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UEFA Euro 2016 – Erkenntnisse vor den Viertelfinalspielen

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Was uns bisher aufgefallen ist: Frankreich mit Gruppensieg weiter, allerdings mit Last Minute-Toren, im Achtelfinale gegen Irland mit Drehung des Spiels, aber nicht restlos überzeugend. Wales wird trotz der von England mit brachialer Gewalt erzwungenen Niederlage zum Geheimtipp, überzeugend gegen ein völlig zerfallendes Russland, England schon in Not. Deutschland holprig gegen die Ukraine, die durchaus Torchancen hatte – inklusive Boateng-Großtat, völlig enttäuschend gegen Polen: keine Wege, keine Mittel, keine Tore, die Polen selbst clever ins Achtelfinale gegen eine nicht chancenlose Schweiz, die aber erneut das Elfmeterschießen vergurkt. Deutschland und speziell Thomas Müller sichert sich gegen Nordirland das zweifelhafte Prädikat „Chancentod“. Nur 1:0 trotz 27:0 Torschüssen.

Kroatien spielt gut, überzeugt, trifft, gewinnt sogar nach Rückstand gegen Spanien und sichert sich den Gruppensieg, um dann in einem der oft apostrophierten Abnutzungskämpfe kurz vor dem Elfmeterschießen von Portugal ausgeknockt zu werden. „La Furia Roja“ zunächst überzeugend und treffsicher, aber mit einer absolut unnötigen Niederlage gegen den Gruppensieger. Der Glanz ist dahin, der Teamspirit wankt, so dass Italien mit einer abgezockten Leistung und einem 2:0 das Achtelfinale für sich entscheidet. Geheimfavorit Belgien findet erst nach der überraschenden Niederlage gegen Italien seine Form und erreicht erwartungsgemäß das Achtelfinale, allerdings zum Glück als Gruppen-Zweiter, was den leichteren Turnierbaum zum Finale bedeutet. Nach dem 4:0 gegen völlig neben sich stehende Ungarn klarer Final-Kandidat. Die Gruppe F ist die schwächste Gruppe der EM, aber auch die absolute Wundertüte. Ungarn ist nach dem Überraschungssieg gegen Österreich schon fast durch, muss sich aber trotzdem mit zwei Unentschieden über die Runden quälen. Portugal lässt trotz Ronaldo jeglichen Glanz vermissen, zudem gelingt kein Sieg. Island ist das Überraschungsteam schlechthin: unglaublicher Team-Spirit, der bekanntermaßen Bäume versetzen kann, aufopferungsvoller Kampf, eine unglaubliche Chancenverwertung und das notwendige Glück machen das nur 330.000 Tausend Einwohner zählende Inselvolk auch nach dem Brexit 1 mit dem unerwarteten Brexit 2 über England zum Angstgegner jedes Taktik-Fanatikers.

Ausblick: Portugal setzt sich trotz Lewandowski, der noch nicht getroffen hat, entweder überzeugend oder wieder mit Dusel (spätes Tor/Elfmeterschießen) gegen Polen durch, wobei der Ronaldo-Faktor und das Überraschungsmoment unberechenbar, aber ausschlaggebend sein dürften. Wales gegen Belgien ist trotz Gareth Bale (bisher bester Schütze mit drei Treffern) eine klare Sache, wenn sich die Nachbarn erneut spielerisch steigern und den notwendigen Druck auf die kantigen Abwehrreihen erzeugen. Deutschland könnte gegen Italien natürlich endlich seinen Finalrunden-Lapsus bereinigen. In bisher vier Turnieren (1970 in Mexiko, 1982 im WM-Finale, 2006 im Halbfinale der WM zu Hause und 2012 wiederum im Halbfinale der EM „allein“ gegen Mario Balotelli) gelang noch kein einziger Sieg. Das sollte sich bald ändern, wobei z.B. Joshua Kimmich sicherlich gar nicht weiß, worum es bei dem vermeintlichen „Trauma“ überhaupt geht und was es bedeutet. Deshalb sollte genau jenes, bevor es speziell die italienische Presse noch mehr ausschlachtet, schnellstmöglich und deutlich beendet werden. Frankreich gegen Island: was kann man dazu sagen? Dieses Spiel am Sonntag darf man nach dem bisherigen Verlauf der EM auf keinen Fall verpassen und sollte sich nicht wundern, wenn es nach zehn Minuten 1:0 für Island steht. Was sich Frankreich als Gastgeber dann einfallen lassen müsste, wird hoffentlich jenseits der Fähigkeiten des englischen Teams liegen. Oder es gibt tatsächlich die nächste Überraschung. Und womöglich ein Halbfinale Deutschland gegen Island…


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