Sparda-Bank West spendet 50.000 Euro
Titelsponsor bedankt sich bei 2.200 Teilnehmern und überreicht TV-Moderator Wolfram Kons Scheck für „RTL-Stiftung – Wir helfen Kindern“
Mit einer beeindruckenden Spendenaktion endet am Freitag die siebte Auflage des Kölner Altstadtlaufs. Rund 2.200 Starterinnen und Starter, darunter viele Prominente und Topläufer, folgten mit ihrer Anmeldung dem Aufruf von Titelsponsor Sparda-Bank West zum „Spendenlauf“ in der Altstadt. Denn der langjährige Partner des beliebten Kölner Running-Events lässt pro Läufer, egal ob Erwachsener oder Kind, zehn Euro für die „RTL-Stiftung – Wir helfen Kindern e. V.“ springen. Schon vor dem Startschuss durch Wolfram Kons rundete die Sparda-Bank West die Spendensumme großzügig auf und überreichte dem beliebten RTL-Moderator einen Scheck über 50.000 Euro.
„Wir bedanken uns bei allen Läuferinnen und Läufern für die rege Teilnahme am Altstadtlauf. Hobbysportler, Promis oder Topläufer haben mit ihrem Start dazu beigetragen, dass wir am Ende eine beachtliche Summe für den guten Zweck spenden konnten“, freute sich Stefan Mittmann, Regionalleiter der Sparda-Bank in Köln.
Für all diejenigen, die nicht beim Sparda-Bank Altstadtlauf an den Start gehen konnten, aber Gutes tun wollen, hat Stefan Mittmann noch einen weiteren Anreiz. „Bis zum 31. Juli 2016 spenden wir für jedes neu eröffnete Konto bei den Kölner Filialen der Bank mit den zufriedensten Kunden weitere 100 Euro für das RTL-Kinderhaus in Köln.“
Für die einzigartige Spendenlauf-Aktion mobilisierte RTL extra seine Promis. Gemeinsam mit den zahlreichen Läufern und Zuschauern fand zum zweiten Mal parallel zum Sparda-Bank Altstadtlauf die große Spendenübergabe unter dem Motto „Running 4 Kids“ auf dem Heumarkt gefeiert werden. Für die richtige Partystimmung sorgte die Kölsch-Band „Lupo“.
Im Angebot bei der siebten Auflage des Altstadtlaufs standen wieder zwei Wettbewerbe über die 10-Kilometer-Distanz mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen sowie ein 5-Kilometer-Lauf und ein Kids-Lauf über 1,5 Kilometer. In den Rennen lieferten sich die Topläufer spannende Duelle in der Altstadt. Im 10-Kilometer-Lauf der Männer konnte Lukas Schommers einen Solosieg feiern. Der Läufer vom Team „Bunert/Rhein Berg Runners) gewann in einer Zeit von 35:41 Minuten vor Christian Müller (CJD Frechen/36:40 Min.) und dem Kölner Jens Thater (38:30 Min.). Bei den Frauen konnte Alexandra Tiegel (TV Refrath/40:11 Min.) ihren Sieg aus dem Jahr 2014 wiederholen. Zweitschnellste Starterin unter den Top-Läuferinnen war Siegrid Buehler (LAZ PUMA Rhein Sieg/42:26 Min.). Auf Rang drei lief Denise Pörtner (42:49 Min.).
Im 5-Kilometer-Lauf sicherte sich Liz Roche den Sieg in einem packenden Dreikampf. Die Läuferin vom TV Refrath gewann in 19:46 Minuten und mit drei Sekunden Vorsprung vor Alice Lüchtefeld (Bunert – der Kölner Laufladen/19:49 Min.). Claudia Schneider (LT DSHS/19:53 Min.) wiederholte ihren dritten Rang aus dem Vorjahr. Bei den Männern triumphierte auf der kürzeren Distanz der Kölner Topläufer Daniel Singbeil (16:21 Min.) vom Team „Bunert – der Kölner Laufladen“. Zweiter wurde Raphael Igrisianu (17:20 Min.) vor Anthony Barraclough (17:25 Min.).
Pressemitteilung von Stephan Flock
Rhein-Berg Runners an der Zugspitze unterwegs
Plätze 4 und 7 in der Master Men Wertung beim Basetrail
Auch im Juni 2016 verwandelten sich die Orte Grainau, Ehrwald, Leutasch-Weidach, Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen wieder in ein Trailrun-Paradies und waren für 2.500 Sportler und Sportlerinnen für ein Wochenende ein großartiges Zuhause. Denn vom 17. bis 19. Juni 2016 stand alles im Zeichen der sechsten Auflage des Salomon Zugspitz Ultratrail. Mit 2500 Trailrunnern/innen aus 50 Nationen baute der Salomon Zugspitz Ultratrail seine Stellung als Deutschlands größtes Trailrun-Event noch weiter aus. Die landschaftlich reizvolle Streckenführung rund um die Zugspitze durch das Wettersteingebirge auf fantastischen Trails und vor einer atemberaubenden Kulisse entschädigte die Bergläufer für so manche Anstrengungen und die ungemütlichen Witterungsbedingungen im zweiten Teil des Laufes. Denn auf fünf unterschiedlich langen Distanzen, vom Basetrail bis zum Ultratrail, absolvierten die Teilnehmer höchst anspruchsvolle Strecken auf Trails bis in hochalpines Gelände.
Beim Salomon Zugspitz Ultratrail verpflichteten sich die Teilnehmer neben geeignetem Laufschuhwerk und einem Laufrucksack mit Trinksystem auch eine gewisse Ausrüstung mitnehmen, um die eigene Sicherheit weiter zu erhöhen. Dazu zählten neben Rettungsdecke und Erste-Hilfe-Set auch ausreichend Flüssigkeit, warme und regendichte Bekleidung sowie ein Mobiltelefon und Navigationssystem. Im Ortszentrum von Garmisch-Partenkirchen gingen Frank Schröder und Rene Grass am 18. Juni um 11:30 Uhr an den Start der Basetrail-Strecke, die mit 25 Kilometern Länge und 1.600 Höhenmetern im Aufstieg auf die beiden Läufer der Rhein-Berg Runners wartete.
Die beiden Teilnehmer wanderten die Strecke 3 Tage zuvor ab, bis auf eine ca. 7 km lange hochalpine Passage mit Anstieg auf den Osterfelderkopf, dem mit 2.022 Metern höchsten Punkt der Strecke. Und genau diese unbekannte Passage sollte es später richtig in sich haben. Zunächst führte die Strecke ca. 2,5 km über Asphalt aus dem Ort heraus, mit leichten 60 Höhenmetern Steigung. Dann folgte auf einer Schotterweg-Passage sofort eine deutliche Steigung mit 390 Höhenmetern auf 2,2 Kilometern Länge. Anschließend ging es auf einem Waldweg-Trail 1,3 Kilometer noch einmal 160 Höhenmeter bergab bis zur ersten Verpflegungsstelle. Bis zur nächsten Verpflegungsstelle folgte nun auf den nächsten 7 Kilometern ein stetiger Anstieg, auf Schotterweg und Single-Trail, mit einer Höhendifferenz von 635 Metern. Die letzten 3 Kilometer auf Serpentinen des Single-Trails mussten von den meisten Teilnehmern teilweise gegangen werden. Ebenso wie die nachfolgende hochalpine Passage bis zum höchsten Punkt der Strecke (2.022 Meter) bei ca. km 16,5, bei der noch einmal sehr anspruchsvolle 407 Höhenmeter überwunden werden mussten.
Anschließend erfolgten die Downhill-Passagen, mit zwischenzeitlichen Wiederanstiegen, über Schnee, felsige Trails und Pfaden mit Wurzelwerk, über eine Länge von ca. 7 Kilometern, bis in den Ort Hammersbach. Von dort führte die Strecke noch einmal über Asphalt ca. 2 Kilometer bis zum Ziel nach Grainau. Gänsehautstimmung war garantiert, als die Athleten ins Ziel einliefen und vom Moderator jeweils persönlich mit Namen angekündigt wurden. Der Zieleinlauf erfolgte für die Teilnehmer aller Distanzen unter großem Jubel der Zuschauer im Musikpavillon des Ortes.
Frank Schröder, der bereits einige Erfahrungen im Berglauf sammeln konnte, schaffte es teilweise auch auf besonders schwierigen und steilen Passagen durchzulaufen und konnte somit nach 3:08 Stunden als 18. der Gesamtwertung die Ziellinie überqueren. Rene Grass konnte mit dem Zugspitz-Lauf erste Erfahrungen im Berglaufen sammeln und beendete mit 19 Minuten Rückstand auf seinen Vereinskollegen nach 3:27 Stunden als 40. der Gesamtwertung das Rennen.
Insgesamt starteten in Garmisch-Partenkirchen 424 Teilnehmer, davon erreichten 10 nicht das Ziel in Grainau.
Frank Schröder und Rene Grass absolvierten das Rennen in der Master Men-Wertung (über 40 Jahre) und erreichten mit den Rängen 4 und 7 auf nicht alltäglichem Terrain, dem alpinen Berglaufen, sehr gute Platzierungen.
Pressemitteilung von Rene Grass
Hart – härter – Zugspitz Ultra Trail
Es gibt Läufer, die stellen sich ganz besonderen Herausforderungen. Es sind extreme Abenteuer, die in die Kategorie „nicht vorstellbar“ eingeordnet werden, jedenfalls für den normalen Freizeitläufer. Doch nach dem TVRler und 100 km Spezialist Moritz Kufferath vor wenigen Tagen ein grandiosen 100 km Rennen in der Schweiz bestritten hat, startete Manuel Skopnik, ebenfalls vom TV Refrath running team, beim Salomon Zugspitz Ultra-Trail. Der Bergisch Gladbacher stand auf der längsten Distanz über 101,6 km mit unfassbaren 5.412 Höhenmetern mit über 500 „Bekloppten“ (O-Ton Manuel Skopnik) am Start. Auf die Utraläufer wartete eine körperliche und mentale Herausforderung mit den schönsten Trailrunning-Abschnitten des gesamten Alpenraumes. Unter anderem wird die Zugspitze, mit 2.962 Metern Höhe Deutschlands höchster Berg, umrundet, zugleich aber auch das gesamte Wettersteingebirge umlaufen. Auf spektakulären Streckenabschnitten zu Füßen der Waxensteine, der Zugspitze, am Gatterl, dem Scharnitzjoch, am Ferchensee oder an den Osterfeldern unterhalb der Alpspitze, nimmt die Strecke alle Schönheiten, aber auch alle „natürlichen Hindernisse“ mit, die das faszinierende Wettersteingebirge zu bieten hat.
Das Wetter war für die weit über 1.000 Teilnehmer soweit okay, größtenteils trocken und Temperaturen zwischen 10 Grad morgens, max. 16 Grad und gut 5-6°C auf > 2000 m Höhe. Das Profil war krass: eine große Runde um das Wettersteingebirge, über die Stationen Grainau, Ehrwald, Leutasch, Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und wieder Grainau. Es lief für Skopnik bis Kilometer 50 prima. Da hatte er bereits etwa 3500 Höhenmeter geschafft in knapp über 8 Stunden. Doch jenseits der 60 km-Marke bekam er Magenprobleme und wusste nicht, was er essen sollte. So fehlte der wichtige und notwendige Energienachschub, sein Akku ging in den roten Bereich, steile Anstiege waren eine Qual und der TVRler fragte sich, wie er noch über die Alpspitze kommen sollte. Nach einer längeren Pause auf einer Bank kam dann der entscheidende Moment.
Ein Mitstreiter der ihn überholte antwortete ihm, nachdem er sein Leid und die Gedanken an einen Ausstieg geklagt hatte: „Du ziehst das durch! Denke immer, Schmerz ist nur temporär, der Stolz bleibt für immer!“ Das hat seine mentale Einstellung schlagartig geändert. Er biss sich Stück für Stück, Meter für Meter weiter. An der nächsten Verpflegungsstelle mit viel Pause: eine heiße Brühe und Obst – die Energie kam zurück und die letzten 20 km liefen wieder richtig gut. Um 21:30 Uhr kam mit der Dunkelheit auch der Regen und auch oben auf der Alpspitze war es schon echt frisch und zappenduster. Aber da wusste Manuel Skopnik, dass er es schaffen wird. Die letzten zwei Stunden, man glaubt es kaum, hat Manuel genossen. Mit einem Schlussspurt (die letzten 2 km unten im Flachen in knapp 8 min.) hat er es dann noch am selben Tag ins Ziel geschafft. Um 23:57 Uhr war Manuel Skopnik im Ziel – überglücklich nach 16:40 Stunden als 74. gesamt und als 25. Master. Mit einem Laufkollegen wurde anschließend noch mit einem Bier auf den Erfolg angestoßen, bevor er erschöpft ins Bett fiel. Nun darf sich der „Iron-Ultra-Man“ die nächsten Tage ein wenig ausruhen.
Infos für Interessierte und Impressionen hier.
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Kirchner Zweiter beim EVL-Halbmarathon
Am Abend vor dem 16. EVL Halbmarathon kam Torben Kirchner vom TV Refrath aus dem Schweden-Urlaub zurück. Am nächsten Morgen stand er bereits um 9 Uhr in Leverkusen-Opladen an der Startlinie in Leverkusen, dem Standort seiner Polizeidienststelle. „Ich will nur einen flotten Trainingslauf machen“ sagte er vorher. Doch lief er mit seinem Freund Daniel Schmidt die ersten 10 km auf dem neuen und attraktiven Rundkurs in sehr schnellen 33:45 min. an, ließ es dann aber etwas „ruhiger“ angehen. Relativ locker lief der 29jährige Refrather hinter dem Ex-Refrather Schmidt mit starken 1:10:13 nach 1:12:49 Stunden ins Ziel.
Neue Bestzeiten für Kinga Fuchshuber und Frederik Hartmann
Die perfekten Laufbedingungen nutzten Frederik Hartmann (M45/1:26:06) und Kinga Fuchshuber (W35), die mit 1:57:17 erstmals unter zwei Stunden blieb. Weitere Refrather mit vorderen AK-Platzierungen waren dabei: Markus Heisig (6. M55/1:30:01), Georg Okraj (2. M65/1:44:19), Beate Gebehart (2. W55/1:44:46) und Reinhard Feindt (4. M65/1:46:29). Alle Ergebnisse
Beim Horremer Abendlauf lief Doris Remshagen mit 44:36 min eine neue Jahresbestzeit.
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Sebastian Müller läuft in Köln neue PB
„Eine 66er“ rief Refraths Trainer Jochen Baumhof seinem Schützling Sebastian Müller 300 Meter vor dem Ziel zu. Da wusste der Euskirchener, dass er in der letzten Runde noch ein Schüppchen drauflegen musste. Und er schaffte die erhoffte Zielzeit ganz knapp: mit 8:59,87 min blieb der 30jährige erstmals unter 9 min. über 3.000 m und holte den Tagessieger Lucas Hemkes vom Ausrichter TuS Köln rrh. mit seinem fulminanten Endspurt fast noch ein. Somit sind mit André Rinke (8:47) und Torben Kirchner (8:58) bereits drei Läufer vom TV Refrath running team unter 9 min in diesem Jahr geblieben. Rinke und Müller stehen an diesem Freitag beim Internationalen Meeting des LAZ Rhede erneut über 3.000 m am Start. Ebenfalls in starker Form präsentierte sich Heiko Wilmes. Der M45-Läufer verbesserte sich auf 10:07,44 Minuten.
Kalle König unter 30 Sekunden über 200 Meter
Als Vorbereitung für die Deutschen Seniorenmeisterschaften startete Karl-Heinz König innerhalb von nur 20 Minuten über 200 und 400 Meter. Mit 29,33 s blieb der 67jährige Seniorenläufe seit langem wieder unter 30 Sekunden. Dass er gleich im Anschluss noch 66,06 sec. über 400 m im Alleingang rannte, bestätigt seine glänzende Form. Auch Karin Meuser stellte sich dem Doppelpack mit Erfolg, aber über 400 und 800 Meter: 72,20 sec. und 2:43,47 Minuten. Joachim Uebele stand gleich drei Mal am Start und verbesserte seine Jahresbestzeiten: 100 m – 14,09 sec., 200 m in 28,80 sec. und 400 m in 71,36 sec. Neue Bestzeit mit DM-Quali in der M60 lief Martin Groos. Der Läufer vom TV Refrath schaffte das Kunststück, die 800 Meter nach genau 2:40,00 min. zu finishen.
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Horremer Abendlauf: Laufmonster erfolgreich
Der Horremer Abendlauf ist bereits seit einigen Jahren der Knack- und Wendepunkt in der Lauf-Saison, speziell in der Teamwertung im Rhein-Erft Akademie-Cup, der übergreifend seit 2006 und inklusive Horrem seit 2012 durchgeführt wird. Dementsprechend konnten die Laufmonster nach der leider nur einmaligen „Verpflichtung“ von Nikki Johnstone in 2013 seit 2014 nach im Vorfeld meist durchwachsenen Ergebnissen erst in Horrem einen ersten Hinweis zum weiteren Verlauf der Serien-Saison liefern. Dieser fällt in diesem Jahr auf den ersten Blick erstmals ernüchternd aus, da sich mit dem TuS Kreuzweingarten-Rheder (197 Punkte), wie zu erwarten dem VFB Erftstadt Multisport (213) sowie der LG Donatus Erftstadt (214) gleich drei potenzielle Konkurrenten nach dem „Streichresultat“ beim Brühler Stadtlauf wieder an den Laufmonstern als kurzzeitigen Spitzenreitern (aktuell 232 Zähler) vorbeischieben konnten.
Doch die Punkte-Differenz ist bezogen auf den Gesamteinlauf einer Veranstaltung relativ gering. Da kann man nur hoffen, aber auch davon ausgehen, dass zu den abschließenden Läufen am 10. September zum 2. GVG Rheinuferlauf sowie zum Saisonfinale am 17. desselben Monats in Bedburg genügend Laufmonster – auch für die persönliche Wertung – am Start sind, um ein erfolgreiches Abschneiden in 2016 zu gewährleisten. Oder konkurrierende Teams nicht mehr antreten – was auch schon einige Mal vorgekommen ist.
Beim Horremer Abendlauf waren über 10 km insgesamt neun Laufmonster am Start. Diese konnten mit Katja Hinze-Thüs als Dritte insgesamt in 40:43 min. (1. W40 und neue persönliche Bestzeit) sowie Sabine Fischer (1. W 55 in 48:44 min.) sogar einige Altersklassen-Platzierungen für sich entscheiden. Die Resultate im Gesamteinlauf wie den tollen 10. Gesamtplatz von Harald Gläßer (37:57) als auch den 18. Rang von Gastläufer Denis Rösler von 25 Minutes Köln in 39:51 min. gilt es natürlich ebenfalls zu würdigen, vermitteln sie doch eine eindeutige Botschaft: mit den Laufmonstern ist immer zu rechnen.
Weitere Ergebnisse: Christiane Küttner (2. W45/47:01), Andreas Thüs (9. M45/40:15), Kay-Uwe Seiferth (2. M50/41:21), Daniel Fink (4. M35/42:16), Tobias Sudmann (7. M35/43:54)
Horremer Abendlauf: Run mit Freitagabend-Flair

Immer wieder freitags – im Sommer und meist im Juni – startet am Nachmittag der Horremer Abendlauf. Diesmal am ehemaligen Feiertag – dem 17. Juni – und erneut ab 16.20 Uhr mit den Bambiniläufen über 400 Meter. Die Schüler legten über 1.500 Meter um 16.45 Uhr los, informativ moderiert wie gehabt von Jochen Baumhof – der Stimme des Rheinlands. Diese versagte im wahrsten Sinne des Wortes erst aufgrund eines technischen Defekts im Zuge des abschließenden 10 km-Laufs, da der Himmel ab der Marke von 45 Minuten für den Zieleinlauf die Schleusen derart öffnete, dass selbst ein Fotoservice für die einlaufenden Finisher nicht mehr gewährleistet werden konnte. Es stürzten die mittlerweile zur Genüge bekannten Wassermassen vom Himmel, die selbst den hartgesottensten Profi binnen Minutenfrist durchnässt hätten. Die Feuchtigkeit legte zwar große Teile der Moderatoren-Technik lahm, nicht aber die Zeitmessung und die Läufer an sich, die vom kühlen Nass von oben sogar größtenteils profitierend bzw. bestens erfrischt am Friedrich-Ebert-Platz in Horrem einliefen.

Davon noch völlig unbeeindruckt kamen die Sieger Claudia Schneider (39:28) und Maciek Miereczko (34:35) über 10 km die erwarteten Zielzeiten sozusagen „trocken“ ins Ziel. Beide haben dabei auch die über die Veranstaltung hinausreichenden Ziele im Rhein-Erft Akademie-Cup durchweg im Auge behalten und erfolgreich umsetzen können. Über 5 km hatte Torsten Trems im Fotofinish die Nase knapp vorn vor Thomas Peffer. Eigentlich aber liefen beide nach 17:33 min. netto zeitgleich ein. Sonja Vernikov als über die Langstrecke mit Abstand schnellste Jugendliche benötigte in 19:33 min. über eine Runde durch Horrem und die angrenzenden Erftauen exakt zwei Minuten länger. Insgesamt 829 Teilnehmer über die gezeiteten Distanzen von 1,5 bis 10 km bedeuten zusammen mit den zusätzlich zu berücksichtigenden Bambiniläufen (ohne Zeitnahme) einen neuen Teilnehmerrekord. Das war aufgrund der vorherrschenden Witterung nicht zwangsläufig zu erwarten beim 9. Horremer Abendlauf, der Teilnehmer und Zuschauer wie immer vollends zufriedenstellte.

Rhein-Erft Akademie-Cup bereits entschieden
Horremer Abendlauf stellt einmal mehr die Weichen in der Rheinland-Laufserie
Claudia Schneider und Maciek Miereczko heißen die überlegenen und strahlenden Sieger in der Kart-Hochburg an der Erftaue. Schneider benötigte für den kurzweiligen Zwei-Runden-Parcours nur 39:28 min. und erscheint als nicht nur gefühlt wöchentliche Siegerin von Laufveranstaltungen mittlerweile wie vor über zehn Jahren in allen erdenklichen Ergebnislisten. Maciek Miereczko nimmt mit dem dritten Sieg im vierten Rennen wie zuletzt in 2014 die Spannung aus dem Rhein-Erft Akademie-Cup. Für ihn ist es nach 2012, 2014 und 2015 bereits der vierte Triumph in der erneut wieder hochkarätig besetzten Laufserie. Mit einem kontrollierten Vortrag trug er in 34:35 min. an diesem wettertechnisch wieder einmal äußerst wechselhaften Abend in Horrem einen weiteren Erfolg davon.
Die Siegerin bei den Frauen hatte neben der Zweiten Melanie Münch (Netto- und ergebnislistenrelevante Zeit 40:39 min.) Katja Hinze-Thüs als hartnäckigste Verfolgerin und weitere Cup-Aspirantin im Nacken. Diese wiederum lieferte sich ein interessantes virtuelles Duell mit der Konkurrentin Michaela Nicht, das sie wie schon im bisherigen Verlauf der Saison nur über die Platzierung in der absoluten Spitze – 40:43 als 3. gegen zu 41:40 min. für die 4. – für sich entscheiden konnte. Immerhin zusätzlich belohnt mit einer um 16 Sekunden schnelleren persönlichen Bestzeit. Schneider kommt aktuell mit drei Siegen in Serie auf 60 Punkte und benötigt einen vordersten Platz in einem der beiden noch ausstehenden Rennen, um ihrerseits in der Laufwertung alles klar zu machen.
Der Rhein-Erft Akademie-Cup ist seit mittlerweile zehn Jahren nachweislich die Serienwertung mit der größten Reputation im Rheinland. Und die zahlreichen Läufer haben dies in der letzten Dekade mehr als zu schätzen gelernt – aktuell sicherlich auch die diesjährigen Novizinnen Claudia Schneider, Katja Hinze-Thüs und Michaela Nicht. Die auch für die zahlreichen Zuschauer stets spannenden Rennen gehen weiter am 10. September beim 2. GVG Rheinuferlauf und natürlich beim Finale am 17. September in Bedburg beim Citylauf. Der Rheinuferlauf ist dabei jedoch nur Pflicht für die Läufer, die noch keine Langdistanz vorweisen können.
Mehr auf der wie immer aktuellen Laufseite von Joe Körbs.
Demnächst als Buch: Bericht aus Biel
Die Bieler Lauftage mit dem in diesem Jahr zum 58. Mal ausgetragenen 100-km-Lauf sind wohl den meisten Läufern ein Begriff und insbesondere in der Ultraszene gibt es kaum jemanden, dem der durch ein 1978 von Werner Sonntag verfasstes Buch geprägten Ausspruch „Und einmal musst Du nach Biel“ nicht geläufig ist. Der Lauf wurde 1959 erstmalig ausgetragen und entwickelte sich zu einer der ersten großen Herausforderungen für die aufkommende Ultralauf-Bewegung. Viele sind dem Ruf nach Biel im Lauf der Jahre gefolgt, bereits 1968 zur 10. Austragung sind erstmals mehr 1.000 Läufer im Ziel registriert, in den frühen 1980er Jahren gar erreichten mehr als 3.000 Läufer das Ziel. Dank der akribischen Arbeit der Statistiker sind mittlerweile alle historischen Ergebnisse aus Biel in der Ergebnis-Datenbank der DUV verfügbar.
Die Rekordsieger mit jeweils sieben Siegen kommen mit Helmut Urbach und Birgit Lennartz aus Deutschland, beide sind bis heute in der Laufszene des Rheinlands eine feste Institution. Birgit Lennartz ist auch knapp 20 Jahre nach ihrem letzten Sieg in Biel als Vielstarterin bei zahlreichen Volkslaufveranstaltungen im vorderen Feld zu finden und Helmut Urbach ist als Ausrichter von vielen Laufveranstaltungen in Köln ein fester Begriff. Er läuft nur noch wenig, dafür lässt er es sich nicht nehmen, immer wieder nach Biel zurückzukehren und die 100-km-Strecke im Wandertempo zu meistern. Wie 2015 erreichte er auch in diesem Jahr wieder das Ziel am Kongresshaus in Biel.
Die Zahl der Zieleinläufe über 100 Kilometer hat in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich abgenommen, 2013 erreichten erstmals nur noch weniger als 1.000 Läufer das Ziel. Das hat wohl aber auch damit zu tun, dass es heutzutage eine Fülle von Ultralauf-Veranstaltungen gibt, die mit Biel konkurrieren und teilweise noch größere Herausforderungen bieten („mehr“ Strecke, „mehr“ Höhenmeter, „mehr“ Trail). Auch das Interesse Deutscher Spitzenläufer ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, bei den Damen gelang Branka Hajek noch in 2010 ein Deutscher Erfolg, bei den Männern gab es zuletzt 2008 Podiumsplätze durch Matthias Dippacher und Helmut Dehaut, der letzte Sieg durch Michael Sommer datiert von 1994. Dennoch gilt der 100-km-Lauf von Biel weiterhin als einer der großen Klassiker des 100-km-Laufs und genießt insbesondere in der Schweiz selbst Kultstatus und zieht auch heute noch ein großes Starterkontingent aus Deutschland an. Wie man es auch von verschiedenen Marathon-Veranstaltungen kennt, werden auch in Biel die rückläufigen Teilnehmerzahlen über Unterdistanzen und Staffelwettbewerbe aufgefangen, sodass insgesamt in Biel 2016 mehr als 4.500 Teilnehmer registriert wurden, davon gut 1.100 auf der Hauptdistanz.
Der 100-km-Lauf wird traditionell in einer großen Schleife mit Start und Ziel in Biel ausgetragen. Die Strecke hat im Laufe der Jahrzehnte kleinere Anpassungen erfahren und der Anteil der Asphalt-Kilometer hat dabei zugenommen, dennoch sind charakteristische Streckenabschnitte wie die holprigen Kilometer auf dem Emmendamm zwischen Kirchberg (km 56) und Gerlafingen (km 67) erhalten geblieben. Der Start zum Hauptlauf erfolgt um 22.00 Uhr, der Lauf durch die Nacht sorgt so für eine zusätzliche Herausforderung.
Seit ich selbst an Laufwettkämpfen teilnehme, stehen die 100 Kilometer von Biel auch auf meiner Agenda und in diesem Jahr hat es terminlich gepasst. Dennoch fiel die eigentliche Entscheidung erst relativ kurzfristig. Nach einem Australien-Urlaub ohne Laufschuhe bis Ende Januar hatte ich im Frühjahr zunächst nur den Marathon in Bonn angepeilt und dort nach einer normalen Vorbereitung mit moderatem Umfang (5,5 Einheiten und knapp 100 km im Wochenschnitt) eine 2:42 h erzielt. Zwar bin ich davon überzeugt, an diesem Tag alles gegeben zu haben, aber dennoch fühlte ich mich bereits kurz nach dem Rennen nicht voll verausgabt und erholte mich auch sehr schnell. Es schien, als wäre die Form noch nicht auf ihrem Zenit angelangt und so beschloss ich, Biel in diesem Jahr in Angriff zu nehmen, zumal der Termin für die Deutschen Meisterschaften über 100 km im August mir gänzlich ungelegen kam und ich auch 2016 einen 100er ins Ziel bringen wollte. Der Bonn-Marathon fand neun Wochen vor Biel statt, so dass mir nach einer Erholungswoche dann sechs Wochen Training und zwei Wochen Tapering blieben.
Da ich in Biel aber nicht nur ankommen, sondern auch eine gute Leistung erzielen wollte, warf ich in diesen sechs Belastungswochen auch einiges in die Waagschale. Tägliches Training, im Schnitt 145 Wochenkilometer, für mich bei Vollzeitjob mit zudem etwa 10 Wochenstunden Arbeitsweg eine echte Herausforderung, zumal ja auch Partnerin und andere Aufgaben nicht völlig vernachlässigt werden sollen. Zum Glück halfen Feiertage und ein Brückentag dabei, den geplanten Trainingsumfang auch zu realisieren.
Auf die ganz langen Trainingsläufe von 60/70 Kilometern verzichtete ich und beließ es bei zwei Einheiten über knapp 50 Kilometern, eine davon als Nachtlauf. Zudem holte ich mir die Tempoausdauer über zwei kleine Marathon-Veranstaltungen in Windhagen und Menden, die ich im flotten Dauerlauf absolvierte. Alles in allem konnte ich das Pensum gut schaffen, dennoch schwang immer ein wenig Sorge mit, dass die Form kippen könnte. Aber es schien alles gut zu gehen.
Die Anreise nach Biel erfolgte am Donnerstag, gegen 22.00 Uhr kam ich in Péry etwas oberhalb von Biel in einem kleinen Hotel an. Nach einer kleinen Trabrunde nach der langen Fahrt wollte ich versuchen, so lange wie möglich zu schlafen und dann einen ruhigen Tag bis zum Start zu verbringen. Trotzdem konnte ich meinen Schlafrhythmus nur unzureichend überlisten und so hatte ich nach dem Checkout um 11 Uhr bis zum Start noch 11 Stunden Zeit. Ich fuhr zunächst in die Bieler Innenstadt zum Start- und Zielgelände. Hier erfolgte eine kurze Ortsbegehung, aber da ich weder in Turnhalle noch in der Tiefgarage länger bleiben wollte, fuhr ich wieder aus Biel heraus und besichtigte den ersten Anstieg von Port über Bellmund in Richtung Jens. Hier entdeckte ich dann einen schattigen Parkplatz am Waldrand, rollte Schlafsack und Isomatte über Kofferraum und Rückbank und versuche, trotz der aufkommenden Nervosität ein wenig Ruhe zu finden, was aber nur leidlich gelang. Perfekte Rennvorbereitung sieht sicher anders aus, aber trotzdem verbrachte ich hier zumindest ein paar Stunden außerhalb des Trubels, bevor ich gegen 18:30 Uhr mich wieder in Richtung Biel begab. Parkticket und Startnummer waren schnell geholt und so hatte ich immer noch drei Stunden Zeit bis zum Start und so lange kann man auch Umziehen, Wertsachendepot und Toilettengang nicht zelebrieren. Also tigerte ich zunehmend nervös zwischen Auto, Turnhalle und Start hin und her. Ich bewunderte diejenigen, die auf einer Matte in der Turnhalle seelenruhig schlafen oder entspannen konnten und ärgerte mich ein wenig, nicht einfach eine durchgehende Unterkunft gebucht zu haben.
Aber letztlich gingen auch diese drei Stunden vorbei. Da ich ohne persönlichen Fahrradbegleiter (Vélo-Coach) unterwegs sein würde, galt es auch die Verpflegungsstrategie zu bedenken. Ich packte drei meiner gewohnten Gels sowie Salztabletten in meine Gürteltasche und gab einen Beutel mit drei weiteren Gels, einem halben Liter Ultra-Buffer + Arginin für Kirchberg auf und hoffte so zusammen mit der offiziellen Verpflegung gut durchzukommen. Ansonsten hatte ich noch meine Stirnlampe dabei, sowie ein Buff-Tuch und ein paar Gel-Chips für Notfälle in einem Beutel am Gürtel befestigt. Etwa 30 Minuten vor dem Start begab ich mich zum Startgelände. Ich hatte die Startliste ausgiebig studiert. Neben den Schweizer Siegern von 2015 (Bernhard Eggenschwiler) und 2013 (Florian Vieux) waren in diesem Jahr auch eine Anzahl ambitionierter Deutscher Läufer am Start, vor allem Tobias Hegmann und die beiden Debütanten Karsten Fischer und Janosch Kowalczyk (beide im Januar mit 3:09 h über 50 km in Rodgau) erwartete ich weit vorne. Ich selbst hatte mir auch abgestufte Ziele gesetzt, diese gingen von Traumzielen (Neue Bestzeit/Podium) über A- (sub 7:40h/Top 6/Sieg Altersklasse) und B-Ziele (sub 8h/Top10) bis hin zum Minimalziel des erfolgreichen Zieleinlaufs (einem leichtfertigen Ausstieg sollte kein Raum gegeben werden). Die Rennstrategie war auch nicht ganz einfach. Ich wollte forsch angehen, um bei guten Beinen und passendem Rennverlauf die Traumziele im Auge zu haben, allerdings wollte ich auch die B-Ziele nicht gefährden, denn „nur“ Ankommen wäre für mich doch eine Enttäuschung gewesen, ganz zu schweigen von einem DNF.
So lief ich dann auch nach dem Start mit Sichtkontakt zur Spitze. Der Österreicher Didi Korntner hatte ein Auge auf die „Sprintwertung“ (Aarberg, km 17) geworfen und preschte volle Krafte voraus, dahinter folgten Florian Vieux, Karsten Fischer und ein paar Schweizer Läufer, die später aber wieder zurückfallen sollten. Dahinter lief ich mit Janosch Kowalczyk und Vorjahressieger Bernhard Eggenschwiler die Auftaktrunde durch die Bieler Innenstadt. Es ging aus Biel heraus, über die Aare und dann in den ersten Anstieg, bei dem es etwa 100 Höhenmeter zu überwinden galt. Ich versuchte so locker wie möglich zu laufen, denn auch wenn die Strecke für Schweizer Verhältnisse relativ flach ist, stellen für mich als Rheinuferläufer Steigungen eine große Herausforderung dar, im Training sind meine längsten Steigungen Autobahnbrücken.
Bis Kapellen (km 14,5) lief ich noch mit Bernard Eggenschwiler und Janosch Kowalczyk, dann verschärfte Bernard aber das Tempo und versuchte noch vor der Sprintwertung in Aarberg die Lücke zur Spitze zu schließen. Ich ging nicht mit, schließlich war das Anfangstempo für mich schon recht flott und ich hatte keine weitere Energie zu verschenken. So sah ich erstmal das Renngeschehen von hinten aus der Verfolgerperspektive. Didi Korntner blieb allerdings bis zur Sprintwertung in Aarberg eine Minute voraus und so näherte ich mich der nun wieder konstanter laufenden Verfolgergruppe der Favoriten wieder an, bevor nach der Verpflegung in Aarberg wieder die Post abging. Dann durften nach Lyss die Begleitfahrräder auf die Strecke und von nun an geisterten neben den Stirnlampen der Läufer auch die Fahrradlichter durch die Bieler Nacht. Das Wetter war noch recht warm, sogar ein wenig schwül und windig und in der Ferne sahen wir Blitze über den Nachthimmel zucken. Dann kam der erste Regenguss, bevor es bis gegen vier Uhr wieder für längere Zeit trocken blieb.
Didi Korntner und ein paar der Schweizer Läufer wurden von mir eingeholt, ich lief in dem Auf und Ab bis km 25 auch noch mal zu Karsten Fischer auf, bevor dieser aber wieder forcierte und ich an der folgenden Verpflegungsstelle (wo ich ohne Vélo-Coach zur Getränkeaufnahme etwas mehr Zeit benötigte) endgültig den Kontakt verlor. Von nun an lief ich für den Rest des Rennens alleine, auch wenn es noch ein paar Überholvorgänge geben sollte.
Die Zwischenwertung in Oberramsern bei km 38 erreichte ich als fünfter in 2:42 h, etwas flotter als geplant, aber der Rennverlauf hatte es so ergeben. Die Beine waren nicht so locker wie erhofft, aber insgesamt hatte ich noch keine großen Schwierigkeiten. Irgendwo im Wald zwischen Oberramsern und Kirchberg sah ich aus dem Augenwinkel einen Läufer am Wegrand, der austreten musste, konnte aber in diesem Moment nicht zuordnen, wen ich da überholt hatte. Im Nachhinein betrachtet muss das Janosch gewesen sein, so dass ich nun im Rennen an Position 4 lag. Ich hatte nun auch immer öfter ein offizielles Begleitfahrrad zur Seite, insbesondere auf dunklen Streckenabschnitten sehr willkommen. Ich fühlte mich nun doch zunehmend etwas müde, der Anstieg von Oberramsern nach Buechhof hatte weitere Körner gekostet.
Marathon-Durchgang bei etwa 3:00 Stunden, die Halbzeit dann nach handgestoppten 3:36:50 h, keine offizielle Zwischenzeitnahme, sondern ganz unspektakulär ein Schild auf freier Strecke, das unmittelbar zuvor aus der Dunkelheit auftaucht. Jetzt ging es tendenziell leicht bergab, hin zur Zeitnahme und Teilstreckenwertung in Kirchberg, gleichzeitig auch Ziel des neu ins Leben gerufenen Ultramarathons über 56 km. Kurz vor Kirchberg sorgte dann ein etwa 10 cm über dem Boden gespanntes Flatterband für einen Schreck. Das Band riss und ich konnte einen Sturz vermeiden, aber zweifelte nun an der Streckenführung und suchte etwa eine Minute nach Hinweisen auf die Strecke, bis mir der herannahende Begleitfahrer versicherte auf dem richtigen Weg zu sein und tatsächlich erreichte ich Zeitnahme und Verpflegung kurz darauf. Aber wer immer der Witzbold war…
In Kirchberg griff ich erstmal bei der offiziellen Verpflegung zu, suchte dann mit den Augen vergeblich nach dem in Biel abgegebenen Verpflegungsbeutel und lief schließlich ohne weiter. Es würde auch mit der offiziellen Verpflegung zu schaffen sein, auch wenn ich den sehr stark angerührten Iso deutlich schlechter vertrug als den gewohnten Ultra-Buffer.
Nach Kirchberg beginnt der Abschnitt auf dem Emmendamm, ein schmaler Pfad, dunkel und stellenweise über sehr holprigen Untergrund. Die persönlichen Radbegleiter durften diesen Abschnitt auch nicht befahren und stießen erst bei km 67 wieder zu den Läufern. Ich war froh, dass sich zu diesem Zeitpunkt ein offizieller Radbegleiter an meiner Seite befand, dessen Fahrradlampe deutlich stärker leuchtete als meine Discounter-Funzel. Ich versuchte weiter mit ausgreifendem Schritt diese heikle Passage zu absolvieren, verlor aber dennoch etwas an Tempo. Zur Hälfte des Abschnitts hörte ich dann auch einen Läufer nahen und wurde kurz darauf von Tobias Hegmann überholt, der zu diesem Zeitpunkt sehr druckvoll lief und einen starken Eindruck machte. Ich blieb bis zum Ende des Emmendamms halbwegs dran, musste aber dann an der Verpflegung anhalten während Tobias durchlief und schnell außer Sicht geriet.
Das nächste Missgeschick dann kurz darauf: Meine GPS-Uhr knallte zu Boden, das Gummi-Armband hatte sich schlicht und ergreifend durchgescheuert. Kurz gestoppt, Uhr aufgelesen in den nun leeren Beutel am Gürtel gestopft (die drei Gel vom Start hatte ich plangemäß bis Kirchberg verbraucht). Von nun an ohne Uhr ganz nach Gefühl. Die Euphorie war aber nun erstmal verflogen. Es war drei Uhr, ich merkte die müden Beine, die Strecke sollte für die nächsten 10 Kilometer ansteigend verlaufen und ich war platt. Ich legte, von den Verpflegungspunkten abgesehen, die ersten Meter im Gehtempo zurück und erwartete jeden Moment von weiteren Läufern überholt zu werden. Auch den offiziellen Radfahrer sah ich nun seltener, schließlich forderte der nun Viertplatzierte Tobias Hegmann höhere Aufmerksamkeit. Ein Tief während eines 100-Km-Laufs ist nichts ungewöhnliches, entscheidend ist dieses zu überwinden.
So lief ich so gut es ging und versuchte so viel Strecke wie möglich zwischen den Gehpassagen laufend zurückzulegen und diese so kurz wie nötig zu gestalten. In der nachträglichen Auswertung der GPS-Daten benötigte ich für den Abschnitt von km 68 bis 78 bei etwa 140 Höhenmetern knapp 54 Minuten, inklusive Gehpausen und zwei Verpflegungsstopps. Gefühlt war ich noch langsamer, aber ich schaute nicht auf die Uhr in der Gürteltasche, um mich nicht zusätzlich verrückt zu machen. Als bei km 78 der letzte große Anstieg überwunden war und mich immer noch kein weiterer Läufer überholt hatte, fasste ich neuen Mut und liess es auf der steilen Strecke hinunter ins Tal der Aare so gut es geht rollen. In Arch bei km 80 zeigte eine LED-Uhr 4:05 Uhr an, für mich der einzige Hinweis auf die Laufzeit. Unter acht Stunden sollte ich auf jeden Fall schaffen können. Es gab keine Steigungen mehr und ich lag ja immer noch an 5. Position. Es fing wieder an zu regnen, aber das machte mir nichts aus. Also auf in den Endspurt.
Den Verpflegungspunkt bei km 81 ließ ich dann auch links liegen und bog auf den etwas matschigen aber noch gut belaufbaren Uferweg längs der Aare ein. „Keine Gehpausen mehr zwischen den Verpflegungspunkten“ lautete mein Credo jetzt, lieber das Tempo dosieren und durchlaufen. „Hauptsache Du wirst nicht durchgereicht“, nach vorne verschwendete ich zu diesem Zeitpunkt keinen Gedanken. Aber es lief wieder spürbar besser und lockererer als zehn Kilometer zuvor. Bei km 87, kurz vor der Verpflegung sah ich dann auf einmal vor mir einen Läufer auftauchen, dem ich mich auch schnell näherte. Es war Vorjahressieger Bernhard Eggenschwiler, der große Probleme hatte. An der kurz darauf folgenden Verpflegung gab es ein letztes Gel und noch mal Flüssigkeit, dann wieder weiter und Bernhard hinterher, der die Verpflegung ausgelassen hatte. Aber ich war schnell vorbei und er sollte noch Minuten und Plätze verlieren.
Es wurde nun langsam hell, die Vögel und auch einige Frösche machten sich bemerkbar. Nach der Querung der Aare tauchte irgendwo bei km 91 dann erneut ein Läufer vor mir auf. Zwar näherte ich mich deutlich langsamer als zuvor Bernhard Eggenschwiler, aber ich war dennoch klar schneller. Das war die Chance, die ich mir nicht entgehen lassen durfte. Ich ließ die Verpflegung bei km 92 aus und zog langsam an Tobias Hegmann vorbei. Ich machte so gut es ging Druck, drehte mich nicht um und hörte, wie sich nach einiger Zeit die Schritte des Verfolgers entfernten und schließlich nicht mehr zu hören waren. Ich musste jetzt durchziehen, keine Schwäche zulassen und alles daran tun, diesen 3. Platz ins Ziel zu bringen. So wurde der Abschnitt von km 90 bis 95 der schnellste 5er-Abschnitt der zweiten Rennhälfte. Ich sehnte das km 95-Schild herbei und wagte erst dort einen zaghaften Blick zurück, es war niemand zu sehen. Nun war wieder jeder Kilometer ausgeschildert und sie wurden zu meinem persönlichen Countdown fürs Podium: km 96, nur noch 4 bis ins Ziel, km 97, nur noch 3 – endlich ging es weg vom Uferweg entlang der Aare und in die Stadt hinauf zum Ziel am Kongresshaus. Dann km 98, die letzten beiden Kilometer und weiterhin kein Läufer, der mir den 3. Platz noch streitig machen konnte. Ein Stück entlang der Bahnstrecke und dann das beliebteste Fotomotiv auf der Strecke, das Schild bei km 99 – jetzt konnte ich endgültig genießen. Die Straße zum Kongresshaus, dann eine letzte Kurve und der Blick auf das Ziel. An die Endzeit hatte ich wenig Gedanken verschwendet, es würde ohnehin mein langsamster 100er werden, das war seit dem Tief zwischen Gerlafingen und Bibern klar aber trotzdem freute ich mich, als beim Blick auf die Zieluhr eine 7:37:XX zu lesen war, da hätte ich in Bibern auch keinen Cent drauf gesetzt.
So erreichte ich bei den Bieler Lauftagen 2016 als Dritter im Gesamteinlauf über 100 km und Sieger meiner Altersklasse M35 das Ziel um 5:37 Uhr nach einer Laufzeit von 7:37:48 Stunden. In Empfang genommen wurde ich von den Organisatoren, bekam ein gelbes Shirt, das mich als Gesamtdritten auswies und meine Medaille und wurde in die Zielverpflegung entlassen. Die auf den letzten 20 Kilometern in der Anspannung vergessene muskuläre Ermüdung machte sich nun wieder bemerkbar, aber das Hochgefühl hielt an, hatte ich doch meine persönlichen Ziele erreicht und mich in einer starken Konkurrenz bis auf das Podium vorkämpfen können. Die beiden Erstplatzierten waren für mich unerreichbar, hier hatte der Schweizer Florian Vieux, der bereits 2013 triumphieren konnte, in 7:19:24 Stunden den Sieg davongetragen, gefolgt vom lange führenden Karsten Fischer, der in 7:22:23 Stunden das Ziel erreichte. Wenige Minuten hinter mir folgten mit Janosch Kowalczyk auf Rang vier (7:41h, 1. M20), Tobias Hegmann (7:45h, Rang 5, 1. M40) und Hanspeter Scherr (7:46h, 1. M45) drei weitere Deutsche als Sieger ihrer Altersklasse, ehe sich Bernhard Eggenschwiler als Schweizer Vizemeister in 8:01 h ins Ziel kämpfte.
Bei den Damen siegte Romy Sandra Roulet in 8:47:08 Stunden vor Ornella Poltéra (8:57:58) und Corine Gruffaz (9:00:50), beste Deutsche wurde Sabine Engel als neunte (9:55:03). Nach dem spannenden Rennverlauf gestaltete sich der Rest meines Biel-Aufenthaltes recht unspektakulär: Verpflegung, Dusche und das Warten auf die Siegerehrung. Mittlerweile gingen heftige Regengüsse über Biel nieder und wir bedauerten ein wenig die vielen Läufer, die noch draußen auf der Strecke unterwegs waren. Vermutlich nicht zuletzt deshalb gab es in diesem Jahr eine hohe Aussteigerquote von 24%, die sich bereits mit einer Teilstreckenwertung nach km 38, 56 oder 76 zufrieden geben mussten.
Am Samstagmittag verließ ich Biel und machte mich mit Schlafstopp auf den Weg zurück nach Hause, um eine große Lauferfahrung reicher. Ob ich im nächsten Jahr wieder komme, das vermag ich nicht zu sagen, aber an dem Ausspruch „Einmal musst Du nach Biel“ ist ein dicker Haken dran.
Fotos: Privat/Veranstalter, Grafik: Rey Grafik GmbH
3. Rheinbacher Benefizlauf am kommenden Sonntag
Am kommenden Sonntag – 19. Juni – findet der dritte Rheinbacher Benefizlauf zugunsten des Kinderheims Dr. Dawo statt. Initiator und Sponsor Achim Phiesel von Achims Sportshop, der den Lauf gemeinsam mit Joe Körbs von Laufen im Rheinland veranstaltet, Sponsor Bernd Esser vom REWE-Center Esser sowie Oliver Stölben und Nicole Willems vom Kinderheim Dr. Dawo erwarten wieder zahlreiche Sportler, die mit ihren Anmeldungen den Kompletterlös des Lauftages bestreiten.
„Leistung spielt beim Benefizlauf keine Rolle. Jeder kann und soll mitmachen, Schüler, Freizeitläufer und Nordic Walker“, so Phiesel. Alle Schulen in Rheinbach und Meckenheim seien schon angeschrieben worden, eine Reihe von Firmen haben ihre Teams angemeldet. Das Kinderheim Dr. Dawo selbst geht mit 15 Teilnehmern an den Start. Die Laufstrecken des dritten Rheinbacher Benefizlaufs mit Start und Ziel im Stadtpark-Stadion „Zu den Fichten“ führen durch den nahen Rheinbacher Stadtwald.
Los geht es um 10 Uhr mit dem 1.000-Meter-Schülerlauf. Der Jedermann-Lauf über fünf Kilometer startet um 10.30 Uhr und verläuft flach. Der Hauptlauf über zehn Kilometer mit Start um 11.30 Uhr Richtung Tomburg hat schon „zwei anständige Höhen“, wie Phiesel ankündigt. Für die ersten drei in jeder Disziplin winken Pokale als Preise, die schon im Fenster seines Sportgeschäfts ausgestellt sind.
Für den Erlös des dritten Rheinbacher Benefizlaufs hat Kinderheim Dr. Dawo-Geschäftsführer Stölben schon einen Verwendungszweck: „Therapien für die Kinder. So soll zum Beispiel Jadon eine Hundetherapie erhalten.“
Anmeldungen für den Benefizlauf in Achims Sportshop, Martinstr. 8, Rheinbach, oder online bei Laufen im Rheinland.
Strecken, Zeitplan und Hinweise:
Strecken: 1 km Schülerlauf (10.00 Uhr), 5 km Jedermannlauf (10.30 Uhr), 10 km Hauptlauf (11.30 Uhr)
Startgeld: Schülerlauf: 2 Euro, 5 km: 6 Euro, 10 km: 8 Euro
Das Startgeld beinhaltet:
– elektronische Zeitmessung (kein Championchip)
– Ehrung der drei schnellsten Läufer (m/w)
– Urkunde für jeden Teilnehmer
– Getränke-Versorgung auf der Strecke und im Ziel
– Duschen/Umkleiden vor Ort
Startunterlagen und Nachmeldungen am Veranstaltungstag bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Start im Stadion.
Foto aus 2015 mit freundlicher Genehmigung von Birgit & Thorsten Holler – Eventfotografie 24



















