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Verwachst in Waxweiler?

dscm9916.jpgAls letztes längeres Testläufchen knapp zwei Wochen vor Umrundung der höchsten Erhebung der Nation, stand am vergangenen Sonntag der im Rahmen des Eifelmarathon erstmals angebotene Ultralauf über 51 km in Waxweiler an. Organisiert wird dieses Event vom Eifelmarathon e.V., einem Zusammenschluß aus 16 Laufvereinen der Region. Begleitet von Frank „Bob“ Carbach, der sich im Aufbautraining für die Laufmonster-Vereinsmeisterschaft beim Platinman befindet, war nach 90 Minuten kurzweiliger Autofahrt und Powertalking das Ziel in der Südeifel um 7.30 Uhr erreicht, was uns ermöglichte, uns erstmal bei Rita Brandenburg und ihrem Team als die „Laufmonster aus Kölle“ vorzustellen und von Peter de Winkel nützliche Streckeninfos („Wir haben hier ein paar Hubbele“) einzuholen. Frank versorgte sich noch mit zwei Pullen „42,195%“ aus der Souvenirabteilung (für zu Hause) und nach kurzem Smalltalk mit Eifelmarathon-Seriensieger Alexander Dackiw aus Frankfurt zogen wir uns am nahe geparkten Auto um.

2013-06-09_0998.jpgObwohl die Strecke zu etwa 50% asphaltiert ist und aufgrund der hohen Temperaturen der letzten Tage auch nicht mit aufgeweichten Waldwegen zu rechnen war, entschied ich mich für meine neuen Trailtreter mit weichem Stollenprofil. Und da es ein Materialtest sein sollte komplettierten Beinlinge und Rucksack incl. Trinkblase mit knapp 2 Litern zu süffeln mein Outfit. Auch Frank …ähh… „Bob“, der seit neuestem im Jamaika-Look läuft, startete mit Rucksack. Jedoch nicht um Getränke zu transportieren, nein Bob trägt ne Spiegelreflex nebst Wechselobjektiv mit sich rum, um damit die ersten 17 Streckenkilometer abzulichten. Für die restlichen 36 hat er sich dann mit seiner Kompakten zufrieden gegeben.

2013-06-09_6545.jpgBob wäre nicht Bob, hätte er nicht auch für den Start eine Taktik: Um das ganze Startprozedere von vorne abzulichten spielte er kurz mit dem Gedanken einen Fehlstart hinzulegen und dem Feld im Vollsprint 50 Meter zu enteilen, besann sich dann aber im letzten Moment auf Plan B, ging vorher in Position und reite sich nach den Aufnahmen im Läuferfeld ein. Puuhhh. Währenddessen verabredete ich noch kurz mit Dirk Pretorius von der LG Donatus Erftstadt, der den zeitgleich startenden Marathon lief und auch an der Zugspitze startet, uns zwecks weiterer Korrespondenz, nach dem Ziel zu treffen.

2013-06-09_6660.jpgNach dem Start um 9.00 Uhr ging es zunächst auf einen ca. zwei km langen Schlenker in nördlicher Richtung, bevor uns ein U-Turn vorbei an Bob und den anderen Läufern zurück durch Waxweiler in Richtung Süden immer parallel der Prüm führte. Nach ungefähr 10 km setzte leichter Regen ein und es wurde nun mehr über Feld- und Waldwege gelaufen. Obwohl der Stausee Bitburg bei km 23 den tiefsten Punkt der Strecke darstellt, ist der Weg dorthin dennoch kein leichter. Diese „Hubbele“ sind zwar keine „Bittwege a la Drachenlauf“, ließen aber keinen wirklichen Rhythmus zu und kosten bei fortschreitender Distanz eben auch Kraft. Meine private Tankstelle auf dem Rücken funktionierte unterdessen wunderbar, saß perfekt und hat gegenüber dem klassischen Becherkippen durchaus Vorteile. Also, falls jemand für Brauweiler Bedarf hat?!?

2013-06-09_6700.jpgBei der Halbmarathonmarke wurde Schloss Hamm passiert, von wo auch die Halbmaratonis um 9:50 Uhr in Richtung Waxweiler gestartet waren. Kurz darauf kam mir Alexander Dackiw entgegen, der sich bei km 27 bereits auf dem Rückweg befand und, ich darf es vorwegnehmen, den Marathon erneut in phantastischen 2:46:57 h souverän gewann. Nach halber Seerunde bei km 23 teilten sich unsere Wege und die Marathonläufer liefen am Ostufer zurück Richtung Ziel. Die Ultras durften nun die 9 Extrakilometer auf einer Schleife westlich des Sees unter die Schlappen nehmen und so langsam wurde auch das Geläuf bei mittlerweile stetigem Landregen zunehmend seifiger. Kurz bevor es wieder auf die Marathonstrecke ging sah ich ihn wieder! Bob!! Er sah noch gut aus! Ein echter Buffalo Soldier!

2013-06-09_6707.jpgFür mich ging es nun weiter am See entlang, über Schloss Hamm auf fast identischer Route zurück Richtung Waxweiler. Bei km 42 musste nochmal ein etwas steileres Hubbele erklommen werden, was ich dann erstmals auch im Gehen erledigte. Da ich 14 der 16 Verpflegungsstellen mit einem „Danke, ich hab noch was im Beutel“ ausgelassen hatte, wurde mein Zusatzballast auf dem Buckel auch stetig geringer, was bei fortgeschrittener Distanz durchaus seinen Charme hatte. Ansonsten war alles bestens: es regnete schön vor sich hin, ich sah langsam aus wie Sau, mein Tempo war relativ konstant und ich kann die Eingangsfrage klar mit „Nein“ beantworten. Ich hatte schuhtechnisch nicht „verwachst“!

So kam es, dass ich nach knapp 4,5 Stündchen im Ziel war und mich erst mal am Bitburger-Stand mit diversem 0,0%igem versorgte. Dort traf ich dann auch Dirk wieder, der mir anbot, mich mit zum örtlichen Freibad zu nehmen, wo heiß geduscht werden konnte. Anschließend ersparte er mir auch den Shuttle-Bus zurück und warf mich wieder am Bürgerhaus raus. Danke nochmal. Dann ging ich zur offiziellen Zapfstelle und gönnte mir was verbleites um mir die Wartezeit auf Bob zu verkürzen. Nach mittlerweile 5,5 Stunden Rennzeit sollte es ja nicht mehr all zulange dauern, bis unser rasender Reporter auch seinen Zieleinlauf hat und ich stellte mich im Regen an die Absperrung um eine angemessene Laola zu zelebrieren. Doch nichts geschah, Läufer aller Altersklassen, Marathonis und Ultras, Männlein und Weiblein passierten die Ziellinie, aber kein Bob.

Meine Frau vertröstete ich telefonisch auf etwas später und Reinhard, der zwischenzeitlich anrief um sich nach unserem Abschneiden zu erkundigen, konnte ich nur von mir berichten. Wo war Bob? Ich hatte bereits mehrere Menschen vom Orgateam angesprochen, ob „Der mit der Kamera“ schon da sei und spielte mit dem Gedanken einen Suchtrupp zu entsenden. Glücklicherweise war ich nicht der einzige der wartete. Auch Alexander, der nunmehr schon über drei Stunden im Ziel war, sehnte der für 16.00 angesetzten Siegerehrung entgegen. Unter dem Schutz der Bierbude unterhielten wir uns noch, bis die Blaskapelle aus der Halle abrückte und Rita Brandenburg das Mikro ergriff. Die Marathonläufer waren zuerst dran und neben den ersten drei Frauen und Männern wurden auch die ersten drei der Altersklassen geehrt. Alexander verabschiedete sich und ich stand hinter der Glastür, von wo ich den Zielkanal immer im Visier hatte.

Und da sah ich ihn, Bob, 6:55 h, alter Falter, er war es. Er bekam die letzten Flaschen der Zielverpflegung in die Hand gedrückt und kam schnurstracks in die Halle, wo er mir als erstes mitteilte, welcher seiner Beinmuskeln gerade besonders schmerzte, bevor er zur Kamera griff, um die gerade begonnene Ehrung der Ultras abzulichten. Auch ich durfte mich über Platz drei der M40 freuen und bekam Duschgel und Handtuch gereicht. Nachdem die M45er brav gewartet hatten bis Bob, dessen Spiegelreflex sich aufgehangen oder einfach nur einen Wasserschaden davongetragen hatte, meine Altersklasse erneut und mich einzeln mit Rita abgelichtet hatte, konnten wir den Saal verlassen und das Auto ansteuern.

Bob, der inzwischen wieder Frank war, chauffierte ich nach Dollendorf bei Blankenheim zu seiner Oma Adele, für die eine der Flaschen des Hochprozentigen gedacht war und die ich dann auch noch kennenlernen durfte. Nachdem Franks Equipment ausgeladen war, verabschiedete ich mich in Richtung Heimat, wo ich um 18.00 eintraf. What a Day…

Unterm Strich:

Gelungener Test für Mensch und Material bei einem Lauf mit absoluter Wohlfühlgarantie und familierer Atmosphäre, sehr guter Organisation und supernetten Menschen.

Begleitet von dem, im positivsten Sinne, „Enfant terrible der Läuferszene“ schlechthin.

Frank (Bob), es war mal wieder ein geiler Tag mit Dir und ich bin topographisch und emotional mal wieder durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Danke dafür und bleib uns genau so erhalten.

Angelieferte Fotos von „Bob“: Serie 1, Serie 2


Kommentar von Harald
Datum: 12. Juni 2013 - 12:27 Uhr

Hallo Michael,

super Leistung von Dir und Frank und ein super spannender Bericht, der auch auf einer „Humorseite“ stehen könnte.
Dass die Eifel jetzt auf Jamaica liegt, ist mir jetzt auch klar. Und die Kamera als Droge!
Erhol Dich gut von Bob und Bergen:)
Harald

Kommentar von Kay-Uwe
Datum: 12. Juni 2013 - 13:04 Uhr

Hi Michael,

klasse Bericht und super Leistung von euch beiden. Da bin ich ja mal gespannt auf die interne Meisterschaft beim Platinmann.

Gute Erholung!

Kay

Kommentar von Manfred
Datum: 12. Juni 2013 - 13:52 Uhr

Hallo Micha und Frank, herzlichen Glückwunsch zu Eurer super
Leistung. Micha, das war für Dich ein super Probelauf für die Zugspitze. Eholt Euch gut und alles Gute. Super Bericht
Gruß Manfred

Kommentar von Daniel F.
Datum: 12. Juni 2013 - 14:29 Uhr

mal wieder ein sehr unterhaltsamer Ultra Bericht
Ich wünsche Dir viel Spass und Erfolg an der Zugspitze.
Am Platinman kommt wohl kein Laufmonster vorbei. weiche Trailtreter mit Profil hatte ich letzte Woche in der Post :-)
aber wo ist Euer Rennsteig Bericht?

Kommentar von Sabine
Datum: 12. Juni 2013 - 20:02 Uhr

Hallo. Super lebendiger Bericht. Man glaubt, selbst dabei gewesen zu sein. Glückwunsch an euch zu eurer Leistung und eurem Erfolg. Alles Gute für den Saisonhöhepunkt. Sabine

Kommentar von Alexander
Datum: 12. Juni 2013 - 21:01 Uhr

Hallo Michael,

toller und unterhaltsamer Bericht.

Viel Glück und guten Lauf an der Zugspitze

Alexander

Kommentar von Jose
Datum: 13. Juni 2013 - 20:01 Uhr

Hallo Micha,

super Leistung von Dir und Frank (Bob) und ein „Ultra“ unterhaltsamer Bericht.

Alles Gute für die Zugspitze.

Jos

Kommentar von Verena
Datum: 13. Juni 2013 - 23:59 Uhr

Hallo Michael,

herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Test! Für die Zugspitze wünsche ich dir nach erfolgter Erholung viel Erfolg.

Einen sehr farbigen Bericht hast du da geschrieben, und Frank hat viele sprechende Fotos geliefert – vielen Dank euch beiden! Auch Franks Laufleistung verdient Hochachtung.

Verena

Kommentar von Christiane
Datum: 14. Juni 2013 - 11:58 Uhr

Hi Micha,
Du kannst ja so gut schreiben wie laufen! Ein super Bericht, musste richtig lachen. Glückwunsch zu Eurer Laufleistung, gute Erholung und bis bald
Christiane.

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