Kristallmarathon: Dieser Weg wird kein leichter sein…
Auf der Suche nach einem Marathon zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr kann ich diesen Abenteuer-Parcours nur empfehlen. Zum 9. Mal wurde im thüringischen Merkers der Untertagemarathon angeboten, der letzte seiner Art, nachdem in Sondershausen ‚Schicht im Schacht’ ist, weil der Abbau zu nahe an die Laufstrecke rückte. Wie 2012 erfolgreich getestet übernachteten wir wieder in der Jugendherberge Bad Hersfeld und fuhren am Sonntagmorgen die restlichen 35 km nach Merkers. (Hier verweise ich auf meinen Bericht aus 2012).
Vor dem Eingang des Salzbergwerkes hatte sich bereits eine Schlange gebildet, in der 10km-Läufer gemeinsam mit Halbmarathonis und Marathonläufern geduldig in der winterlichen Kälte ausharrten, bis sich herausstellte, dass zunächst drinnen in einem separaten Raum die Startnummer abzuholen war. Anschließend musste man sich erneut nach draußen begeben und in besagter Schlange einreihen, bis man schließlich wieder ins Warme vorrücken konnte, dann samt Startnummer im PC erfasst wurde und den Transponder der Firma Sportident in Empfang nahmen durfte.
Anschließend ging es allerdings recht zügig und ohne Schlange stehen weiter: Mit dem obligatorischen Helm auf dem Kopf fuhren wir im zweistöckigen Fahrkorb 90 Sekunden lang 550 Meter nach unten, wo uns eine angenehme Wärme empfing: von 0° auf 21° – ein sehr angenehmer ’Klimawandel’! Nach dem Ausstieg mussten wir kurz in einem Raum vor einer Stahltür warten, die wohl als eine Art Schleuse diente. Dann wurde die Tür geöffnet, und wir marschierten zu den bereit stehenden gelben LKWs, die unten an den Förderkorb gehängt vor Zeiten hierher gelangt waren. Auf der offenen Ladefläche ging es in rasanter Fahrt immer tiefer in den Stollen hinein. Ein kurzer Fußmarsch, dann war man in der großen Halle, dem so genannten ’Großbunker’ angelangt, wo viel Betrieb herrschte. Mit Mühe gelang es mir, noch einen freien Stuhl zu ergattern.
Die 10km-Läufer waren bereits auf der Strecke, da sie schon um 10:00 Uhr gestartet waren, und liefen unter Applaus außen an den Stuhlreihen vorbei. Jetzt machten sich die Halbmarathonis und Marathonis fertig. Das Limit von insgesamt 500 Anmeldungen war schon am 17.12.2014 erreicht worden.
Um 11:00 Uhr zählten wir gemeinsam runter, und los ging es auf die erste von insgesamt 13 Runden, jede davon 3,25 km lang. Nach 2:45 h musste man die 7. Runde vollendet haben, sonst wurde man ’aus dem Verkehr gezogen’ und für den Halbmarathon gewertet.
Nach 70m in der Halle bogen wir links in den Stollen ab, vorbei an der ersten Verpflegungsstelle, und es erwartete uns eine Steigung, die diesen Namen auch verdiente. Ich gebe gerne zu, dass ich sie mit fortgeschrittener Rundenzahl nur noch walkte, da ich nach einem gerade überstandenen grippalen Infekt noch nicht voll belastbar war. Insgesamt waren 750 Höhenmeter zu meistern, pro Runde also knapp 60 m rauf und 60 m runter.
Es folgten einige leichte Kurven, dann kamen wir nach ca. 800 m zu einer Begegnungsstelle. Unermüdlich feuerten uns Ordner mit Rasseln und Kuhglocke an. Auf der linken Seite der Absperrung sah man die schnelleren Läufer, die ihre Runde schon fast beendet hatten. Wir nahmen eine scharfe Rechtskurve, liefen an Toiletten vorbei leicht abwärts, dann nach links und wieder bergauf. Kurz vor der Hälfte der ersten Runde kam die zweite Verpflegungsstelle.
Aufgrund des Salzgesteins herrschte eine Luftfeuchtigkeit von nur 20% – 30%, da dehydriert man schnell. So nahm ich jede Gelegenheit wahr, Wasser und später auch Cola zu mir zu nehmen.
Die 2. Verpflegungsstelle war mit lilafarbigen flackernden Diskolicht ausgestattet – ein hübscher Gag! Eine Linkskurve, dann eine 90° Rechtskurve, und es begann meine Lieblingsstrecke: Ca. 700m schnurgerade und stetig leicht ansteigend, dazu leichte Zugluft, die ich als sehr angenehm empfand. Unter dem aus gutem Grund sehr fest sitzenden Helm fing man schnell an zu schwitzen. Am Ende der Geraden folgte eine scharfe Spitzkehre nach links, hinter der es mit 15 % Gefälle steil bergab ging. In jeder Runde stellte sich die gleiche Frage: Vorsichtig ’mit gebremstem Schaum’ runter laufen oder mutig mit großen Schritten ’rollen lassen’? Am Trittschall konnte ich erkennen, wofür sich die Läufer hinter mir entschieden hatten. Da der Boden hart und vor allem uneben war, musste das Sturzrisiko einkalkuliert werden. Jedenfalls konnte ich an dieser Gefällstrecke etwas Zeit wieder gut machen, die ich bergauf verloren hatte.
Die Begegnungsstelle wurde wieder passiert, noch einige zum Teil uneinsehbare Kurven und eine wellige Strecke, dann liefen wir bergab, dem grün leuchtenden ’Maul’ der Halle entgegen. Eine kurze Steigung kurz vorher, dann links hinein in die Halle, mit Schwung ein kurzes Stück leicht bergab – und man passierte den elektronischen Rundenzähler. Name, Verein, aktuelle Platzierung sowie die noch zu laufende Rundenzahl waren für den jeweiligen Läufer auf einem Bildschirm sowie für die Zuschauer auf einer Projektionswand zu sehen. Die jeweils letzten Runden wurden persönlich angesagt – eine nette Geste!
Nach 100 m in der Halle, vorbei an freundlich applaudierenden Zuschauern ging es auf die nächste Runde, an deren Beginn wieder die Verpflegungsstelle wartete. Hier gab es nicht nur Getränke, sondern auch Schmalzbrote, Salzgürkchen, Bananen- und Apfelstücke, Rosinen und (sehr lecker) Wassermelonenstücke. Zwei Verpflegungsstellen auf 3,25 km – ein Luxus!
War es auf der ersten Runde noch recht eng im dichten Läuferfeld, hatte sich das Feld später weit auseinander gezogen. Die Stollen waren unterschiedlich stark ausgeleuchtet, und zunächst reichte mir an den dämmrigen Stellen das Licht der Stirnlampe anderer Läufer. Nachdem die Halbmarathonis uns nach der 7. Runde verlassen hatten, wurde es allerdings zunehmend einsamer und dunkler im Stollen, und auch ich machte von meiner Stirnlampe Gebrauch. Für den Fall, dass es zu einem Stromausfall kommen würde, war das Mitführen einer Lampe laut Ausschreibung Pflicht.
Runde um Runde spulte ich ab – allerdings aufgrund der welligen Streckenführung in ständig wechselndem Tempo. Langweilig wurde es nie, da die einzelnen ’Höhepunkte’: Halle, 1. Verpflegungsstelle, Begegnungspunkt, Wendepunkt, 2. Verpflegungsstelle in dichtem Abstand auf einander folgten und zunächst immer wieder mir bekannte Halbmarathonläufer mich beim Überrunden anfeuerten. Schließlich hatte ich die 13. Runde der Achterbahn erfolgreich beendet und lief nach 42,25 km ins Ziel vor der Bühne, wo mir die Medaille in Form einer Fahrmarke umgehangen und gratuliert wurde. Auch erhielt ich einen Sofortausdruck meiner Rundenzeiten und entsprechender Statistik in die Hand gedrückt. Meine Zielzeit möchte ich lieber verschweigen, aber immerhin hatte ich trotz einer Rest-Erkältung meinen 60. Marathon erfolgreich beendet. Hier eine PB zu laufen, hatte aufgrund des hügeligen und kurvenreichen Parcours ohnehin keiner erwartet.
Es siegten Sandra Warweg in 3:35:32 h sowie Martin Nymann in 2:57:03 h.
Aus irgendeinem Grund war der Urkundendruck ausgefallen. Hierfür entschuldigte sich der Veranstalter später in einer persönlichen Mail, in der die Urkunde als PDF-Datei angehangen war. Ich stärkte mich mit einem Würstchen, das es auf den ausgehändigten Gratisbon gab, und bald darauf gelangte ich auf dem oben geschilderten Weg in umgekehrter Reihenfolge wieder ans Tageslicht. Dort konnte man noch duschen, bevor wir den Heimweg antraten.
TV Refrath mit Medaillen-Chancen bei Hallen-DM in Erfurt
Daniel Schmidt und Andreas Keil-Forneck starten mit 40 weiteren TVRler beim Bayerlauf
Die Stadt Erfurt war für die Bahnspezialisten vom TV Refrath running team schon oft Stätte des Erfolgs. Auch am kommenden Wochenende geht es wieder nach Thüringen zu den Deutschen Meisterschaften der Senioren in der Halle. Gelaufen wird auf einer 200 m Rundbahn mit Kurvenerhöhung. Die Luft ist viel trockener und die Renntaktik durch die engeren Kurven und kürzern Geraden anders als im Freiluft-Stadion. Die Konkurrenz, besonders aus Bayern und Baden-Württemberg ist in allen Altersklassen sehr stark. Für den TVR ist Antje Wietscher als 3000 Meter Titelverteidigerin in der W55 gemeldet. Die Leichlingerin startet aber auch über die für sie sehr kurze Mittelstrecke über 800 m. Beide Wettkämpfe sind für sie am Samstag.
Auch der vielfacher Deutsche Meister Karl-Heinz König ist über 400 und 800 Meter dabei. Doch der 66jährige wäre nach einer schweren Grippe und dem Trainingsrückstand diesmal schon froh über eine Bronzemedaille. In den beiden Hallenrennen machte Ulrich Buchmüller einen sehr starken Eindruck bei seinem Comeback in der AK M55. Er gehört mit seiner Form über 800 m als auch im 3000 m Lauf durchaus zum erweiterten Feld der Medaillenkandidaten. „Uli kann inzwischen sehr gut taktisch laufen und abwarten. Das war nicht immer so“ hofft TVR-Coach Jochen Baumhof auf ein nicht allzu hohes Anfangstempo. Karin Meuser (400 + 800 m) als auch Sigrid Zündorf (800 m) haben die DM-Qualis geschafft und starten in der W45 bzw. W50.
TVR mit Großaufgebot bei „Rund um das Bayerkreuz“ in Leverkusen
Jochen Baumhof, der nachts zuvor aus Erfurt zurückkommt, darf am nächsten Morgen wieder ran. Er hat insgesamt 42 Aktive für den ersten Frühjahrsklassiker der Straßenlauf-Saison gemeldet: sieben über 5 km und 35 über die 10 km Distanz. Auch die beiden Topläufer Andreas Keil-Forneck und Daniel Schmidt sind gemeldet. Beide peilen sie bei guten Bedingungen eine 31er Zeit im hochklassigen Starterfeld an. Die beiden Talente David Ranftler (weilt in Argentinien) und Torben Kirchner (Deutschen Polizeimeisterschaften) sind nicht am Start. Dafür aber Neuzugang Sebastian Müller und der immer schneller laufende André Rinke. Von den elf TVR-Läuferinnen sind Alexandra Tiegel und Caroline Hardt die Schnellsten mit Kurs 40 Minuten.
Links: Erfurt und Leverkusen
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Nächtlicher Filmtipp: Der Räuber
Laufen als Obsession und – ganz wichtig und filmisch singulär – fast einziger Lebensinhalt. Neben dem Bankraub und den damit verbundenen Gefahren. In Benjamin Heisenbergs Film Der Räuber geht es um Geschwindigkeit. Ein läuferisch enorm veranlagter Einzelgänger und erwischter versuchter Bankräuber läuft selbst im Gefängnis bis zur Obsession und trainiert sich eine beachtliche Form an. Diese nutzt er – wieder in Freiheit – zu erneuten und dieses Mal erfolgreichen Raubzügen sowie nicht nur nebenbei hervorragenden Marathon-Läufen.
Und das ist das Problem. Der Erfolg in seinen „Metiers“ ist augenscheinlich sein einziger Lebensinhalt. Und seine einzige Triebfeder, obwohl er das erbeutete Geld offensichtlich noch nicht einmal (mit Genuss?) ausgibt. Trotz der vielen erfolgreichen Raubzüge nebst Siegen und guten Platzierungen bei überregionalen Laufveranstaltungen (u.a. Wien Marathon) findet er partout nicht in ein halbwegs „normales“ Leben zurück. Die perfekt choreographierten Laufsequenzen machen neben den mit fast dokumentarischer Konsequenz festgehaltenen Raubüberfällen dabei den Reiz dieses quasi an der Geschwindigkeit schwelgenden Films aus.
Die guten Darsteller – allen voran Andreas Lust als getriebener und überaus authentischer Hauptakteur – setzen dem Film weitere Glanzlichter auf. „Ich kann nicht anders – ich muss laufen und rauben“: Das Sujet war 2009 vielleicht noch etwas sperrig, mittlerweile könnte man es fast dem Mainstream zurechnen. Die vielen perfekten und immer der Handlung sowie der Sichtweise des an der „normalen“ Gesellschaft gescheiterten „Helden“ verpflichteten Einstellungen (die absolute läuferische Flucht nach einem Überfall in der Wiener Innenstadt) spiegeln perfekt sowohl den sportlichen Perfektionswillen als parallel auch den Niedergang eines desillusionierten Außenseiters wider – zeitlich nicht unbedingt überraschend beinahe parallel zum Auftauchen und unmittelbaren Verschwinden der sportlichen bzw. läuferisch relevanten Blog-Landschaft. Ein spannender Film und darüber hinaus eine sehr interessante Allegorie über das Leben ohne – und das Laufen ohne Sinn.
Sendetermin: ZDF, diese Nacht 00:35 Uhr
Videostream bis 2. März hier.
Foto: Verleih
Kniffliger Fall für Kommissar Overbeck
Roland Jankowsky alias Kommissar Overbeck bzw. Ermittler in der bekannten Detektiv- und Krimiserie „Wilsberg“ fahndete gestern während der 10 km von Porz nach „Carsten Schmidt“, laut Vormeldeeintrag und Ergebnisliste in 32:17 min. schnellster Läufer über die 10 km-Distanz am dritten Tag der Porzer Winterlaufserie. Vom Start weg hatte er allerdings zunächst keine Chance, den Betreffenden zu ermitteln, doch nach der Hälfte des Rennens wurde langsam klar: Es muss und kann nur der schnelle Mann an der Spitze sein.
Helmut Urbach und sein Team hatten den gebürtigen Leverkusener also mit einem wirklich schwierigen Fall betraut, den auch Experten und Besucher in Leidenhausen zunächst nicht aufzudecken vermochten. Doch nach 44:18 min. konnte der flotte Kommissar das Top-Phantom Carsten Schmidt gerade noch im Zielbereich stellen und eindeutig als Daniel Schmidt vom TV Refrath identifizieren. Fall gelöst. Und das endlich einmal ganz ohne und vor allem viel schneller als der gute Wilsberg.
Alle Ergebnisse und Zwischenstand Time & Voice Lauf Cup Köln/Fotos von Eventfotografie 24
Foto: Gabi Zange
Daniel Schmidt: Sieg über 10 km in 32:17 min.
Den letzten Tag der Porzer Winterlaufserie nutzten wieder einige Langstreckler als Formtest.
So auch Daniel Schmidt. Der Remscheider ist jetzt im dritten Jahr Leistungsträger im TVR. Im Alleingang vorneweg gewann er die 10 km konkurrenzlos in guten 32:17 min. vor Thomas Westerhausen (34:57/LAZ Puma Rhein-Sieg) und Heiko Lewanzik (34:58/Trispeed Marienfeld). Zufrieden über verbesserte Zeiten waren auch Frederik Hartmann (M40/40:47), André Eßer (M35/41:21) und Claudia Feige (W40/49:48 min).
Auf der 5 km Distanz liefen Stephan McGuire (3. M40/19:07), Ramsi Mekkioui (4. M40/19:23), Jola Basinski (1 .W40/21:40) sowie Julia Scheckenbach (W20/25:59 min). Stefan Wörsdörfer war im Halbmarathon über 21,1 km mit 1:47:24 Stunden flotter als in den letzten Jahren im Ziel.
Alle Ergebnisse inklusive Zwischenstand Time & Voice Lauf Cup Köln
Pressemitteilung von Jochen Baumhof
Countdown: 34. Straßenlauf Rund um das Bayerkreuz
Am 1. März finden nationale und internationale Spitzenläufer, aber auch Laufanfänger, Hobbyläufer und Tierfreunde ein passendes Angebot, um sportlich aktiv zu werden. Für Kurzentschlossene: Nachmeldungen werden noch am Veranstaltungstag angenommen!
Die letzten Tage sind gezählt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Auch 2015 steht der Lauf „Rund um das Bayer-Kreuz“ im Terminplan der nationalen und internationalen Lauf-Elite. So hat unter anderem die Streckenrekord-Halterin Sabrina Mockenhaupt ihren Start angekündigt. Doch auch der ambitionierte „Hobbyläufer“ findet ein für ihn passendes Angebot.
In den Tag gestartet wird traditionell mit dem 1 Kilometer Schnupperlauf. Um 9:30 Uhr werden alle Kinder bis einschließlich Jahrgang 2002 auf den Weg zu ersten Lauferfahrungen geschickt. Doch es muss nicht immer Laufen sein. Auch der „Walker“ bekommt in diesem Jahr erstmalig die Gelegenheit, seine Grenzen auszutesten. Zusammen mit dem Schnupperlauf begeben sich alle Walker (ohne Stöcke) auf die 5-Kilometer-Distanz.
Um 10:30 Uhr geht es schon weiter – der erste bestenlistenfähige Lauf steht auf dem Zeitplan. Für den 5-Kilometer-Lauf treffen sich alle Altersklassen an der Startlinie. Sobald sie im Ziel sind, wartet auch schon das erste kleine Highlight auf die Zuschauer: Der mittlerweile legendäre 6-Pfoten-Lauf! „Herrchen“ und „Frauchen“ powern sich um 11:15 Uhr gemeinsam mit ihren Freunden auf vier Pfoten über 2,5 Kilometer aus.
Bevor die Lauf-Cracks um 13:00 Uhr auf die 10-Kilometer-Strecke geschickt werden, starten die Läufer mit einer Bestzeit von 40:00 Minuten bis 49:59 Minuten um 11:45 Uhr. Um 14:00 Uhr starten die Staffelläufer. Hier hat jedes Mitglied eine große Runde (2,5 Kilometer) zu absolvieren. Den Abschluss des Tages bilden die 10-Kilometer-Läufer mit Bestzeiten von 50:00 Minuten bis 70:00 Minuten. Um 15:00 Uhr fällt für sie der Startschuss.
„Im letzten Jahr haben wir mit über 2.600 Läuferinnen und Läufern einen Teilnehmerrekord gefeiert. Auch 2015 freuen wir uns auf das Laufereignis der Region mit vielen Sportlern, die sich entweder auf die Leichtathletik-Saison vorbereiten oder einfach einen schönen Tag mit sportlicher Aktivität verbringen möchten. Wir hoffen auf einen wohlgesonnen Wettergott, tolle Läufe und viele glückliche Gesichter“, erklärt der Geschäftsführer der TSV-Leichtathletikabteilung Paul Heinz Wellmann.
Offizielle Meldungen werden noch bis zum 23. Februar (online) bzw. bis zum 24. Februar (per Mail) angenommen. Doch auch Kurzentschlossene haben noch am Veranstaltungstag die Möglichkeit, sich einen Start zu sichern. Nachmeldungen können zudem am 28. Februar zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr im großen Zelt im Start- und Zielbereich abgegeben werden.
Alle weiteren Informationen siehe Ausschreibung und Anmeldung
Foto: Justus Scharnagel
9. Kristallmarathon im Erlebnis Bergwerk Merkers
Ein unvergleichliches Erlebnis. Laufen unter Tage bei 21° und damit ziemlich schweißtreibend. Das ist der 9. Kristall Marathon im Erlebnisbergwerk Merkers. Der Triathlonverein Barchfeld richtet unmittelbar nach Karneval diesen faszinierenden Wettkampf aus, an dem Verena bereits zum zweiten Mal teilnehmen wird. Damit ist ein hautnaher Bericht so gut wie garantiert.
Foto: Marc Tirl
Wieviel kostet ein DKV-Mannschaftslauf?
Und wieder stirbt eine Kölner Lauf-Institution einen langsamen Tod. Obwohl es aufgrund der bekannten Hintergrundinfos bzgl. ERGO-Konzernumbau bereits 2013 absehbar war, dass der DKV Mannschaftslauf im Zuge des angekündigten Rückzugs des bisherigen Hauptsponsors DKV Krankenversicherung nach der 34. Auflage 2014 ausläuft und ohne neuen Investor keine Chance für eine Durchführung in 2015 besteht, wurde dieser Sachverhalt durch die „Läufergemeinde“ zunächst verdrängt und am Ende schlichtweg ignoriert. So findet diese im wahrsten Sinne des Wortes solidarische Veranstaltung vorerst nicht mehr statt. Aus dem „vorerst“ wird jedoch schnell ein „endgültig“, wenn – wie es wohl zu erwarten ist – die vermarktenden Agenturen es nicht schaffen, eine neue und sichere Geldquelle zu erschließen.
Wo soll diese aber so „urplötzlich“ herkommen, zukünftig sprudeln und wieviel Geld muss diese letztlich bereitstellen, damit unter neuer Flagge für den guten Zweck weiter gemeinsam gelaufen werden kann. Aktuell wird über die bekannten Internet-Portale nur mehr oder weniger pflichtbewusst die eigentlich seit langem sichere Absage vermeldet. Ursachenforschung findet nicht und sicher auch zukünftig nur begrenzt statt. Das ist recht armselig. Der Kinderschutzbund Köln war bisher völlig zurecht der Nutznießer der Veranstaltung und konnte in jedem Jahr der Unterstützung je nach Gesamtteilnehmerzahl und der generierten Start- bzw. Spendengebühren bis zu 8.000 Euro für seine Zwecke entgegennehmen. Die Aufrechnung scheint nicht mehr zu funktionieren – für keinen Sponsor weit und breit.
Die Kosten der Durchführung stehen anscheinend nicht mehr im Verhältnis zum erwarteten Ertrag. Trotz des guten und weithin bekannten Namens der Veranstaltung. Sehr bedauerlich und in punkto „gelebte Solidarität“ ein Armutszeugnis für eine offensichtlich am Sponsoren-Tropf hängende Lauf-Landschaft in Köln sowie darüber hinaus. Der DKV-Mannschaftslauf mobilisierte über dreißig Jahre die Massen und war für alle Teilnehmer eine Selbstverständlichkeit. Damit ist es nun leider vorbei. Es sei denn, es finden sich einige Aktive, um am Veranstaltungstag zumindest einen „Protestlauf“ zu organisieren. Das wäre immerhin ein Aufbäumen der Szene und ein Hoffnungsschimmer für einen neuen Hauptsponsor oder welchen Geldgeber auch immer.
Sportliche Aktivität erhöht Beschäftigungschancen und Einkommen
Der Stellenwert sportlicher Fitness für die Überwindung von Arbeitslosigkeit wird vielfach unterschätzt. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass Sport neben der Gesundheit auch die kognitiven und nicht-kognitiven Fähigkeiten fördert – einschließlich sozialer Kompetenzen wie Teamwork, Selbstdisziplin, Ausdauer, Stressbewältigung und Selbstvertrauen. Für IZA World of Labor, eine Online-Plattform des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), hat Michael Lechner diesen Zusammenhang untersucht. Seine Analyse legt nahe, dass die Förderung sportlicher Betätigung als Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik die Wiederbeschäftigungschancen gerade von Langzeitarbeitslosen deutlich steigern könnte.
Mit der Sportausübung geht der Studie zufolge in aller Regel eine gesteigerte individuelle Leistungsbereitschaft und Produktivität einher. Bei Erwerbstätigen kann sich dies positiv auf den individuellen Erfolg am Arbeitsmarkt auswirken und zu Lohnsteigerungen zwischen vier und 17 Prozent führen. Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) für Deutschland belegen beispielsweise ein fünfprozentiges Einkommensplus für Männer, die mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv sind. Besonders wirksam sind Sportarten im Freien, doch auch Fitnesstraining zahlt sich aus.
Schon Kinder und Jugendliche profitieren vom Sport durch bessere schulische Leistungen und „Soft Skills“, die sich wiederum positiv auf die späteren Arbeitsmarktchancen auswirken. So zeigen SOEP-Daten ebenfalls, dass Frauen, die bereits als 15-Jährige regelmäßig Sport trieben, im Durchschnitt rund sechs Prozent mehr verdienen.
Aber auch Stellensuchende werden durch die Effekte sportlicher Aktivitäten mit höherer Wahrscheinlichkeit zu intensiveren Suchanstrengungen und selbstbewussterem Auftreten in Bewerbungsverfahren angeregt. Sport sollte dabei allerdings nicht den Zeiteinsatz für die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt oder eine Qualifizierung reduzieren, sondern eher „unproduktive“ Zeiten etwa vor dem Fernseher verringern.
„Die gezielte Förderung sportlicher Betätigung könnte als arbeitsmarktpolitische Maßnahme zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen, beispielsweise in Form von Laufgruppen oder Mannschaftsporttraining, durchaus sinnvoll sein“, erklärt Lechner. Auf diese Weise ließen sich die körperliche und geistige Fitness der freiwilligen Teilnehmer steigern sowie deren Teamgeist und Durchhaltevermögen fördern. „Das sind alles Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen“, so der Ökonom von der Universität St. Gallen.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) kooperiert auf diesem Gebiet seit einigen Jahren mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Ein „vielversprechender Ansatz“, findet Lechner. Evaluationsstudien müssten nun zeigen, welche konkreten Umsetzungen sich in der Praxis bewährt haben. Denn bislang gibt es zwar einzelne lokale Projekte, aber noch kein flächendeckendes Angebot.
Die englischsprachige Studie ist hier über IZA World of Labor abrufbar.
In einer Woche: Siegerehrung des PSD Bank Köln Lauf Cups 2014
In sieben Tagen ist es wieder so weit: Der PSD Bank Köln Lauf Cup feiert die 101 Finisher der großen Kölner Laufserie aus dem letzten Jahr, die mit dem Time & Voice Lauf Cup Köln mittlerweile sogar einen mehr als würdigen Nachfolger gefunden hat. Die Schnellsten, Liz Roche und Lukas Schommers, dürfen sich neben den Altersklassen-Siegern sowie natürlich allen erfolgreichen Teilnehmern im Brauhaus Kääzmanns in Bickendorf angemessen feiern lassen.
Wenn diese Siegerehrung stattfindet, ist die neue Kölner Laufserie mit drei gezeiteten Rennen über die unterschiedlichsten Distanzen im Rahmen der Porzer Winterlaufserie bereits mehr als erfolgreich gestartet und hat mit Dirk Breunung sogar einen ernsthaften Anwärter auf den Titel des schnellsten Kölner Läufers in 2015 hervorgebracht. Daher sollten wir einmal mehr innehalten und die tollen Leistungen aller Aktiven – gesamt, in den Altersklassen sowie als Mannschaft – an einem Abend von Läufern für Läufer entsprechend würdigen. Das Organisationsteam freut sich auf eine schöne Veranstaltung.
Fotos vom 20. Februar 2014 von Mike Fresenborg und Winfried Schommers bzw. Kai Engelhardt














