. Die Lieferung kann auch an den Arbeitsplatz erfolgen. Der Kunde spart dadurch viel Zeit. Online-Apotheken bieten ihre Medikamente mit deutlichen Preisvorteilen an, da sie Kosten für ein Ladengeschäft oder das Personal sparen. Bei alternativen Arzneimitteln ist ihre Auswahl größer. Befürchtungen, dass es sich dabei nicht um die originalen Präparate handelt, sind unbegründet. Denn Online-Apotheken unterliegen genauso den hohen Anforderungen des Gesetzgebers. Bei umfangreichen Bestellungen werden Rabatte gewährt. Rezeptpflichtige Präparate können direkt mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Zum Service einer Online-Apotheke gehören eine kostenlose Hotline und verschiedene Zahlungsmodalitäten.

News

Ein weiterer Altersklassen-Sieg für die Laufmonster

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Christiane hat den Köln Marathon in diesem Jahr bewusst ausgelassen, um sich einmal mehr auf eine der persönlich nach wie vor äußerst beliebten „Nischenveranstaltungen“ zu konzentrieren. Die Wahl fiel auf den Rothaarsteig Marathon am letzten Sonntag. Und, obwohl Sie direkt nach dem Zieleinlauf abreiste, gibt es wieder etwas zu feiern. Ein erster Platz in der Altersklasse W45 ist schließlich nicht zu verachten, erst recht beim zu erwarteten Layout der Strecke. Roswitha Bals und Lauflegende Helmut Urbach, die ebenfalls vor Ort waren, haben die Preise gesichert und sicher nach Hause gebracht. Vielen Dank dafür!

Alle Ergebnisse

News

Sebastian Linden mit neuer Bestzeit in Amsterdam

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Der Amsterdam-Marathon ist nicht nur ein beliebtes Laufevent über die volle 42,195 km-Distanz, auch eine angebotene 8 km-Distanz und insbesondere der Halbmarathon hat eine hohe internationale Anziehungskraft. So ging auch Sebastian Linden von den Rhein-Berg Runners über die 21,1 km-Distanz in der niederländischen Hauptstadt, mit ca. 19.000 Teilnehmern an den Start. Die Strecke in Amsterdam ist flach und schnell, aber auch sehr windanfällig.

Die Bestzeit über die Halbmarathon-Distanz datiert noch aus einer Zeit als Linden noch kein Vereinsläufer war. Im Jahre 2013 lief er im Rahmen des Köln-Marathons die halbe Distanz in 1:20:57 Stunden. Das Ziel in Amsterdam war es mit einer Zeit von unter 1:19 Stunden die Bestzeit zu unterbieten. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Linden gegen einen erneuten Versuch in Köln und für den Start in Amsterdam. Ein Besuch der beliebten Hafenstadt, die traditionell einzigartige Atmosphäre bei Läufen in Holland und die schnelle Strecke waren die Entscheidungsgründe.

Am Sonntag, den 16. Oktober, war es dann soweit, um 13:20 Uhr fiel vor dem alten Olympiastadion der Startschuss. Vom Start weg, versuchte Linden eine passende Gruppe zu finden, die seiner Zielsetzung entsprach. Leider gelang das nicht, sodass sich Linden lange Zeit von Gruppe zu Gruppe vorarbeitete und bei Km 7 noch auf Platz 110 lag. Bei km 10 hatte Linden eine Durchgangszeit von 37:32 Minuten, sodass die gewünschte Zeit unter 1:19 Stunden noch möglich war.

Leider konnte er das Tempo nur bis km 14 halten. Die Temperatur um 20 Grad zur Mittagszeit, der Gegenwind und die Überholmanöver der Marathonteilnehmer erschwerten die Bedingungen in der 2. Hälfte des Rennens erheblich. Beim Überqueren der Ziellinie im Olympiastadion zeigte die Uhr 1:20:09 Stunden an und somit war die neue Bestzeit perfekt. In der Platzierung bedeutete das Platz 47 Gesamt und Platz 46 in der Wertung der Männer.

Zu einer Zeit unter 1:19 Stunden reichte es in Amsterdam leider nicht, aber die Halbmarathon-Zeit aus dem Vorjahr konnte Linden um zwei Minuten verbessern. Lindens 5. Halbmarathon war gefühlt sein bisher härtestes Rennen, das mit dem Hauptziel „Bestzeit“ belohnt wurde. Bevor die Bestzeit erneut im kommenden Jahr angegriffen wird, steht noch für dieses Jahr eine Verbesserung seiner 10 km-Bestmarke auf dem Plan.

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Susanne Schulze gewinnt Bonner Brückenlauf

Der Drei-Brücken-Lauf in Bonn trug ebenfalls am Sonntag seine 33. Auflage aus. Angeboten werden Distanzen über 10 km, 15 km und 30 km, deren Verlauf entlang der Beueler und Bonner Rheinpromenade und die Rheinaue führt. Susanne Schulze, für Bunert Rhein-Berg Runners am Start, nutzte hinsichtlich ihrer Marathon-Vorbereitung für Frankfurt als letzte lange Belastung den 30 km-Lauf und stellte sich um 9 Uhr in Bonn-Beuel am Hans-Steger-Ufer mit weiteren 120 Teilnehmern an den Startbogen.

Abgesehen von im Rennverlauf stärker aufkommendem Wind, war das Wetter sehr angenehm, sodass sich fast ideale Laufbedingungen ergaben. Zu Beginn des Rennens gab es zunächst eine schwierige Rennkonstellation, da die Männergruppe, in der Schulze mitlaufen wollte, sehr unruhig lief. Schulze entschied sich daher nach 10 km ihr eigenes Tempo zu laufen und erst auf der zweiten 15 km-Runde zu beschleunigen. Diese Strategie erwies sich als goldrichtig, sodass sie bei km 15 noch einige Männer, die offenbar falsch taktiert hatten, einholen konnte. Am Ende blieb Schulze unter der 2 Stunden-Marke und gewann die Wertung der Frauen mit einer Zeit von 1:59:40 sehr eindeutig und mit großem Abstand von 26:32 Minuten vor der Zweitplatzierten Gisele Müßeler.

In der Männerwertung schafften es lediglich drei Teilnehmer unter die 2 Stunden-Marke und somit auch nur drei Männer vor Schulze zu bleiben. Gero Pietsch von der Aachener TG lief in 1:52:35 Std. auf Platz 1, Anno Dallmann vom Tus Deuz (rechts auf dem Foto) in 1:56:39 auf Platz 2 und Christian Beelitz von der LAZ Puma Rhein-Sieg lief in 1:59:35 Std. auf Platz 3 und nur 5 Sekunden vor Susanne Schulze über die Zielleine.

Pressemitteilung von Rene Grass

Landschaftslauf

Erstmals Netto-Zeitmessung beim Refrather Herbstlauf

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Am kommenden Sonntag endet die online-Vormeldefrist für den 31. Refrather Herbstlauf im Königsforst. Die Anmeldezahlen liegen mit gut 400 Herbstläufern jetzt schon höher als in den Vorjahren. Das TV Refrath runnning team erwartet am letzten Sonntag in den Herbstferien bei hoffentlich gutem Laufwetter zudem viele Nachmelder. Denn Kurzentschlossene können sich im Zelt an der Schutzhütte „Am Dicken Stock“ gegen eine kleine Nachmeldegebühr vor Ort noch anmelden.

Erstmals wird mit einem Transpondersystem zusätzlich Nettozeiten ermittelt. Da alle Laufstrecken DLV-vermessen sind, werden Einzel- und Mannschaftsergebnisse für die Bestenlisten anerkannt. Der Einmal-Transponder ist in der Startnummer integriert. Eine Leihgebühr entfällt also.

Viele Pokale und hochwertige Sachpreise für die Schnellsten stehen bereit. Alle Jahrgangsieger im 1,7 km Schülerlauf erhalten einen Pokal. Ein reichhaltiges TVR-Kuchenbuffet, ein ASB-Umkleidezelt und Dixi-Toiletten sind direkt am Start und Ziel. Bei kalter Witterung werden die Getränke angewärmt. Durch die Nähe zur Autobahn A4 Köln-Olpe ist die Anreise aus dem ganzen Rheinland, Sieger- und Sauerland sehr günstig. Geparkt werden kann auf den Wanderparkplätzen und entlang des Rather Weges auf Bergisch Gladbacher und der Lützerather Straße auf der Kölner Seite des Königsforstes.

Alle Infos und Meldung hier.

Zeitplan und Startgeld

10:00 Uhr: 5 km – 8,- Euro
10:50 Uhr: 10 km – 10,- Euro
11:00 Uhr: 1,7 km – 5,- Euro
12:10 Uhr: 21,1 km – 13,- Euro

Pressemitteilung von Jochen Baumhof

Laufberichte

Rhein-Berg Runners international unterwegs

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Katja Hinze-Thues läuft in Coesfeld erneut Bestzeit

Katja Hinze-Thues von den Rhein-Berg Runners schaffte es erneut und mehrfach in diesem Jahr eine 10 km-Bestleistung zu erreichen. Bereits 14 Tage, nachdem Hinze-Thüs eine neue Bestzeit beim Berlin-Marathon erreichte, trat sie nun bei der 23. Auflage des Coesfelder Citylaufes über die 10 Km-Distanz an.

Nachdem sie bereits im August in Dürwiß ihre Bestzeit um 35 Sekunden auf 40:24 Minuten verbessern konnte, schaffte sie in Coesfeld mit einer Zeit von 40:16 Minuten eine nochmalige Verbesserung um 8 Sekunden und hat die 40er-Marke nun fest im Visier. In einem Top besetztem Teilnehmerfeld konnte sich Hinze-Thüs vom Start weg von Rang 10 bis auf Rang 6 vorarbeiten und schaffte es kurz vor der Ziellinie weitere zwei Teilnehmerinnen zu überholen. In ihrer Altersklasse W40 belegte sie damit den 2. Platz, hinter Christl Dörschel von der SG Wenden, die mit einer Zeit von 36:00 Minuten auch den Gesamtsieg erreichte. Bei den Herren siegte Gerold Hartger vom LC Nordhorn mit einer Zeit von 32:01 Minuten.

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Bereits eine Woche nach dem erfolgreich absolviertem Marathon in Köln, als bester Teilnehmer aus dem Bergischen Land, trat Alexander Hörniß im Rahmen eines USA-Aufenthaltes beim Newport Marathon auf Rhode Island erneut über die 42,195 Km-Distanz an. In der Erwartung in Newport eine bessere Zeit als in Köln zu laufen, fuhr Hörniß um 3:30 Uhr von New York nach Rhode Island. Die Vorhersagen für das Wetter wechselten täglich und vor dem Hintergrund der Nachwirkungen des Hurrikans Matthew gab es sogar vom Renndirektor vorher eine Bekanntmachung das Rennen eventuell abzusagen.

Zum Start um 7:30 lag die Temperatur bei 16°C, es regnete massiv und der Wind blies mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h. Das an der Küste verlaufende Rennen hielt auch nicht die Erwartungen auf einen flachen Kurs. Die Strecke ist sehr hügelig und beinhaltet einige steilen Anstiege, die Uhr von Hörniß zeigte am Ende kumulierte 245 Höhenmeter an. Zudem dauerte der Regen während des gesamten Rennens an und setzte keine Minute aus. An eine schnelle Zeit war unter diesen Bedingungen also kaum zu denken.

Trotz der widrigen Umstände ging Hörniß motiviert in das Rennen. Für die Renntaktik hatte er sich vorgenommen die erste Hälfte etwas langsamer anzugehen als in Köln, was ihm auch mit einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:27:55 Stunden gelang. Durch die Wendepunkte auf der Strecke hatte Hörniß stets die Podiumsplätze im Blick und konnte sich bei Meile 25 zwar noch an den Viertplatzierten rankämpfen, musste aber auf den letzten Kilometern leider abreißen lassen.

Nach dem anstrengenden Marathon in der Vorwoche und den schwierigen Bedingungen war Hörniß mit einer respektablen Zeit von 2:56:55 Stunden und Gesamtplatz 5 Platz sehr zufrieden. Zudem wurde er mit einer tollen Trophäe für den ersten Platz in seiner Wertungsklasse „Male-45-49“ belohnt. Nach dem Rennen wurde Hörniß wie viele andere Teilnehmer auch wegen Unterkühlung behandelt.

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Oliver Bruns von den Rhein-Berg Runners ist beruflich derzeit hauptsächlich in Luxemburg tätig und nutzte seinen Aufenthalt in Windhof am 29. September zur Teilnahme am größten Firmenlaufevent in Luxemburg, der Business Smart Run-Serie. Der EcoparkRun in Windhof wird in 3er-Teams gelaufen, über eine Gesamtdistanz von 9 km. Von den Teams muss ein Läufer die gesamten 3 Runden absolvieren, der zweite Läufer die letzten beiden Runden und der dritte Läufer die letzte der drei Runden. Die drei Läufer müssen jedoch gemeinsam zum Schluss die Ziellinie überqueren.

Das Team um Oliver Bruns gewann die Challenge in 31:51 Minuten, mit deutlichen 43 Sekunden Vorsprung. Bruns absolvierte als Läufer Nr. 1 alle drei Runden in den Zeiten 9:48, 10:28 und 11:34 Minuten. Durch die schnelle erste Runde konnte Oliver Bruns neben dem Gesamtsieg und dem Staffelsieg auch die Wertung für die schnellste Runde insgesamt gewinnen.

Pressemitteilung von Rene Grass

Charity-Aktionen

Mein erster Run4Pänz in Worringen

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Ideale Laufbedingungen, die Nähe zum Startort und der gute Zweck ließen mich am vergangenen Samstagnachmittag kurzfristig nach Köln-Worringen reisen, um beim fünften Run4Pänz teilzunehmen. Diese Veranstaltung, die im Laufkalender nur schwer zu finden ist und vor allem über die lokalen Zeitungen und Internetseiten publik gemacht wird, hat sich seit Jahren ähnlich wie das Team Mercure-Hotel Belfortstraße und die Laufmonster zum Ziel gesetzt, schwerkranke Kinder zu unterstützen. Organisiert wird das Event durch ein engagiertes Team um Initiator Gabriel Bayrakcioglu, der auch gleichzeitig Moderator der Veranstaltung ist. Dabei werden keine eigentlichen Startgelder erhoben, sondern jeder Läufer sucht sich einen oder mehrere Sponsoren, die pro gelaufenen Kilometer für den guten Zweck spenden. Man kann sich auch selbst sponsern. Der gute Zweck und der Spaß stehen hier eindeutig im Vordergrund und doch möchte man natürlich eine möglichst schnelle Zeit oder einen guten Platz erreichen. In diesem Jahr wurde auch elektronisch die Netto-Zeit erfasst.

Zahlreiche Zuschauer waren am Sportgelände der SG Worringen, dem Start- und Zielort und an „Hotspots“ am Rand der Strecke anwesend, als ich um kurz nach 16 Uhr mit den anderen Läuferinnen und Läufern auf die Strecke geschickt wurde. Vorher hatte bereits ein KidsRun stattgefunden, das Wetter spielt mit, Live-Musik war vorhanden. Absolut perfekte Bedingungen für Veranstalter und Sportler. Vier flache Runden durch den nördlichsten Stadtteil Kölns und damit die „kölsche Distanz“ von 11,1 km galt es für mich zu absolvieren. Man konnte aber auch nach jeder Runde aussteigen und damit einen kürzere Strecke bestreiten. In den vergangenen Jahren war die Strecke 10 Km lang gewesen.

Morgens war ich noch mit Nachbar Bernd knappe 10 km gelaufen und war mir noch nicht sicher gewesen, ob ich nachmittags noch einen Wettkampf bestreiten sollte. Vom Start weg nach Überholung einiger junger, ambitionierter Lauftalente schlug ich ein ordentliches Tempo an und lief allein an der Spitze. Das war ich gar nicht (mehr) gewohnt, aber es tat auch mal wieder ganz gut, den Applaus der Zuschauer als Erster in Empfang zu nehmen. So kam ich auch nach der ersten Runde über die Worringer Straßen als Führender auf die Laufbahn des Fußballplatzes zurück. Hinter mir hatte sich aber bereits der Vorjahressieger und Triathlet Slawomir Wajda herangepirscht und nach etwa 3 km liefen wir vorne zusammen. Ich merkte schon, dass ich das Tempo nicht würde halten können, wahrscheinlich auch durch fehlende Vorbereitung und auch aufgrund des Laufs am Vormittag. Eine Runde bestritten wir zusammen und unterhielten uns dabei, denn von hinten schien kein weiterer Starter näher zu kommen. Inzwischen mussten wir auch schon überrunden.

Nach etwa 6 km ließ ich Slawomir laufen und versuchte mein Tempo halbwegs konstant weiterzulaufen. Leider bekam ich zunehmend mehr Seitenstiche, was ich seit Jahren nicht mehr hatte. Aber sonst lief es ziemlich rund. Gegen Ende konnte ich das Tempo nochmal ein wenig steigern und erreichte das Ziel noch knapp unter 42 Minuten (41:56 Min.), sieben Sekunden hinter dem Sieger. Dritter wurde Romuald Zichlarz in 45:29 Minuten. Bei der Siegerehrung am Anschluss des Rennens erhielten wir bei inzwischen abkühlenden Temperaturen alle drei kleine Pokale, der Sieger zusätzlich einen großen Wanderpokal.

Fazit: Wieder mal ein schönes Event, was nicht im Laufkalender steht und noch dem guten Zweck dient. Daher aus meiner Sicht absolut empfehlenswert, auch als eventueller Tempo-Trainingslauf.

Charity-Aktionen

Startgelder, Auktionen und Verlosungen erlösen 3.500 Euro

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Mit diesem Spendenergebnis war vor dem 20. Jubiläums Marathon wahrlich nicht zu rechnen: 3.500 Euro spendeten Starter, Ersteigerer von Hotel- und Früstücksgutscheinen und glückliche Losgewinner von Freistarts bei Laufveranstaltungen im Rheinland für den Förderverein für krebskranke Kinder in Köln. Das ist unter Berücksichtigung des Einsatzes der vielen Beteiligten kaum noch zu steigern und es reicht trotzdem langsam an das Spendenergebnis aus 2012 heran, als aus vielen Aktionen sowie einer von Marathon Crack Torsten Trems gezielt lancierten Zielzeitwette insgesamt 4.200 Euro erlöst werden konnten. Die Team-Aktion des Mercure Hotels Köln Belfortstrasse in Kooperation mit Michael Kampert als Wirt des Weißen Holunders und damit kongenialen Stimmungs-Hotspot des diesjährigen Köln Marathons war also wieder einmal ein voller Erfolg und erbrachte in 2016 mehr Zuwendungen als im Vorfeld jemals erhofft.

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Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, Mitstreitern und Verantwortlichen für diese unglaubliche Spendensumme, die wie in den Vorjahren nur durch die unermüdliche Arbeit und Leistung aller – ob nun auf der Strecke, im Hotel oder in der Erftstraße – zustandekam. Die Sportler wissen, was sie geleistet und an Startgeldern zurück in den großen Pott überantwortet haben. Die Zuschauer und Supporter hatten hoffentlich ihren Spaß an der Kölner Kult-Kneipe, die sich – nach dem Sportler-Frühstück am Samstag – während des Marathons zum Dreh- und Angelpunkt von Stimmung, Auktionen, Verlosungen und immerhin 1.900 Euro Spendeneinnahmen verwandelte. Auf diesem Ergebnis können wir alle aufbauen – und freuen uns über vielfältige Unterstützung in 2017. Die Spendenübergabe wird wie immer 1:1 und relativ kurzfristig stattfinden.

Alle Ergebnisse

Alle Fotos von Marc Reuther & Winfried Schommers

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Charity-Aktionen

Der Lauf des Anderen: Fiktion & Realität

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Wie aus Herrn Dreymann der Läufer Engelhardt wurde – und umgekehrt

Starts unter einem fremden Namen und mit ebensolcher Nummer sind in der Szene so dermaßen verpönt, dass es schon fast peinlich ist, darüber zu schreiben. Es sei denn, man ist einer dieser Betrüger, die meinen, generell andere für sich laufen lassen zu können. Davon gibt es zum Glück immer weniger. Ansonsten verbietet es der Fairness-Gedanke schlicht und einfach, für einen anderen an den Start zu gehen. Andererseits passiert es jährlich tausendfach und unter zwangsläufiger Duldung durch die Veranstalter, dass Läufer auf schwarzen Börsen Startnummern handeln und tauschen. Dagegen ist sicherlich auch so bald kein Kraut gewachsen. Es sei denn, man kann – meist gegen eine Gebühr – ummelden oder die Läufer werden irgendwann beim Start biometrisch gescannt und können somit schon vor dem Beginn des eigentlichen Rennens als solche identifiziert werden. Oder eben nicht – mit den erforderlichen Konsequenzen.

Am letzten Wochenende in Köln anlässlich des Jubiläums-Marathons wollte ich mich im Team der Laufmonster inklusive der Charity-Aktion am Weißen Holunder eigentlich nicht sportlich betätigen. Zu viel war doch im Vorfeld immer zu bedenken, planen und organisieren. Man sollte innerhalb der Orga in der Tat auf jede Frage eines Teilnehmers oder Mitstreiters eine klare und prägnante Antwort haben. Ob nun Novize oder alter Hase. Durch den Umstand, sich immer mit allem und allen auseinanderzusetzen – zwangsläufig auseinandersetzen zu müssen – gerät irgendwann der sportliche Zugang selbst zu einem eigentlich doch sehr ansprechenden Event wie dem Köln Marathon aus dem Blick. Wenn noch chronische körperliche Beschwerden dazukommen, geht die Lust, ambitioniert an einem dann auch auf der Halbmarathon-Distanz herausfordernden Wettkampf teilzunehmen, fast vollends verloren.

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Warum ich schlussendlich am Rennsonntag doch im Sonnenaufgang am Deutzer Bahnhof stand, ist einzig und allein der Liebe zum Sport und dem gerade zum Köln Marathon immer mannschaftlich geschlossen auftretenden Hotel-Team zu verdanken, deren handverlesene Starter an diesem Tag bis auf eine betrübliche Ausnahme später alle ins Ziel kommen sollten. Fast irreal. Bei der Ausnahme handelt es sich um hoffentlich einmalige körperliche Probleme während des Laufes und nicht um das in den Vorjahren häufig aufgetretene Problem, dass jemand seinen Zeiterfassungs-Chip nicht rechtzeitig – der Köln Marathon steht ja immer über Nacht plötzlich vor der Tür – gefunden hat und, wie es sich gehört, am Fuß oder Knöchel trägt. Das ist einer der Punkte bzw. Unwägbarkeiten in der Orga für eine große Gruppe, die einem als Zauberlehrling, der glaubt seinen Flohzirkus im Griff zu haben, graue Haare wachsen lassen können. Buchstäblich über Nacht.

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So, wie der Läufer Sebastian Dreymann aus dem Team plötzlich mit einer schweren Erkältung ausfiel. Vom Ernst der Lage und des unsachgemäßen Zustands des Mitstreiters konnte ich mich am Samstag während des gemeinsamen Frühstücks überzeugen. Und mir ein kurzes Stirnrunzeln nicht verkneifen. Warum musste dieser Super-GAU sein? Ich hatte nämlich unlängst gegenüber dem CEO und CFO des Hotels, der übrigens bekanntermaßen eine Frau ist, unmissverständlich die Direktive ausgegeben, dass kein für teures Geld gemeldeter Startplatz mehr ungenutzt verfällt. Sei es nun Marathon oder die halbe Strecke, egal. Die Aussage stand natürlich nach wie vor. Also war ich nun tatsächlich selbst gefordert. Alle anderen waren schließlich ordnungsgemäß gemeldet und wie immer mehr mit sich und ihren Planungen für den großen Tag beschäftigt.

Da fiel mir die Losung für Sonntag wie Schuppen aus den Haaren: Augen zu und durch. Wird schon schiefgehen. Und wenn man völlig losgelöst und nebenbei kaum trainiert zu einem Halbmarathon antritt, kann man nur gewinnen, wenn man locker, unverzagt und schnell loslegt, um die Strecke in möglichst kurzer Zeit hinter sich zu bringen. Bevor der Körper und die alten Knochen überhaupt merken, was passiert und was man da vorhat. Es hilft übrigens, ganz nebenbei, auch ungemein, nach außen ungeschminkte und echte Motivation zu verbreiten und die Mitläufer stets angemessen zu animieren.

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Dann kann man auch solch einen ungeplanten Lauf genießen und mit chirurgischer Präzision den halben roten Startblock, den man mit der blauen Startnummer auf der Brust vor dem Knall zwangsläufig immer vor sich hat, an der Spitze der zweiten Welle sozusagen aufrollen. Gut, irgendwann nach weit über 10 km fühlten sich die Beine ob der schon etwas längeren Belastung und der vielen Überholmanöver ein wenig gestaucht an, trotzdem habe ich bis ins Ziel nirgendwo Zeit verloren, wie die fast identischen Splits der beiden Rennhälften zeigen. Dass die gute Stimmung und Laune deutlich nach draußen durchbrachen, zeigen die vielen Fotos der professionellen Fotografen am Wegesrand. Dass ich auf der Zielgeraden leider unseren Fotografen Winni nicht rechtzeitig gesichtet habe – er aber mich, wie das obige Foto beweist, fiel nur marginal ins Gewicht. Und zeigt zudem, dass die Konzentration und Körperspannung bis zum Zielstrich hochgehalten werden konnte.

So wurde ich durch einen simplen Trick – erzwungener Halbmarathon-Start eines Außenstehenden – ganz überraschend wieder zum richtigen Wettkampfläufer und zum Zweitschnellsten in einem letztlich mehr als homogenen Team, das sich noch unter den ersten 10% aller Mannschaften wiederfand (34. Platz von 352 Mannschaften in 4:36:21 Stunden). Und – das Gedankenspiel schwirrte mir seit meiner Zwangsverpflichtung am Samstag im Kopf herum und spornte mich schlußendlich zusätzlich an – so wurde aus dem realen Menschen Sebastian Dreymann der Dichter „Georg Dreyman“ aus dem Film „Das Leben der Anderen“ – kongenial verkörpert vom bekannten Schauspieler „Sebastian Koch“. Die tatsächliche Person zerfiel in meinem Kopf in zwei fiktionale Hälften, um am Ende als Läufer Sebastian Dreymann den 20. Köln Marathon erfolgreich hinter sich lassen zu können. Mit einer – so Gott, Markus Frisch bzw. Jan Broniecki will – neuen phänomenalen Bestzeit: 1:31:46 Stunden. Besser konnte es an diesem Sonntag – übrigens auch anschließend bzw. bis zum Ende eines langen Tages – nicht laufen.

Dank an Marc Reuther & Winfried Schommers für die schönen Fotos – und an Manuel Skopnik für die unkonventionelle Startsequenz

Alle Ergebnisse

Alle Fotos von Marc Reuther & Winfried Schommers

 

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