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Abendlauf

Stadtlauf GL: Aber nächstes Jahr wieder mit Sonne

Emzamzami Abid gewinnt 10 km-Hauptlauf bei der 22. Auflage des kultigen Bergisch Gladbacher Stadtlaufes

Zum 22. Mal seit 1996 hieß es am letzten Freitag mitten in der City von Bergisch Gladbach wieder die etwas ungenauen „10 km“ des Stadtlaufes zu absolvieren. Bei absolutem Mist-Wetter mit Regen-Einlagen von Anfang bis Ende – die die Läufer bis auf einige sich schwieriger gestaltende Streckenabschnitte größtenteils eher nicht störten – war doch trotzdem wie immer alles bereitet, um das Kultur- und Stadtfest standesgemäß beginnen zu lassen.

Vor allem Emzamzami Abid hatte sichtlich seinen Spaß, lief er doch leichten Schrittes z.B. auch die Steigung in der Laurentiusstr. und der Konkurrenz damit auf und davon. In 31:25 min. war er im Ziel von einem inoffiziellen Streckenrekord zwar weit entfernt, lag aber dennoch eine halbe Minute vor Simon Dahl.

Freundin Lisa Jaschke hatte es da einfacher und konnte sich in 38:20 min. locker gegen Liz Roche durchsetzen, die nach ihrem offiziellen 10 km-Rekord vom Kö-Lauf (39:53 min.) nach drei unorthodoxen Runden durch die mit Baustellen gespickte City der Kreisstadt in immerhin 39:34 min. auf dem Konrad-Adenauer-Platz einlief. Ein erneuter Beleg, dass der Parcours nur ein paar Meter zu kurz ist. Als Fazit überraschend ist nur die geringe Teilnehmerzahl von 470 Finishern im Hauptlauf, die mit Sicherheit nicht nur dem Wetter geschuldet ist.

Ergebnisse/Fotos

News

Beim Kö-Lauf erstmals unter 40 Minuten

Der Klassiker in Düsseldorf ist auch in seiner 30. Auflage immer noch gut für persönliche Bestzeiten

Der 10km Lauf war Teil des Deutschen Nachwuchslaufcups und so fanden sich viele schnelle junge Läuferinnnen am Start welche einen dynamischen Rennverlauf garantierten und sich später auch bei den vorderen Platzierungen wiederfanden. Am Ende des Rennens stand für Katja Hinze-Thüs ein 6. Platz bei 334 angetretenen Frauen zu Buche. Viel wichtiger aber war die erreichte Zeit. Nach einigen Anläufen klappte es endlich und nach 10 km stoppte die Uhr bei 39:54 Minuten und die magische 40er-Grenze war unterboten.

News

39:53 min. – Liz Roche läuft neue Bestzeit

Mit dem neuen, leicht eckigen 5 km Rundkurs beim 30. SWD Kö-Laufes in Düsseldorf hatte Liz Roche vom TV Refrath keine Probleme. Im Gegenteil, sie liebt die Abwechslung und konzentrierte sich auf Mitläufer und Streckenführung. Nach einem Radtrainingslager war sie sich etwas unsicher, wie schnell sie wieder laufen kann. Doch zu ihrer eigenen Überraschung fühlte sie sich bei der 5 km Marke (19:52) noch richtig gut. Mit gleichmäßigem Tempo lief sie der Königsallee entgegen und war zwei Sekunden schneller als im Vorjahr, als sie erstmals unter 40 Minuten blieb. Als Fünfte im Gesamteinlauf und Siegerin der W40 verbesserte sich die Irin auf starke 39:53 min. und war einfach nur glücklich. Aber auch Doris Remshagen schaffte eine Jahresbestzeit und gewann mit 43:40 min. die AK W50. Zwischen den beiden TVR-Läuferinnen schob sich Klaus Lieth (5. M45) mit 40:37 Minuten. André Rinke belegte im Gesamtfeld von fast 1.000 Läufern den 6. Platz, hatte jedoch eine schnellere Zeit als 33:48 min. erwartet.

Zweiter Platz in Solingen für Manuel Skopnik

In Solingen gibt es kaum ebene Straßen und Wege. Doch TVR-Langstreckler Manuel Skopnik mag die Abwechslung und kam mit dem Kurs über 21,1 km beim Miss Zöpfchen Lauf gut zurecht. In sehr flotten 1:19:15 Stunden lief der Bergisch Gladbacher hinter dem Leichlinger Gebremeskel Weldey als Zweiter ins Ziel.

Pressemitteilung von Jochen Baumhof

Lauf Cups im Rheinland

Bilderbuchwetter im Blücherpark

Der Oswald Hirschfeld Erinnerungslauf erfreute sich auch in seiner 29. Auflage einer regen Beteiligung der Kölner sowie der Laufszene des Rheinlands. Die kleine und bewusst familiäre Veranstaltung wurde dieses Jahr erstmals im September statt im Juni durchgeführt und landete damit wettertechnisch einen Coup. Kaiserwetter am frühen Morgen mit herbstlich kühlen, zum Laufen jedoch idealen Temperaturen lockte viele Nachmelder in den Blücherpark im Kölner Nordwesten. Sie waren jedoch auch gespannt auf die Neukonzeption der Strecken, die zwar schon lange feststanden, jedoch erst kurz vor Toresschluss offiziell vermessen werden konnten.

Und diese Änderungen erwiesen sich ebenfalls als Volltreffer, laufen doch nun auch die Langstreckler innerhalb des wunderschönen Parks sowie der unmittelbar angrenzenden Areale auf meist schattigen und sehr gut zu meisternden Waldwegen – dafür allerdings mehrere Runden. Über die 10 km Distanz waren es drei mehr oder weniger gleich lange Schleifen, die zum ersten Mal immer wieder zum Start- und Zielbereich zurückführten und damit zudem äußerst zuschauerfreundlich ausfallen. Auch für die Kids und Jugendlichen waren von 0,5 (ohne Wertung) bis 2 km km wieder alle lt. DLV-Statut vorgesehenen Distanzen im Programm. Ebenso kamen die Walker über 5 km auf ihre Kosten.

Den Hauptlauf dominierte Sebastian Meurer in 34:21 min. locker und souverän vor Florian Gerhards (38:16) und Denis Rösler (38:20), der damit zum ersten Mal in einem Volkslauf auf das Podium rannte. Dementsprechend groß war die Freude im Ziel, konnte er doch den Cup-Führenden Marco Schneider auf Abstand halten. Bei den Damen führte kein Weg an Lokalmatadorin Claudia Maria Henneken (mittlerweile kurz CMH genannt) vorbei, die in 42:15 min. noch vor vielen Männern finishen konnte. Renate Möbus lief dahinter in 46:13 min. auf den zweiten Rang. Über 5 km meldete CMH nicht überraschend nach und konnte auch hier in 19:58 min. triumphieren. Michael Gollan gewann bei den Männern in 19:03 min. mit fast einer Minute Vorsprung. Auch Altmeister und Ex 100 km-Weltrekordler Helmut Urbach erreichte unter großem Beifall aller Anwesenden ebenfalls das Ziel.

Insgesamt 170 Finisher auf allen Distanzen sorgten zum Teil mit Anhang wieder für eine schöne Atmosphäre im zur Mittagszeit sommerlich anmutenden Blücherpark, so dass alle Teilnehmer und Zuschauer bis zur großen Tombola zum Abschluss blieben.

Ergebnisse/Fotos

 

Abendlauf

Gelungene Fortsetzung für GVG-Abendlauf

Fast 1.000 Teilnehmer starten bei zweiter Auflage – Bergheimer Zuschauer sehen Streckenrekorde in der Kreisstadt

Gemeinsam mit den Teilnehmern und Zuschauern feierten am Freitagabend die Partner und Veranstalter nach dem Motto „Laufend den Sonnenuntergang genießen“ in der Kreisstadt Bergheim die zweite Auflage des GVG-Abendlaufs. Fast 1.000 Starterinnen und Starter, darunter 250 Bambini- und Schüler-Läufer, hatten sich angemeldet, um bei der Fortsetzung des Volkslaufs in der Heimatstadt von Fußballstar Lukas Podolski an den Start zu gehen.

„Wir freuen uns über einen gelungenen Abendlauf mit fast 40 Prozent mehr Teilnehmern. Die Veranstaltung hat großes Entwicklungspotenzial. Zum einen bietet die Veranstaltung der Running-Community eine wunderschöne Strecke zum Genießen. Und zum anderen finden wir in Bergheim beste Bedingungen vor“, weiß Holger Wesseln, der unter anderem mit seiner Agentur pulsschlag in Köln erfolgreich City-Läufe, wie den Sparda Bank Altstadtlauf und den Pax Bank Stadionlauf ausrichtet. „Wir bedanken uns bei der Kreisstadt Bergheim und allen unseren Partnern und Helfern für die tatkräftige Unterstützung und sind schon jetzt gespannt auf die dritte Auflage in 2018.“

Der Sieg beim 10-Kilometer-Hauptrennen ging an Florian Jüsten in neuer Streckenrekordzeit von 35:13 Minuten. Der Titelverteidiger vom Team Bunert – Der Kölner Laufladen blieb ebenso wie der Zweitplatzierte Lars Naundorf (ASV Köln Triathlon/ 35:20 Min.) und der Dritte Torsten Trems (Central-Team.de/36:09 min.) unter der Bestzeit des Premierenjahres. Auch bei den Frauen gab es einen neuen Streckenrekord durch Melanie Linder vom Team Art Düsseldorf, die nach einem ungefährdeten Sololauf in der Zeit von 39:11 Minuten die Nase vorn hatte. Auf Rang zwei und drei liefen Sarah Schmitz (ASV Köln/41:47 min.) und Martina Schwanke (LG Donatus Erftstadt/42:03 min.).

Bergheims neuer Bürgermeister Volker Mießeler schickte gemeinsam mit Werner Abromeit, Geschäftsführer beim Titelsponsor GVG Rhein-Erft, und Schauspielerin Yvonne de Bark die Running-Community auf die Strecke durch die Fußgängerzone und Bergheims Wahrzeichen Aachener Tor, am Kreishaus vorbei entlang der Erft und wieder zurück zum Start- und Zielbereich am Medio.Rhein.Erft.

Veranstalter Holger Wesseln setzte wie bei der Premiere im vergangenen Jahr auf ein „3 Läufe – 1 Start“- Konzept mit einer Mischung aus klassischem Straßenlauf und Volkslauf für Jedermann. Die drei Läufe fanden auf einem 3,3 Kilometer langen Rundkurs statt. Teilnehmer konnten spontan entscheiden, wie viele Runden sie absolvieren wollten und wahlweise nach 3,3, 6,6 oder zehn Kilometern ins Ziel laufen wollten. Am Ende gab es für jede Streckenlänge eine separate Wertung.

Veranstalter & Ergebnisse

Bahnlauf

Simon Dahl läuft 5.000 Meter unter 15:30 Minuten

M50 Mittelstreckler Frank Weber läuft auf Platz eins in Deutschland

Die Bedingungen konnten am zweiten Tag der Bergisch Gladbacher Bahnlaufserie besser nicht sein. Die Stadionluft nutzten einige Lang- und Mittelstreckler vom TV Refrath running team für bestmögliche Leistungen. Im Lauf der Schnellsten lief der Simon Dahl im Topfeld sehr gleichmäßige 74er-75er Runden. Als Sechster im Zieleinlauf war er mit 15:28,40 min so schnell wie seit mehr als fünf Jahren nicht. Punktlandung, denn der 30jährige hatte sich 15:30 min vorgenommen.

Der Zweitbeste TVRler an diesem Abend war Sascha Perisic. Mit 17:52,15 min. war der M50-Läufer durchaus zufrieden, aber er will nach langer Verletzungspause im nächsten Jahr wieder angreifen. Wie in der Vorwoche war auch Björn Opitz (3. M40) wieder schnell unterwegs: 18:41,79 min. bedeuteten neuen persönliche Bestzeit. Auch bei den Frauen fiel ein neuer Hausrekord. Doris Remshagen (W50) lief mit 21:16,62 min. eine neue PB. 15 Sekunden schneller Antje Wietscher (W60), die sich mit 21:01,62 min. den letzten Titel als Kreismeisterin holte. Denn im kommenden Jahr wird es den Kreis Oberberg durch die geplante Strukturreform nicht mehr geben.

Erst nach hartem Kampf setzte sich Frank Weber durch

Im dritten von acht Zeitläufen traten über 1.000 Meter zwei der besten Mittelstreckenläufer aus Deutschland gegeneinander an. TVR-Laufass Frank Weber klemmte sich hinter Andreas Müller (TV Erkelenz), der gleichmäßig zwei 67er Runden lief. Perfekt für den 51jährigen aus Dabringhausen. Auf den letzten 100 Metern setzte er den „Blinker“ und spurtete den Kilometer in genau 2:47,94 min. runter. Damit liegt er in der deutschen Bestenliste der M50 auf Rang eins vor Andreas Müller, der mit 2:49,56 min. ebenfalls noch unter der Marke von 2:50 blieb.
Schneller als vorher gedacht liefen Alexander Dworeck und Tanja Causemann die 1.000 Meter. Beide rannten so schnell wie nie zuvor: Dworeck 3:12,69 (1. M40) und Causemann 3:32,69 (1. W35). Den gelungenen Stadionabend rundete Damian Zehnpfennig (U23/3:25,53) ab.

Pressemitteilung von Jochen Baumhof

News

Strukturelle Defizite in der Dopingprävention

Studie deckt wahres Ausmaß von Doping im Spitzensport auf – Sportmediziner Prof. Dr. Dr. Perikles Simon stellt Kontrollsystem und auch Fördersysteme im Spitzensport in Frage

Doping im Spitzensport ist erstaunlich verbreitet und bleibt trotz ausgeklügelter Testmethoden meistens unentdeckt. Ein internationales Wissenschaftlerteam, an dem auch Prof. Dr. Dr. Perikles Simon von der Abteilung Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beteiligt ist, hat dazu konkrete Zahlen ermittelt, die bereits 2011 erhoben und nun in der Fachzeitschrift Sports Medicine veröffentlicht wurden. Mit dem indirekten, hochanonymen Befragungsverfahren kann man eine Dunkelziffer mit einer technisch bedingten Variabilität recht zuverlässig abschätzen. Demzufolge gaben konservativ, also eher nach unten korrigiert, 30 bis 45 Prozent der Spitzensportler, die bei zwei Sportevents befragt wurden, zu, im Jahr zuvor verbotene Dopingtechniken genutzt zu haben. „Die Ergebnisse belegen jetzt auch im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie erstmals Doping im Hochleistungssport in einer Verbreitung, die als dramatisch zu bezeichnen ist“, kommentiert Simon die Studie, die gemeinsam mit der Eberhard Karls Universität Tübingen und dem McLean Hospital, USA, durchgeführt wurde. Simon weiter: „Nimmt man diese Ergebnisse ernst, so muss man nicht nur das Dopingkontrollsystem komplett auf den Prüfstand stellen, sondern man müsste auch die Fördersysteme des Spitzensports kritisch hinterfragen.“

Doping im Sport unterläuft faire Wettbewerbsbedingungen und stellt eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Sportler dar. Um Doping im Spitzensport zu verhindern, beaufsichtigt die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) jährlich die Tests von mehreren hunderttausend Blut- und Urinproben, von denen ein bis zwei Prozent positiv ausfallen. Dagegen deuten Messungen mit dem „biologischen Blutpasssystem“ auf einen höheren Anteil von etwa 14 Prozent positiver Proben hin. „Viele hochmoderne Dopingpraktiken bleiben aber nach wie vor unentdeckt, weshalb der wirkliche Anteil wesentlich höher liegt“, so Simon.

Bei solch erschreckend hohen Dopingquoten ergeben sich aus der Studie allerdings weitere weitreichende Fragen. „Hat man dieses Ausmaß an Doping nicht erkannt oder nicht erkennen wollen?“, fragt der Mainzer Sportmediziner Simon. Er stellt damit zur Diskussion, ob betroffene Sportler mit jedem Dopingskandal zu Recht einmal mehr härter bestraft und mit mehr „Kontrollen“ und stärkeren Einschränkungen ihrer Persönlichkeitsrechte drangsaliert wurden – oder ob dies ein jahrzehntelang bewährter Abwehrimpuls eines Sportsystems sei, dessen Ausmaß an Korruption und Bestechlichkeit und dessen Fäden in Politik und Wirtschaft jetzt offengelegt werden müssten.

Doch anstelle von Aufklärung und Kooperation scheinen die verantwortlichen Stellen auch nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse weiterhin auf Abwehr zu setzen. Simon bemerkt in diesem Zusammenhang, dass der Vorstand der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) – ganz entgegen dessen Behauptungen – ihm noch kein Angebot zur Zusammenarbeit vorgelegt hat. Mit Verwunderung registriert Simon außerdem eine Stellungnahme des Leiters der französischen Anti-Dopingagentur in den Medien, wonach Doping seit der Studie im Jahr 2011 sehr zurückgegangen sei und über 100 Athleten dank dem biologischen Passportprogramm entdeckt wurden. „Es gibt für diese Aussage keine valide Datenlage. In den Jahren zwischen 2012 und 2015, für die zuverlässige Daten bereits veröffentlicht sind, wurde nur eine Handvoll Athleten überhaupt überführt“, so der Mainzer Dopingforscher.

Dopingkontrolle und Dopingprävention auch in Deutschland verbesserungsfähig

Nach der Veröffentlichung der extrem hohen Dopingquoten im Bereich des Spitzensports auf Weltklasseniveau sieht der Leiter der Abteilung für Sportmedizin einmal mehr eine Hauptursache in den strukturellen Schwächen in Verbindung mit der Förderung des Spitzensports. „Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat offensichtlich direkt im Nachgang der Erfahrung mit unseren Dopingquoten bereits 2012 eine interne Kommission damit beauftragt, die Gründe für die Ineffektivität des weltweiten Anti-Dopingkampfes zu benennen. Herausgekommen ist ein denkwürdiger Bericht, in dem die oberste Testinstanz den weltweiten Testagenturen und dem Kontrollsystem an sich ein mangelndes Interesse unterstellt, überhaupt Doper zu finden und Doping zu verhindern.“

Auf diesen Bericht hin hätte aus Sicht von Simon der Impuls nahegelegen, das Anti-Dopingsystem viel stärker in seiner Grundstruktur zu reformieren. Denn ein von Prinzipien der Gewaltenteilung und der Unabhängigkeit geprägtes Kontrollsystem erscheint mitunter geeigneter, um die klar benannten menschlichen und politischen Faktoren besser in den Griff zu bekommen. „Schaut man über Russland und Jamaika hinaus auch auf die deutschen Strukturen im Anti-Dopingkampf, so wird schnell klar, dass es auch bei uns noch Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der Unabhängigkeit der Dopingkontrollinstanz aber auch der Dopingpräventionsarbeit geben könnte“, so Simon. Er rät insbesondere dazu, die Kapazitäten beim Bundesministerium des Innern (BMI), das für die Förderung des Spitzensports zuständig ist, kritischer zu hinterfragen. Es flössen, laut Simon, immerhin erhebliche Steuermittel in eine medaillenzentrierte Sportförderung. Dass das BMI darüber hinaus auch noch gleichzeitig für die NADA und somit die Dopingbekämpfung und die Dopingprävention zuständig ist, erscheine da unglücklich. Das Dopingkontrollsystem und die Dopingprävention gehörten zudem nicht in dieselbe Hand und sollten überdies streng unabhängig von den Institutionen des Spitzensports von ihrer Grundstruktur her aufgestellt sein.

Veröffentlichung:
Rolf Ulrich et al.
Doping in Two Elite Athletics Competitions Assessed by Randomized-Response Surveys
Sports Medicine, 28. August 2017
DOI: 10.1007/s40279-017-0765-4
Link

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dr. Perikles Simon
Abteilung Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation
Institut für Sportwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23586
Fax +49 6131 39-23598
Mail
Link

Pressemitteilung des idw/Foto: Stefan S. Sämmer

News

Dopingstudie: Hohe Dunkelziffer im Spitzensport

Biologische Tests decken nur einen Teil der Fälle auf – das wurde in einer Studie der Universität Tübingen mit psychologischen Methoden nachgewiesen

Im Spitzensport wird wesentlich mehr gedopt, als durch Blut- und Urintests nachgewiesen werden kann. Bei einer wissenschaftlichen Studie gaben mindestens 30 Prozent der Teilnehmenden der Leichtathletikweltmeisterschaft 2011 und 45 Prozent Sportler bei den Pan-Arabischen Spielen 2011 an, Dopingmittel genommen zu haben. Mit zeitgleich durchgeführten biologischen Testverfahren wurde nur ein Bruchteil der Dopingfälle erkannt: 0,5 Prozent der Tests bei den Weltmeisterschaften waren positiv; bei den Pan-Arabischen Spielen waren es 3,6 Prozent. Im Auftrag der World Anti Doping Agency (WADA) haben Professor Rolf Ulrich von der Universität Tübingen und Professor Harrison Pope von der Harvard Medical School im Jahr 2011 eine Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie „Doping in Two Elite Athletics Competitions Assessed by Randomized-Response Surveys“ wurden nun in der Zeitschrift Sports Medicine veröffentlicht. Im Anhang der Publikation sind außerdem detaillierte statistische und mathematische Analysen aufgeführt, die die Aussagekraft der Studie untermauern.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten bei den Leichtathletikweltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) und den Pan-Arabischen Spielen in Doha (Qatar) insgesamt 2.167 Teilnehmende befragt, ob sie vor den Wettkämpfen gedopt hätten. Insgesamt traten bei beiden Veranstaltungen 5.187 Sportlerinnen und Sportler an. Eine indirekte Fragemethode, die sogenannte „Randomisierte Antworttechnik“ gewährleistete die Anonymität der Befragten – sie konnten also ehrlich antworten und mussten keine negativen Konsequenzen fürchten.

„Die indirekte Fragemethode wird bei sensiblen Themen angewendet. In einer direkten Frage-Antwort-Situation würden die Probanden sozial erwünschte und eventuell falsche Antworten liefern. Die Anonymität gibt Schutz und sie können ehrlich antworten “ erklärt Professor Rolf Ulrich das Vorgehen. Er ist Leiter des Arbeitsbereiches Kognition und Wahrnehmung im Fachbereich Psychologie an der Universität Tübingen.

Für die Studie wurde die indirekte Fragemethode erstmals bei zwei großen internationalen Sportwettkämpfen eingesetzt. Sechs Interviewerinnen und Interviewer, die gemeinsam zehn Sprachen beherrschten, waren vor Ort und baten 2.320 Athletinnen und Athleten persönlich um deren Teilnahme. Über 90 Prozent erklärten sich dazu bereit. Auf einem Tablet-Computer sollten die Sportlerinnen und Sportler eine von zwei Fragen beantworten: entweder eine unverfängliche über einen Geburtstag oder ob sie in den zwölf Monaten davor gedopt haben. Wenn der Athlet oder die Athletin also mit „Ja“ antwortete, konnten kein Außenstehender beurteilen, welcher Frage diese Antwort halt. Der Zufall entschied darüber, welche der beiden Fragen sie beantworteten sollten. Auf diese Weise war die Anonymität der Sportlerinnen und Sportler garantiert.

Obwohl die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die individuellen Antworten nicht wussten, konnten sie mit Methoden der mathematischen Statistik näherungsweise berechnen, wie viele Teilnehmende die Dopingfrage mit „Ja“ beantwortet hatten. Sie berücksichtigten dabei verschiedene Szenarien, die eine falsche Antwort hervorgerufen haben könnten. Beispielsweise wurden die schnellsten Antworten nicht mit eingerechnet, weil die Befragten den Text möglicherweise nicht gründlich gelesen hatten.

„Die Studie macht deutlich, dass durch biologische Tests von Blut- und Urinproben bei weitem nicht alle Dopingfälle aufgedeckt werden“ betont Pope, Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School. „Wie in der Publikation beschrieben liegt das vermutlich daran, dass die Athletinnen und Athleten zahlreiche Wege gefunden zu haben, bei Tests nicht aufzufallen.“

Besonders die Tests unmittelbar vor und während eines Wettkampfes fielen pro Jahr durchschnittlich nur zu ein bis drei Prozent positiv aus. Dopingmittel seien zu diesem Zeitpunkt oft nicht mehr biologisch nachweisbar, weil sie lange vorher eingenommen würden. Eine höhere Aufklärungsquote mit etwa 14 Prozent biete der sogenannte „Biologische Pass“: Er dokumentiere medizinische Daten der Sportlerinnen und Sportler. In der Langzeitdokumentation fielen Abweichungen auf, die durch Dopingmissbrauch verursacht werden können. Als Dopingmittel gelten alle Hilfsmittel, die die WADA auf der „Liste der verbotenen Substanzen und Methoden“ führt.

Dass die aktuelle Publikation von Rolf Ulrich und Harrison Pope und weiteren Autoren nach einem langwierigen Freigabeverfahren erscheinen kann, ist auch ein Verdienst von Professor Georg Sandberger, Jurist und ehemaliger Kanzler der Universität Tübingen. Er vertrat die Wissenschaftler gegenüber der WADA und dem Weltleichtathletikverband (IAAF), um die zwischen WADA und den beteiligten Wissenschaftlern vereinbarte Zustimmung der WADA zu einer Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einer Fachzeitschrift zu erreichen. Die Studie wurde bereits 2015 ohne Veranlassung seitens der Autoren von Medien aufgegriffen, als systematisches Doping in der russischen Leichtathletik bekannt wurde. Daraufhin veranlasste das Komitee für Kultur, Medien und Sport im britischen Parlament eine Anhörung, in deren Verlauf Teile der Studie ohne Zustimmung der Autoren an die Öffentlichkeit gelangten.

Die Veröffentlichung der gesamten wissenschaftlichen Studie und der detaillierten Daten könnte weitere Forschungen zu Doping im Profisport anregen, hoffen die Autoren. „Die Studie kann eine konstruktive Debatte vor allem aber neue Strategien für die Eindämmung von Dopingmissbrauch anstoßen. Indirekte Fragemethoden wie die ‚Randomisierte Antwortmethode‘ sind ein guter Ansatz, um fundierte Aussagen über die tatsächliche Verbreitung von Doping treffen zu können“, so Ulrich.

Publikation: Rolf Ulrich, Harrison G. Pope Jr., Léa Cléret, Andrea Petróczi, Tamás Nepusz, Jay Schaffer, Gen Kanayama, R. Dawn Comstock, Perikles Simon: Doping in Two Elite Athletics Competitions Assessed by Randomized-Response Surveys. In: Sports Medicine. DOI 10.1007/s40279-017-0765-4

Pressemitteilung des idw

Bahnlauf

Zum 36. Mal: Stundenlauf in Nippes

Das Wetter hatte ja wider erwarten am Dienstag, dem 15. August 2017 mitgespielt und der große Regen kam gegen 23.00 Uhr, während der Siegesfeier im Vereinsheim der TFG 1878 Köln-Nippes.

Für seine Leidenschaft ist Dieter Grote schon verdammt weit gereist. Auf Hawaii, Puerto Rico, New York und bei vielen Meisterschaften war er bereits. Überall nahm er an Marathonläufen teil. Leuchtende Augen bekommt der passionierte Langstreckenläufer aus Nippes jedoch, wenn es um eine kleine Veranstaltung im Veedel geht. Seit über 30 Jahren organisiert Grote als Vorstandsmitglied der Turn- und Fechtgemeinde 1878 Köln-Nippes e.V. den „Stundenlauf“.

Die Idee kam damals 1981 von Josef Kurpiers und Dieter Grote. Bei den vielen Laufveranstaltungen, die in Köln durchgeführt wurden, gab es keinen Stundenlauf. Zum 36. Mal lud die Leichtathletikabteilung des Vereins nun zu dieser traditionsreichen Laufveranstaltung auf der Bezirkssportanlage an der Merheimer Straße. Vor allem wegen der langen Historie ist Grote stolz auf die Leistung des Vereins. „Unser Stundenlauf ist der mit der längsten Tradition deutschlandweit“, und das auf einer 400-Meter-Kunststoffbahn, erklärt Grote den Anwesenden bei der Siegesfeier. Lediglich einmal musste der Lauf ausfallen, als vor neun Jahren der Start wegen vereinsinterner Probleme abgesagt wurde.

Ein Stundenlauf ist im Prinzip eine einfache Sache. Es geht darum, in 60 Minuten eine möglichst weite Distanz zurückzulegen. Dabei steht die Leistung im Mittelpunkt. Im Gegensatz zu Marathonrunden und Volksläufen rennen die Stundenläufer nicht von Zuschauern gesäumte Straßen entlang und werden dabei von Musik beschallt, sondern drehen auf der Stadionbahn ihre Runden. Meditativ reihen sie ein 400-Meter-Oval an das nächste. Grote erklärt: „Dieses puristische Element zieht Läufer an, die der „Spaß-Faktor“ der großen Lauf-Events abschreckt“.

Dieser Meinung war auch eine Läuferin: „Wenn neben mir im Marathon einer als Clown verkleidet durchs Ziel rennt, komme ich mir schon veralbert vor. Ein weiterer Grund, der die Läufer auf die Kunststoffbahn lockt, ist die Überschaubarkeit der Veranstaltung. Die Stimmung unter den 38 Läufer/innen, die in diesem Jahr teilnahmen, war schon heimelig, fast familiär. Lokalmatador Claus Bräutigam, TFG 1878, hat als 4. den Lauf mit einer Distanz von 13.655 Metern abgeschlossen. Dritte bei den Frauen wurde Steffi Machnik von der TFG 1878 mit einer einer Strecke von 9.665 Metern.

Hier kommen sehr gute Ergebnisse zustande, gab sich Dieter Grote zufrieden. Und nach dem Sport kommen alle im Vereinsheim zusammen und warten gemeinsam auf die Siegerehrung. Jedem wird dann die Medaille und eine Urkunde gereicht. Die ersten drei erhalten je einen Pokal bei den Frauen sowie bei den Männern. Das ist einfach Klasse, so die Meinung aller Finisher. Auch gab es viele Sachpreise für die einzelnen Läufer/innen.

Der Titel der Männerkonkurrenz ging an Christian Jonen vom VfB Erftstadt mit einer Leistung von 16.250 Meter. Zweiter wurde Denis Rösler von 25MINUTES mit gut 14.935 Meten und Dritter Timo Hellebusch, ebenfalls von 25MINUTES, mit 14.750 Metern. Bei den Frauen siegte Katerina Keunecke von TPSK 1925 e.V., Zweite wurde Ursula John von FCSD 05 mit 10.440 Meter. Der Mannschaftspokal, gestiftet von Dieter Grote ging wie immer an die Mannschaft von FCSD 05 mit 13 Läufern. Der älteste Teilnehmer war Manfred Schoss von der LLG80 Nordpark mit 77 Jahren, der beachtliche 7.340 Meter lief.

Pressemitteilung von Dieter Grote

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TVR gewinnt die Ultra-Mannschaftswertung in Monschau

Gleich fünf Läuferinnen und Läufer vom TVR running team standen letzten Sonntag morgen um 6 Uhr mit in der Eifel an der Startlinie, um 56 anspruchsvolle Kilometer beim 41. Monschau Marathon zu sammeln. 174 Männer und 54 Frauen schafften diesen Utralauf. Die komplette Distanz, nach den vielen Regentagen an vielen Passagen aufgeweicht und rutschig, liefen die beiden Langstreckenspezialisten Moritz Ehm und Manuel Skopnik einträchtig vom Start bis zum Ziel zusammen in 4:12:20 Stunden als 7. und 8. des Gesamtfeldes ins Ziel. In der Einzelwertung wurde Moritz Ehm Dritter in der M35 und Manuel Skopnik gewann die AK M45.

Mit Frederik Hartmann (9. M45/5:21:14) als Drittem im Bunde gewann der TV Refrath in 13:45:47 Stunden die Mannschaftswertung deutlich vor dem TV Konzen und der LG Mützenich. Doris Remshagen und Natalie Hoffmann-Lenz vertraten in der Frauenwertung die TVR-Farben. Doris finishte nach 5:09:36 Stunden als Gesamt Sechste. Und gewann zudem die Altersklasse W50. Natalie bekam Fußprobleme und beendete den Lauf vorsichtshalber bei km 22. Den klassischen Marathon beendete Stefan Wörsdörfer (M55) nach 5:00:36 Stunden.

Pressemitteilung von Jochen Baumhof

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