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EWE-Nordseelauf 2012: 8 Inseln in 8 Tagen

201206120800b.jpgBereits zum 11. Mal wurde diese außergewöhnliche Laufveranstaltungsreihe angeboten, die gleichermaßen ambitionierte Sportler wie auch Hobbyläufer und Walker aus ganz Deutschland, Österreich und anderen Ländern anlockt. Entstanden aus einer Aktion der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, die unter dem Motto „Mach nicht halt lauf gegen Gewalt“ ein Zeichen gegen Gewalt und für Fairness, Respekt und Mitmenschlichkeit setzen wollte, ist der Nordseelauf inzwischen ein Selbstläufer mit Jahr für Jahr steigenden Teilnehmerzahlen, bei dem jeder einzelne auch für den guten Zweck läuft.

Die einzelnen Etappen variieren dabei; diesmal ging es ohne Pausentag über alle 7 ostfriesischen Inseln und zum Abschluss von der Hallig Neuwerk übers Watt nach Cuxhaven. Der Nordseelauf konnte als Gesamtprogramm, in Teilabschnitten oder als Einzeletappe gebucht werden, mit oder ohne Unterbringung, vom Vier-Sterne-Hotel bis zum Wohnmobilisten, der sich selbst versorgt, war alles möglich. Ich hatte, um mir Stress zu ersparen, das Komplettpaket gebucht. Für die komplette Tour hatten sich 473 Läufer angemeldet, insgesamt gab es über 4.700 Teilnehmer, die sich teilweise vor Ort noch nachmeldeten.

Das gut eingespielte Organisationsteam sorgte für Unterbringung, Verpflegung, Transfer sowie natürlich die Durchführung der Läufe. Am 8. Juni checkte ich im Hotel Nolting in Esens ein, das sich als echter Glücksfall herausstellte, und besuchte am Abend in Bensersiel die Informationsveranstaltung, auf der uns u.a. die einzelnen Betreuer vorgestellt und die jeweiligen Etappen mit ihren Besonderheiten erläutert wurden. Sofort fiel mir auf, dass es unter den Teilnehmern zahlreiche Wiederholungstäter gab, die sich freudig begrüßten.

201206120802.jpgAm 9. Juni ging es dann los: Jeden Morgen wurden wir nach teilweise extrem frühen Aufstehen am Hotel mit dem Bus abgeholt und zum jeweiligen Sielhafen gebracht. Meist mussten 2 Fähren eingesetzt werden, um die vielen Teilnehmer zur Insel zu befördern. Dort ging es dann mitunter noch mit einer Inselbahn weiter. Auf der Fähre oder auch vor der Siegerehrung hielten Pastor Schneider, der mitwalkte und lief, eine Inselpastorin oder ein Teilnehmer kurze Ansprachen mit Gedanken zum Motto „Mach nicht halt lauf gegen Gewalt“. Auf den Inseln wurden wir mitunter von Spruchbändern und sogar Musik der ortsansässigen Gemeinde begrüßt und auch verabschiedet. Umziehen, Gepäckabgabe – dann begann das Aufwärmprogramm durch ausgebildete Trainer, die uns auch während der Läufe begleiteten und anfeuerten. Start war meist zwischen 11:30 Uhr und 13:00 Uhr, nur auf Neuwerk konnten wir Tide-abhängig erst um 17:00 aufs Watt. Bei der Zeitmessung galt die Zeit ab Startschuss. Die einzelnen Laufetappen über jeweils 10 12 km waren vielseitig und unterschiedlich anspruchsvoll: Es ging über Sandstrand, Dünen und Deiche sowie am letzten Tag übers durch das Wattenmeer (Weltnaturerbe).

Ich genoss die gesunde, salzhaltige Seeluft und immer wieder den Blick auf die Nordseebrandung. Allerdings musste man mitunter achtsam laufen und z.B. auf Kaninchenlöcher in den Dünen, die mit roter Sprühfarbe markiert worden waren, achten. Dafür war man hier anders als am Strand dem stürmischen Wind nicht so sehr ausgesetzt.

201206120801.jpgVon 8 Tagen konnten wir an 5 Tagen Sonne bei gemäßigten Temperaturen genießen. Nach jedem Lauf erfolgte die Siegerehrung der 3 männlichen und weiblichen Gesamtsieger sowie wechselnd der AK-Sieger (1 x in 8 Läufen) und eine Tombola, bei der es als ersten Preis stets einen Kurzaufenthalt für 2 Personen auf der jeweiligen Insel zu gewinnen gab. Anschließend fand sich oft noch Zeit, das Schwimmbad aufzusuchen oder auf eigenen Faust die Insel zu erkunden und z.B. die Inselkirche zu besichtigen oder im Meer zu waten. Den Abschluss bildete am 16. Juni der jedes Jahr durchgeführte Kultlauf von Neuwerk nach Cuxhafen übers Watt und durch Priele. Über 900 Teilnehmer hatten sich dieses Mal allein für diesen Abenteuerlauf angemeldet. Vermutlich wegen des schlechten Wetters starteten dann nur 720. Zum Glück blieb es während des Laufs trocken, so dass wir uns nur gegenseitig beim Durchqueren der Pfützen und Priele nass spritzten.

Im Ziel bekamen wir nach 8 Tagen und insgesamt 88 Kilometern die verdiente Medaille und genossen die dringender denn je benötigte Dusche. Der einsetzende Starkregen trieb uns zu Disco und Siegerehrung ins Festzelt.

Es siegten Sylvia Jacobs (W50!) vom LC Ron-Hill Berlin und Dennis Mehlfeld vom Lübecker SC, die beide die Tour von Anfang an mit Abstand dominierten. Mit meinem Ergebnis als Gesamt 42. von 168 Frauen und 2. von 16 in der W60 bin ich mehr als zufrieden. Nachts fanden am Strand noch eine beeindruckende Feuershow (als Abschiedsgeschenk für zwei altersbedingt ausscheidende Mitorganisatoren) und anschließend ein Feuerwerk statt.

Fazit: Ich bin wie so viele andere begeistert von der einzigartigen Mischung aus Wettkampf, Laufvergnügen, Naturerlebnis und Urlaub. Es war das schönste Geschenk, das ich mir zu meinem Geburtstag machen konnte.

Der nächste Nordseelauf findet übrigens vom 15. bis 22. Juni 2013 statt und führt über Borkum, durch Butjadingen (Burhave/Tossens), Neuharlingersiel, Otterndorf, Neuwerk-Cuxhaven, Spiekeroog und Wilhelmshaven.

Veranstalter

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Comments

Comment from Harald
Time 27. Juni 2012 at 15:49

Wirklich beeindruckend. Da mache ich auch mal mit. Bisher bin ich wettkampftechnisch ja nur auf Langeoog gelaufen, aber als Fan des Wattenmeeres ist das irgendwann für mich ja ein Muss. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner tollen Leistung. Jetzt laufen die Monster schon über`s Wasser!

Gute Erholung
Harald

Comment from Sabine
Time 27. Juni 2012 at 19:40

Das hört sich wirklich toll an und war sicher ein besonderes Erlebnis. Könnte mir auch gefallen.
Glückwunsch und gute Regeneration

Sabine

Comment from Micha
Time 27. Juni 2012 at 20:39

Toller Bericht,
find ich Super, was für Läufe Du so auftust und bestreitest.
Obwohl ich ja zur Zeit auf Bergtour bin, wäre das auch mal was für mich…… oder als Laufmonster-Tour?!
Mit anschließend tüchtig Pharisäer, oder wie heisst das Zeug.

Gruß Micha

Comment from Manuel I
Time 28. Juni 2012 at 08:20

Hallo Verena,

Wir hatten ja Sonntag schon die Gelegenheit ein wenig zu quatschen. Wirklich ein super Geburtstagsgeschenk hast Du Dir gemacht. Das werde ich mir auch mal auf meine Wunschliste setzen, zumal ich auf einigen der Inseln noch nicht war!

Und Sonnta dann schon wieder mal eben ein Halbmarathon. Was folgt als nächstes…?

LG Manuel

Comment from Fee Rohrmoser
Time 1. Juli 2012 at 16:07

Können das Ganze nur bestätigen, die Laufmariechen Köln waren auch dabei!
Eine Anmerkung: die sieben ostfriesischen Inseln werden nur alle 4 Jahre erlaufen – plus Wattlauf.
Liebe Verena,
sehr guter Bericht!Wir fanden die Veranstaltung auch einmalig schön.
Eva-Maria und Fee

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