Drei Medaillen für Antje Wietscher bei Senioren-DM in Leinefelde
Das kleine, aber feine Stadion im thüringischen Leinefelde war Schauplatz der diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Senioren. Mit dabei drei erfahrene Läufer vom TV Refrath running team mit insgesamt sieben Starts: Antje Wietscher, Karin Meuser und Kalle König. Die Bedingungen waren nicht einfach: schwül, heiß und ein meist böiger Wind. So war es nicht verwunderlich, dass in fast allen Mittel- und Langstreckenrennen taktiert wurde. Im Klartext wollte keiner der Favoriten nach dem Startschuss die Führung übernehmen und es gab zeitweise richtige „Stehversuche“. Durch das Bummeltempo stieg jedoch zunehmend die Spannung, auch für die Zuschauer und vor allem die Trainer.
Kalle König hatte im 800 Meter-Schlussspurt das Nachsehen
Die Schnellsten fünf der Meldeliste über 800 Meter der M65 lagen bis zur 600er-Marke eng zusammen. Doch dann wurden die letzten 200 Meter in 30-31 Sekunden gespurtet wie die Weltmeister. Da konnte Karl-Heinz König diesmal nicht mithalten. Er belegte in 2:33:05 min. den 5. Platz. Den Titel holte Peter Schulz aus Pforzheim, der im Vorjahr noch knapp hinter dem TVRler lag, in 2:28:52 min. Mit neuer Jahresbestzeit von 65,20 min. verpasste Kalle dann über 400 Meter einen Tag später den Podiumsplatz. Sieger wurde Karl Dorschner aus Coburg in unglaublichen 58,90 Sekunden. „Als Ältester im Feld habe ich mein Bestes gegeben. Mehr war nicht drin“ war der Bergisch Gladbacher keinesfalls unzufrieden.
Zum ersten Mal war Antje Wietscher innerhalb von 24 Stunden gleich drei Mal am Start
Die Leichlingerin hatte nach ihrer Triathlonsaison eine viel zu knappe Vorbereitung für die Bahn-DM. Daher galt es mit den Kräften hauszuhalten. Im ersten Wettkampf über 800 Meter in der AK W60 ließ Antje die Favoritinnen Lidia Zenter (Pforzheim) und Gerlinde Kolesa (Ingolstadt) wegziehen und konzentrierte sich auf einen langen Endspurt aus der Verfolgergruppe. In 2:52,95 min. holte sie die Bronzemedaille vor Roswitha Schlachte (Hannover) und Rita Schubert (Brandenburg) und verpasste den Nordrhein-Landesrekord nur um eine halbe Sekunde. Vier Stunden später stand die Multisportlerin wieder am Start, diesmal über 5.000 Meter. Der Lauf war zehn Runden so langsam, dass sich die Damen gegenseitig in die Hacken traten, obwohl die Luft nach einem kräftigen Regenguss deutlich angenehmer war. Zwei Runden vor Schluss ging dann die Post ab. Mit zwei schnellen Schlussrunden (93 und 89 Sekunden) wurde Antje Wietscher in 20:59,43 min Deutsche Vizemeisterin hinter der Topfavoritin Lidia Zentner (20:52,32).
Am nächsten Tag führte Antje das 1500 Meter- Feld vom ersten Meter an. „Ich hatte keine Lust mehr auf Schleichtempo“. Logisch, dass sich die beiden härtesten Konkurrentinnen ziehen ließen. Logisch auch, dass Lidia Zentner ihren dritten Titel holte. Doch die Grundschnellere Gerlinde Kolesa blieb dran. Obwohl Wietscher wie eine bergische Löwin bis zum letzten Meter kämpfte, hatte sie in einem äußerst spannenden Endspurt um 4/10tel Sekunden nach 5:46,96 min das Nachsehen. Die Ingolstädterin bedankte sich als Zweite. „Drei Medaillen in drei Wettkämpfen, ich bin sehr zufrieden“, resümiert Antje Wietscher. Die erfolgreiche Läuferin vom TV Refrath hat bei den Hallen- und Crosslauf-Meisterschaften im Frühjahr bereits zwei DM-Titel geholt und nun mit den Bahnmeisterschaften insgesamt 6 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften allein in diesem Jahr gesammelt. Sie ist damit die erfolgreichste TVR-Athletin.
Karin Meuser läuft zwei Mal Jahresbestzeiten
Glücklich mit zwei perfekten Rennen ist auch Karin Meuser. Die W50-Läuferin lief als 8. die 800 Meter in 2:42,46 min. Am nächsten Tag war sie noch besser: 6. Platz in starken 5:36,09 min. Es war wie jedes Jahr ein toller Ausflug der TVRler: anstrengend-schön und erfolgreich.
Porz bzw. Straße: Liz Roche läuft die 10 km erstmals unter 40 Minuten
Am letzten Sonntag in Köln-Porz beim Sommerlauf: es war ziemlich warm und windig. Also keine guten Bedingungen für schnelle Zeiten. Und wenn dann der erste Kilometer noch viel zu flott angelaufen wird, ist es eigentlich kaum möglich, seine persönliche Bestzeit zu verbessern. Eigentlich. Liz Roche, die Irische Läuferin im Trikot des TV Refrath ist eine große Kämpferin. Sie schaffte es, als Zwischenzeit bei der Hälfte mit 19:35 min. eine neue PB über 5 km aufzustellen, danach alleine, immer langsamer werdend, gegen den warmen Sommerwind nicht allzu viele Sekunden zu verlieren und dann nach 36:06 min bei der 9 km-Marke alle Kräfte mobilisierend, den letzten Kilometer in 3:49 min. zu laufen. Als die Uhren im Ziel 39:55 min. zeigten, konnte die 43jährige kaum glauben, erstmals unter der lang ersehnten 40 Minuten-Marke über 10 km geblieben zu sein. Liz Roche verbesserte damit ihren Hausrekord um 25 Sekunden. Ein starkes Rennen lief auch Frederik Hartmann. Der M45-Sieger lief mit 18:28 min. über 5 km erstmals unter 19 Minuten. Nur 10 Sekunden später finishte Michael Singer (1. M50/18:38). Schnellster TVRler war jedoch Jan Roggemann. Aus vollem Triathlontraining kam der Polizist in 17:47 min. hinter Dominik Fabianowksi vom ASV Köln als Zweiter ins Ziel. Rang 10 (2.U23) belegte Tobias Wilczek in 19:21 min. Über 10 km waren Ramsi Mekkioui (3. M40/42:01), Frank Pöhler (6. M50/43:07) und Sabine Singer (2.W45/46:53) erfolgreich dabei.
Bahnlauf-Resultate: PB’s für Moritz Kufferath, Torben Kirchner, André Rinke
Die 1.500 Meter-Distanz ist für die meisten Langstreckler nicht ganz einfach zu laufen. Für die 3 3/4 Runden im Stadion braucht man ein gutes Tempogefühl und ein hohes Stehvermögen. Beim Golden Spike Meeting im holländischen Kortrijk nutzte André Rinke auf dem Weg zur Leichtathletik-EM in Amsterdam das hochklassige Meeting für einen Angriff auf seine Bestzeit. Im 5. Endlauf verbesserte er sich mit einem furiosen Endspurt auf sehr gute 4:11,28 min, gut drei Sekunden schneller als acht Tage zuvor. Jetzt hat der 25jährige vom TV Refrath erst einmal eine dreiwöchige Regeneration verdient.
Dass Ultraläufer über eine gute Grundschnelligkeit verfügen, ist ziemlich selten. Dass dies bei 100 km-Spezialist Moritz Kufferath der Fall ist, bewies er beim 1.500 Meter-Rennen in Zülpich:
Sieger der M35 mit neuer PB in sehr starken 4:29,37 min. Tage zuvor war er in Holland bereits neuen Hausrekord über 5 km bei einem gut besetzten Straßenlauf in Werkendam gelaufen: 16:48 min – erstmals unter 17 Minuten!
Nach langer Zeit richtete der ASV Köln auf seiner Heimanlage einen Läuferabend aus. Dies nutzte Torben Kirchner für einen neue Bestzeit über 1.000 Meter zur Verbesserung seiner Tempohärte. Doch mit 2:44,53 min. war er nicht ganz zufrieden. „Da fehlt ihm auf der Mittelstrecke einfach die Rennpraxis“ weiß sein Trainer Jochen Baumhof vom TV Refrath running team.
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Fotos: Privat/Eventfotografie 24
Köln Marathon: Steigende Meldezahlen im Jubiläumsjahr
Marathon auf Vierjahreshoch
Die Anmeldungen im Jubiläumsjahr des RheinEnergieMarathon Köln entwickeln sich sehr erfreulich. Für die einzelnen Wettbewerbe der Veranstaltung ergeben sich zum Stichtag 11. Juli 2016 folgende Zahlen:
Marathon
4.978 Läufer haben sich zum 20. Jubiläum am 2. Oktober 2016 für die Marathondistanz angemeldet. 868 beziehungsweise 21 Prozent mehr als im Vorjahr und damit das beste Ergebnis seit 2011. Die Strecke bleibt im vierten Jahr unverändert: Der Start ist in Deutz, das Ziel am Kölner Dom.
Halbmarathon
Für die 11. Auflage des Halbmarathons – und damit ein kölsches Jubiläum – haben sich 9.637 Teilnehmer entschieden. 726 beziehungsweise 8 Prozent mehr als 2015 und nur 3 Prozent unter dem Rekordjahr 2013, bei dem sich bis zum Meldeschluss 14.700 Sportler für die 21 Kilometer angemeldet hatten. In der Prognose wird der Halbmarathon in Köln seinen zweiten Platz in Deutschland hinter dem Berliner Halbmarathon behaupten.
Firmenstaffel
Mit zweistelligen Zuwachsraten ist die Firmenstaffel – präsentiert von der Kölnischen Rundschau – seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. 1.488 Läufer in 372 Staffeln haben sich bisher angemeldet. 244 (93 Staffeln) beziehungsweise 19 Prozent mehr als im Vorjahr werden sich als Vierer-Teams die 42 Kilometer teilen.
Pressemitteilung von Jan Broniecki
KölnTurm: Probelauf am 14. Juli
39 Etagen und über 700 Stufen: Interessierte können am kommenden Donnerstag kostenlos Höhenluft schnuppern
Wenn am 31. Juli im Mediapark die vierte Auflage des „KölnTurm Treppenlaufs“ steigt, sind nicht nur Ausdauer und Sprintfähigkeiten gefragt. Denn bei dem Run auf das bekannte und von weitem sichtbare Kölner Bürogebäude im MediaPark müssen die Teilnehmer ihre Kletterqualitäten unter Beweis stellen. Daher bietet die Kölner Sportagentur pulsschlag, die in Zusammenarbeit mit dem Feuerwehr-Sportverein Köln e.V. den Event organisiert, Interessierten die Möglichkeit, sich mit den vertikalen Bedingungen über 700 Stufen auf 39 Etagen vertraut zu machen und die „Strecke“ zu testen.
Treffpunkt: Donnerstag, 14. Juli am KölnTurm im MediaPark.
Es wird zwei Trainingseinheiten geben: Start: 16:00 Uhr oder 17:00 Uhr.
Die Agentur pulsschlag freut sich über jeden KölnTurm-Bezwinger. Interessierte müssen sich per Email anmelden.
Infos zum KölnTurm Treppenlauf:
Bei der vierten Auflage werden verschiedene Wettbewerbe angeboten. Neben dem Wettbewerb für Feuerwehr-Teams bieten die Veranstalter Rennen für Einzelstarter und 2er-Teams an. Gewertet werden Männer und Frauen einzeln und auch als Team, wobei die Teams gemeinsam starten und ebenso gemeinsam ankommen müssen. Die Feuerwehr-Teams starten in Schutzkleidung mit und ohne Atemschutzgerät. Insgesamt stehen 500 Startplätze zur Verfügung. Ein attraktives Rahmenprogramm und Catering-Stände für Freunde und Familien runden das sportliche Geschehen im MediaPark ab.
Startgeld inbegriffen sind eine elektronische Zeitmessung, eine umfangreiche Zielverpflegung und ein erfrischendes Früh Sport, ein Online-Urkunden-Service mit persönlicher Laufzeit. Die Sieger erhalten hochwertige Sachpreise. Das offizielle Treppenlauf-Shirt kann bei der Anmeldung zum Preis von 16 Euro hinzugebucht werden.
Der KölnTurm Treppenlauf ist Mitglied von Towerrunning Germany. In der nationalen Serie werden über die gesamte Saison die besten Treppenläufer ermittelt.
DNF in Ost-Belgien
Um es kurz zu machen und vorweg zu nehmen: Ich musste den Trail-Lauf im deutschsprachigen Ost-Belgien leider vorzeitig, von heftigen Krämpfen geplagt, beenden. Selbst eine massive Drosselung der Laufgeschwindigkeit bis hinunter zum langsamen Wandern quittierten meine verschiedenen Beinmuskeln abwechselnd mit Krämpfen der feinsten Art. Trotzdem hat es diese Veranstaltung echt verdient in einem Bericht festgehalten zu werden.
Irgendwann im Frühjahr war ich mehr oder weniger durch Zufall auf diesen Trail-Run gestoßen und hatte ihn mir als mögliches kleines Highlight für diesen Sommer in den Kalender geschrieben. Die letztendliche Entscheidung, ob ich die Fahrt in die belgische Eifel antreten würde, fällte ich dann doch eher kurzfristig. Nach einer guten Stunde Fahrt traf ich am zentralen Dorfplatz in Schönberg – Gemeinde Sankt Vith – ein. Die Nachmeldung zum Schnäppchenpreis war eine Sache von Minuten und die Notrufnummer, die jeder Starter bei der Anmeldung ausgehändigt bekam, steckte ich beiläufig in meine Hosentasche.
Der Start um 16 Uhr erfolgte nach einer kurzen Ansprache in Deutsch und Französisch gemeinsam mit den Startern der 7 und 14 km Distanzen. Da mir 14 km für die weite Anfahrt zu kurz erschienen, hatte ich mich für den 37 km langen Trail entschieden. Nach rund drei km wurde es das erste Mal trailig und nach dem Überklettern von ein paar Weidezäunen führte der kaum erkennbare Weg durch ein sumpfiges Quellgebiet. Ich sank mit beiden Füssen bis zu den Knöcheln ein. Nasse Socken und schwere Schuhe und nur noch 33 km zu laufen…
Direkt nach der Sumpfpassage trennten sich die Strecken der kurzen und der langen Distanz und es wurde deutlich einsamer im Wald. Es ging abwechselnd über Trails und einsame Waldwege und ständig etwas rauf und runter. Bei Kilometer 12 erreichte ich eine Verpflegungsstelle. Hier sammelten sich die bis dahin versprengt laufenden Mitstreiter und wir machten uns in einer internationalen Vierer-Gruppe gemeinsam auf den weiteren Weg. Relativ flott ging es von hieran einige Kilometer leicht bergab. Danach folgten kurz hintereinander zwei Anstiege – unterbrochen von einem kurzen Downhill. Am Ende der zweiten Bergauf-Passage waren wir dann nur noch zu zweit. Ich lief mit meinem Begleiter bis zum Verpflegungspunkt bei Kilometer 22 und fühlte mich eigentlich noch gut. Das sollte aber nicht mehr lange so bleiben.
Ein steiles Gefällstück auf Asphalt ließ mich erstmals meine Muskeln spüren und der folgende lange Anstieg wurde von mir nur noch erwandert. Ich schleppte mich im Wechsel zwischen Laufen und Wandern bis zur Verpflegung bei km 30. Ich hatte die Hoffnung, dass ich nach einer Stärkung die letzten 7 km irgendwie noch packen könnte. Ich versuchte nun in der Ebene auf einem Waldweg endlich wieder einmal zu laufen, musste das Unterfangen jedoch wieder abrechen. Ich setzte mich auf einen Baumstamm und dachte nach ca. fünf Minuten Pause, zumindest etwas wandern zu können. Doch mir wurde mehr und mehr klar, dass ich es selbst so nicht mehr ins Ziel schaffen würde.
An der nächsten Kreuzung konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten und sprach den nächsten Läufer, der mich überholte an, ob er denn ein Mobiltelefon und die Notrufnummer des Veranstalters hätte. Zweiteres verneinte er. Beim nächsten Läufer hatte ich mehr Glück. Nach wenigen Minuten konnte ich das Geknatter eines Quads im Wald ausmachen. Beim ersten Anblick dieses Gefährts hatte ich allerdings Zweifel, wie ich in meinem Zustand auf die Sitzbank kommen sollte. Ganz langsam glückte auch diese Kletterpartie. Nach kurzer Fahrt wurde ich von Margot, der Mitveranstalterin, und ihrem Kollegen im Zielbereich in Empfang genommen.
Die beiden kümmerten sich rührend um mich und päppelten mich mit salziger Zielverpflegung, Wasser und Cola wieder auf. Nach ca. einer halben Stunde hatten mein Beinmuskeln ihre unkontrollierten Zuckungen eingestellt und Margot organisierte mir wieder das VIP –Shuttle- Quad um mich ca. 200 Meter weiter zum Duschen fahren zu lassen. Die warme Dusche wirkte Wunder. Danach konnte ich den Rückweg zum Zielgelände auf eigenen Füssen bewerkstelligen. Ich bedankte mich bei Margot und ihrem Team für die nette Betreuung und machte mich auf den Heimweg.
Über die Gründe für dieses massive Versagen meiner Laufwerkzeuge kann ich nur mutmaßen. Wahrscheinlich kamen hier einige Faktoren zusammen, die einen etwas vernünftigeren Menschen vielleicht vorher schon von einem Start bei einem Traillauf über 37 km und 1.000 Höhenmeter abgehalten hätten. Nun ja – nächstes Jahr auf ein Neues, denn die Strecke bietet eine gute Mischung aus Trails und Wanderwegen, ist selten zu steil zum Laufen und die Bachquerung bei km 36,5 km konnte ich dieses Jahr leider auch nicht genießen. Ach ja, sagte ich schon, dass das mein erstes DNF in meinem insgesamt zwölften Laufjahr war?
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Lights & Shadows
Porzer Sommerlauf: Hitze drückt auf die Zeiten
Dominik Fabianowski mit Doppelsieg über 5 und 10 km – Liz Roche souverän
Beim zweiten Start um 10 Uhr stiegen die Temperaturen am gestrigen Hitzesonntag gerade über die 25° Marke. Zudem steckten Dominik Fabianowski bereits seine 16:52 Minuten als Siegerzeit über die 5 km in den Beinen. Trotzdem siegte er bei der Traditionsveranstaltung in Leidenhausen auch auf der Langstrecke in 34:15 min. erneut mit großem Vorsprung vor Christian Müller (35:06) und Alexander Löhr (35:09). Im weiteren Zieleinlauf waren die steigenden Temperaturen allerdings schon an den Zeiten abzulesen. Lediglich Liz Roche blieb als Siegerin in 39:55 min. erstmals unter der 40er-Marke und verwies ihre Konkurrentinnen mit einem Riesen-Vorsprung auf die Plätze. Gleichzeitig übernahm sie mit nunmehr 997 Punkten auch die Führung im Time & Voice Lauf Cup. Norbert Schneider reichte ein 5. Platz mit einer Zeit von 37:32 min. zur Verteidigung derselben.
Insgesamt erreichten 205 Teilnehmer über 10 km sowie 74 über die 5 km das Ziel auf dem Parkplatz am Hirschgraben. Weiterhin 18 Kids über 1 km sowie 10 Nordic Walker ebenfalls über 5 km. Das Ganze im Rahmen eines eintägigen Hitze-Gastspiels bei der 27. Auflage des Klassikers von und mit Helmut Urbach und seinem Team.
Selfies wissenschaftlich betrachtet
Im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Universität Siegen beschäftigt sich Lydia Korte mit dem Phänomen „Selfies“. Sie möchte untersuchen, warum Menschen sich selbst fotografieren.
Täglich knipsen sich Millionen Menschen mit ihren Smartphones und stellen die Bilder ins Netz. Lydia Korte hat noch nie ein Selfie gepostet, sie mag sich selbst auf Fotos nicht besonders. Aber die 26-Jährige hat die digitalen Selbstporträts zum Thema ihrer Doktorarbeit im Bereich Medienästhetik an der Universität Siegen gemacht. „In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind Selfies total normal – fast jeder fotografiert sich selbst“, erklärt Korte: „In der öffentlichen Diskussion wird das ja häufig mit einem gewissen Narzissmus in Verbindung gebracht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass alle meine Freunde so selbstverliebt sind.“
Welche anderen Gründe gibt es also, Selfies zu schießen? Das möchte Lydia Korte in den kommenden sechs Jahren untersuchen. „Selfie-Kulturen“ lautet der Arbeitstitel ihrer Dissertation, die noch ganz am Anfang steht. Erst im April wurde sie offiziell angemeldet. Mit Selfies beschäftigt sich Korte allerdings schon länger: Schon in ihrer Master-Arbeit hat die damalige Medienkultur-Studentin Selfies analysiert und Interviews mit „Selfie-Takern“ (Menschen, die Selfies machen) geführt.
Dabei hat sie zum Beispiel herausgefunden, dass sich bei Weitem nicht nur junge Menschen mit ihren Smartphones ablichten. Zwar seien Selfies bei den 15- bis 30-Jährigen besonders beliebt, so Korte: „Aber auch ältere Menschen fotografieren sich selbst, zum Beispiel im Urlaub oder mit den Enkeln.“ Frauen machten dabei etwas häufiger Selfies als Männer – und ihre Posen auf den Fotos seien durchdachter: „Frauen fotografieren sich mehr von oben und sie neigen den Kopf in einem bestimmten Winkel, um jünger und schöner auszusehen“, so die Doktorandin. Männern sei es dagegen eher wichtig, auf den Selbstporträts dominant und stark zu wirken.
Wer glaubt, Lydia Korte würde für ihre Promotion den ganzen Tag Selfies betrachten und auswerten, irrt allerdings. Tatsächlich arbeitet sie in erster Linie theoretisch. Aktuell beschäftigt sie sich zum Beispiel mit Erinnerungstheorien, also der Frage: „Wie erinnern wir?“ Ihre These: Wir machen Selfies auch, um uns zu erinnern. Dabei gehe es weniger um das Foto selbst, erklärt Korte, sondern vielmehr um das Selfie-Taking, also den Akt des Fotografierens: „Unser Alltag ist so hektisch und so überladen mit Ereignissen und Informationen. Wenn wir einen bestimmten Moment erinnerungswürdig finden und in einem Selfie festhalten, dann bedeutet allein das Fotografieren schon ein gewisses Innehalten.“
Einen besonderen Augenblick festhalten – das geht über Selfies besonders gut, meint Korte: Durch die Nähe zwischen Kamera und Gesicht ließen sich auch die mit dem Moment verbundenen Emotionen einfangen und später besser erinnern. Außerdem stehe kein Fotograf dazwischen: „Selfies werden oft spontan gemacht, der Selfie-Taker kann den Prozess selbst steuern und den Moment in seiner Unmittelbarkeit festhalten.“
Selfies werden aber auch genutzt, um Erinnerungen zu teilen, so die 26-jährige: „Aus dem Urlaub verschicken viele Menschen inzwischen eher ein Selfie, als eine Postkarte. Man schreibt nicht mehr ,Hier ist es schön, das Wetter ist super und mir geht‘s gut‘. Man schickt einfach ein Bild von sich, im Sonnenschein, vor toller Kulisse und jeder weiß Bescheid.“ Diese visuelle Art der Kommunikation sei besonders bei jungen Menschen beliebt, sagt Lydia Korte. 15- bis 20-Jährige würden heute eher Bilder versenden, als Texte zu tippen. Das zeigt sich auch in der Nutzung sozialer Medien: Viele Teenager sind mittlerweile mehr auf Instagram unterwegs, als bei Facebook. Auf der Foto-Plattform werden die meisten Selfies gepostet.
Warum Menschen Selfies machen und was sie mit ihnen anstellen – das kann sich bis 2021, wenn Lydia Korte ihre Dissertation bei Doktorvater Prof. Dr. Peter Matussek einreichen will, natürlich noch ändern. Schließlich handelt es sich bei den digitalen Selbstporträts um ein relativ junges Phänomen. Begonnen hat der Trend mit dem Aufkommen sozialer Netzwerke, zu einer Massenbewegung ist er aber erst in den letzten Jahren geworden. Ihr sei bewusst, dass sie vermutlich immer wieder neue Aspekte mit einbeziehen, beziehungsweise Teile ihrer Arbeit nachträglich ändern muss, sagt die Doktorandin: „Aber gerade das macht es ja so spannend.“
Auf Interesse stößt die Forschung von Lydia Korte schon jetzt: Noch diesen Monat soll ihr erster Artikel in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.
Pressemitteilung der Universität Siegen
Die Rheinbahn gibt den Takt vor
Die Cologne Allblacks auf Abwegen beim Himmelgeister Brückenlauf in Düsseldorf
Endlich konnte ich meine Freunde von den Cologne Allblacks zu einem Lauf in Düsseldorf überreden. Vor 12 Jahren wurde der „Himmelgeister Brückenlauf“ im Rahmen der 1.100 Jahrfeier von Himmelgeist ins Leben gerufen. Der Lauf ist immer schon Monate vor dem Start ausgebucht. Verschwiegen hatte ich meinen Freunden zunächst, dass der Start schon um 8.00 Uhr in der Frühe erfolgt. Für Kölner Läufer eine Herausforderung. Aber in Anbetracht dessen, dass es im Juli auch schon mal um die 30 Grad werden kann, eine gute Entscheidung der Veranstalter vom LG Himmelgeist und Fortuna Düsseldorf.
Im Internet hatte man empfohlen, die Startunterlagen schon tags zuvor abzuholen. Bei fast 1.000 Teilnehmern eine gute Idee. Und so machte ich mich, da ich sowieso schon in Düsseldorf war, auf den Weg in den beschaulichen südlichen Stadtteil Himmelgeist. Normalerweise ist es dort eher ruhig und gemütlich, aber einmal im Jahr platzt Himmelgeist aus allen Nähten. Mich erwartete eine sehr familiäre Atmosphäre mit vielen netten Gesprächen.
Das Starterbüro befand sich in einem Hinterhof. Im Brauhaus nebenan gab es auf der Kegelbahn die Möglichkeit der Taschenabgabe. Dort fand nach dem Lauf die After Run Party statt.
Am nächsten Morgen trafen wir uns ein wenig müde, aber voller Erwartung um 7.00 Uhr im Startbereich. Es wurde geraten, auf einem der Uni Parkplätze zu parken, um dann mit dem Linienbus direkt zum Startpunkt zu fahren. Wenn man allerdings früh genug vor Ort ist, findet man meistens noch einen Platz in den Seitenstraßen.
Wir hatten Glück mit dem Wetter. Das Thermometer zeigte 16 Grad. Es war bewölkt. Perfektes Läuferwetter!
Kult ist, dass der Linienbus kurz vor dem Start auf der nicht abgesperrten Straße an den Läufern vorbeifährt. Punkt 8.00 Uhr wurde unter lautem Beifall der fast 1.000 Starter der Linienbus durchgewunken. Der Busfahrer forderte noch eine Laola Welle. Wir waren beeindruckt. Dann ging es auf die Strecke.
Die Halbmarathonstrecke verläuft sowohl über Düsseldorfer als auch über Neusser Stadtgebiet. Ein flacher asphaltierter Rundlauf. Von Himmelgeist geht es zunächst rechtsrheinisch über die Fleher Brücke, dann linksrheinisch über Neuss Grimmlinghausen bis zur Südbrücke, und nach der Überquerung über Volmerswerth wieder zurück nach Himmelgeist.
Alle 2,5 km wurde uns von vielen lieben Helfern Wasser und in der 2. Hälfte auch Cola und Bananen gereicht. Man sah viele Frühaufsteher, die uns unterwegs anfeuerten. Jeder Kilometer war ausgeschildert, Absperrungen gab es kaum auf der gesamten Strecke, und trotzdem gab es kein Chaos auf den Straßen. Die Autofahrer warteten einfach geduldig auf eine Lücke. Die Helfer hatten alles gut im Griff.
Ich lag gut in der Zeit. In der zweiten Hälfte konnte ich sogar noch zulegen, und so lief ich dann nach 1:47:43 Stunden ins Ziel. Auch die anderen Allblacks – Frank, Christoph, Reinhard und Lydia – waren mit ihren Zeiten zufrieden. Nach alkoholfreiem Bier, leckeren Müsliriegeln und Bananen im Zielbereich freuten wir uns auf die After Run Party mit Tombola und Siegerehrung. Ein lohnenswerter Ausflug in die schöne Landeshauptstadt. Im nächsten Jahr sind wir bestimmt wieder dabei.
Der Tag begann mit einem schönen Lauf in Düsseldorf und wurde von einem Kölner kurz vor Mitternacht mit einem Torschuss ins Halbfinale beendet. Besser geht´s nicht.
City Run Münster mit Silke Schäpers und Dirk Heuschen
Rene Grass gewinnt Sülztaler Dom-Lauf
Die anhaltenden Niederschläge erschwerten insbesondere am vergangenen Wochenende die Bedingungen für die Rhein-Berg Runners auf den Laufstrecken.
Bei der 10. Auflage des ZfS-Münster-City-Run gingen 444 Aktive auf die Strecke durch die Münsteraner Innenstadt mit Start und Ziel am Prinzipalmarkt. Beim Hauptlauf des City Run Münster sind 5 Runden ‘a 2 KM auf flacher Strecke zu absolvieren. Bei angenehmen Temperaturen um 17 Grad und wenig Wind spielte das Wetter zum Start des Hauptlaufes mit, die vorherigen Regenschauer sorgten jedoch auf dem Kopfsteinpflaster-Parcours für erhöhte Rutschgefahr.
Für Arthur Ralenovsky bedeutete dieser Umstand leider das frühe Aus. Bereits nach 500 Metern rutschte Ralenovsky aus und konnte nach dem Sturz das Rennen nicht fortsetzen. Mit einer Jahresbestzeit von 32:43 Minuten in der Tasche, hätte Ralenovsky dem späteren Sieger David Schönherr von der LSF Münster (32:45 Minuten) als Einziger Paroli bieten können.
Die Plätze 2 und 3 wurden bereits mit 34er Zeiten belegt.
Für seinen Vereinskollegen Dirk Heuschen bedeutete dieser Sturz einen Zeitverlust, da er stoppte um sich nach dem Wohlergehen seines Kollegen zu erkundigen. Nach der Wiederaufnahme des Rennens arbeitete Heuschen sich Stück für Stück wieder nach vorne und blieb mit einer Nettozeit von 37:16 Minuten nur 23 Sekunden über seiner Jahresbestzeit. Neben Gesamtplatz 13 gewann Heuschen mit 30 Sekunden Vorsprung deutlich seine Altersklasse.
Silke Schäpers konnte in einem stark besetzten Frauenfeld hinter Chistl Dörschl und Ramona Wied von der SG Wenden, sowie Sandra Lüring von der LSF Münster mit Rang 4 in einer Zeit von 38:47 Minuten eine tolle Platzierung für die Rhein-Berg Runners erreichen. Von 110 Frauen im Teilnehmerfeld schafften es lediglich sechs unter der 40-Minuten Marke zu bleiben. In der Altersklassenwertung belegte Schäpers Rang zwei mit 26 Sekunden Rückstand auf Ramona Wied.
Im heimischen Overath-Immekeppel nahm Rene Grass an der 7. Auflage des von seinem ehemaligen Fussballverein „TuS Immekeppel“ organisierten Sülztaler Dom-Laufes teil und hatte dort ebenfalls mit erschwerten Laufbedingungen zu tun. Ein Streckenabschnitt des vier mal zu laufenden 2,5 km-Rundkurses führte über einen Wanderweg, der durch den Dauerregen der Vortage stark aufgeweicht und kaum in normalem Maße zu laufen war. Die Zielzeit von 39:09 Minuten reichte dennoch zu Gesamtplatz 1. Vereinskollege Björn Müller belegte mit 46:42 Minuten Rang 6.
Pressemitteilung von Rene Grass
TV Refrath running aktuell: Bahnläufe in Bedburg & Euskirchen
André Rinke kratzt im ersten 800 Meter Lauf an der Zwei-Minuten-Grenze
Kleine Sportfeste sind für Langstreckler oft ideal, um die Grundschnelligkeit auf den Unterdistanzen zu testen. Beim Läufertag in Bedburg stand André Rinke vom TV Refrath running team zum ersten Mal über 800 Meter an der Startlinie. Von Beginn an reihte sich der 25jährige Student hinter zwei junge Lauftalenten von der TSV Bayer Leverkusen ein und hatte Glück, dass die Lücke nicht zu groß wurde. Nach einer 60er Auftaktrunde konnte er sein Tempo überraschenderweise fast halten und lieferte nach 2:02,58 min. einen fantastischen Einstand auf der doppelten Stadionrunde. „Das war zwar sehr sehr hart, aber es hat richtig Spaß gemacht“ so der Bergisch Gladbacher überglücklich.
Torben Kirchner allein gegen die Uhr unter neun Minuten
Einen Start-Ziel-Sieg holte sich Torben Kirchner im 3.000 Meter-Rennen. Seine Siegerzeit von 8:59,18 min. ist bemerkenswert, da der Polizist komplett alleine gegen die Uhr mit einer 68er Schlussrunde nur eine Sekunde über der persönlichen Bestzeit blieb. „Im August soll es dann bei der Bergisch Gladbacher Bahnlaufserie noch ein gutes Stück schneller werden“, hofft TVR-Coach Jochen Baumhof. Mit 11:18,47 min. gab Markus Heisig seinen Saisoneinstand auf der Bahn. Karin Meuser lief mit 2:44,50 min. über 800 m einen Härtetest für die Senioren-DM nächste Woche.
Kein optimaler Rennverlauf für André Rinke und Sebastian Müller
Die Marschroute war auf sub 4:10 min. im 1.500 Meter A-Lauf beim 1. Euskirchener Laufabend ausgerichtet. Doch die beiden Refrather André Rinke und Sebastian Müller waren mit ihren Meldezeiten so gerade in den A-Lauf gerutscht. Der Nachteil: das Anfangstempo war zu hoch. So fehlten den beiden TVRlern die Körner in der zweiten Rennhälfte. André Rinke überholte auf der Zielgeraden noch den Kölner Max Kreitner von TuS rrh. (4:15,19) und verbesserte seine persönliche Bestzeit als 9. trotzdem um vier Sekunden auf 4:14,89 Minuten. Den 11. Platz belegte Sebastian Müller in 4:17,58 min. Neue Jahresbestzeit lief Heiko Wilmes in 4:44,59 min. als Zweiter des B-Laufes.
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Vormerken: 1. GVG Abendlauf in Bergheim
„Gemeinsam in das Wochenende starten und den Sonnenuntergang genießen“ – so lautet das Motto des neuen GVG Abendlauf in Bergheim. Am 2. September 2016 treffen sich die regionalen Laufsportler zum ersten Mal in der Kreisstadt zum Kräftemessen. Beim Run durch die Heimatstadt von Fußballstar Lukas Podolski geht es durch die Fußgängerzone und Bergheims Wahrzeichen, dem Aachener Tor, am Kreishaus vorbei entlang der Erft und wieder zurück zum Start- und Zielbereich am Medio.Rhein.Erft. Ziel des neuen Events ist es, aus Bergheim eine Läuferstadt zu machen und den Abendlauf im Kalender der regionalen Cityläufe zu etablieren.
Das Konzept – 3 Läufe – 1 Start
Alle Aktiven werden am 2. September gemeinsam starten und auf den 3,3 km-Rundkurs gehen. Freizeit- und Breitensportler, Kinder und Leistungsläufer – alle zusammen. Jeder Teilnehmer kann spontan entscheiden, wie viele Runden er laufen möchten und wahlweise nach 3,3, 6,6 oder zehn Kilometern ins Ziel laufen. Am Ende gibt es für jede Streckenlänge eine separate Wertung. Dabei ist die 10-Kilometer-Distanz offiziell vermessen. Die Wertung des Schülerlaufs erfolgt automatisch nach der ersten Runde.
Der Premieren-Startschuss des GVG Abendlauf Bergheim fällt beim 600 Meter langen Bambinilauf um 18.30 Uhr im Start- und Zielbereich in der Fußgängerzone. Um 19.00 Uhr gehen dann die Teilnehmer der drei Haupt-Distanzen an den Start.















