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Nachschlag: Der Hitze-Marathon von Düsseldorf

201105150001.jpgEs war das Wochenende mit den meisten Marathonläufen in Deutschland, und so wie ich kämpften Marathonläufer am 8. Mai in Düsseldorf, Hannover, Dresden und zahlreichen anderen Orten bei Temperaturen um 30. Beim METRO GROUP Marathon Düsseldorf holten von 4.000 Vorangemeldeten nur 3.600 Teilnehmer ihre Startunterlagen ab; ins Ziel kamen schließlich 2.597 Einzelläufer. Mit weit über 2.000 gestarteten Teams war die Marathonstaffel auch in diesem Jahr der teilnehmerstärkste Wettbewerb.

mgm_tn.jpgEin Problem ist immer die Parkplatzsuche, da die Innenstadt schon lange vor 8:00 Uhr (entgegen der Ausschreibung) bereits großräumig abgesperrt ist. Wir landeten schließlich auf der anderen Rheinseite, ließen das Auto dort stehen und fuhren bequem mit der Straßenbahn, die lustigerweise U-Bahn heißt, zur Tonhalle in der Nähe des Startbereichs. Die Zeitmessung erfolgte mit Hilfe eines in die Startnummer integrierten Passiv-Transponders, dem Chronotrack, der als Einmal-Chip vom Veranstalter kostenfrei gestellt wurde.

201103198000.jpgNach dem Start bei 25 um 9:30 Uhr zog sich das Feld auf der breiten Rheinuferstraße schnell auseinander, und jeder konnte sein persönliches Tempo laufen. Es gab Brems- und Zugläufer für die angepeilte Zielzeit und eine blau markierte Ideallinie. Ständig wurde es wärmer, und ich freute mich auf die erste Verpflegungsstelle bei Kilometer 5,5. Ca. alle 5 km gab es Wasser, Tee, Elektrolytgetränke und Bananenstückchen, ab Kilometer 27 auch noch Cola. Dazwischen gab es noch alle 2,5 Kilometer Wasserstellen mit Trinkwasser und mit Wasser gefüllte Wannen zum Eintauchen der Schwämme. Leider wurde ich an einem Verpflegungsstand von einem erwachsenen Staffel-Läufer rüde zur Seite geschubst. Die engmaschige Versorgung erwies sich in Anbetracht der weiter steigenden Temperaturen als sehr vorausschauend geplant. Damit auf der Strecke beim Staffelwechsel kein Gedränge zwischen Marathonläufern und Staffelläufern entstand, wurden Staffelläufer jeweils über Weichen in einen Extrakanal geleitet. Diese geniale Idee hätte man auch beim Zieleinlauf anwenden sollen

dscm1201.jpgNach dem Überqueren des Rheins mit der Oberkasseler Brücke kam mir bei ca. Kilometer 10 auf der anderen Seite schon die Spitze entgegen. Fast überall an der Strecke standen begeisterte Zuschauer – besonders viele natürlich in der Nähe der Musikgruppen – und feuerten uns mit den Namen an, die sie auf der Startnummer ablasen. Als ich bei Kilometer 19 wieder zurück über die Oberkasseler Brücke lief, sagte mich der Sprecher sogar mit vollem Namen und Verein an. Es wurde immer heißer, und ich freute mich sogar über den auffrischenden Gegenwind, den ich im allgemeinen als unangenehm, weil Kräftezehrend empfinde. Wann immer es ging, suchten wir nun den Schatten, liefen Umwege, um die inzwischen aufgestellten Duschen auszunutzen, ließen uns von Kindern mit vollen Wassereimern erfrischen oder von Gartenschläuchen mitleidiger Anwohner abspritzen. Ganz Düsseldorf schien auf den Beinen zu sein.

zielvortag.jpgSchnellere Schritte von hinten kündigten nur noch frische Staffelläufer an, alle Einzelkämpfer mussten ihre ehrgeizigen Ziele zurückschrauben, und es gab immer mehr kurzfristige Geher. Auf der Kö waren zwar weniger Zuschauer, aber auf dem Boden wurde auf großen gelben Kreisen runtergezählt: noch 3 km, dann noch 2 km, das mobilisierte die letzten Reserven. Leider liefen die Staffeln jetzt gemächlich zu viert nebeneinander und begleiteten so ihren Schlussläufer, so dass ich jeweils außen um sie herumlaufen musste, um zu überholen. Auch der Zieleinlauf am Rheinufer wurde so zu einem Zickzack-Kurs. Selbst der Sprecher nahm die wenigen Marathonis im Gewühl der Staffel-Läufer nicht mehr wahr und sagte uns daher auch nicht an. Nach 4:21:55 h hatte ich das Ziel als 7. von 27 in meiner Altersklasse erreicht. Richtig beängstigend wurde das Gedränge dann jedoch unmittelbar nach dem Ziel, als ich mich zur Medaillenvergabe durchkämpfen musste.

201105150002.jpgAm Stand der Metro war eine einzelne junge Frau dazu eingeteilt, jedem eine Tüte mit Getränk, Schokoladenkeksen, Duschgel und Kosmetiktüchern auszuhändigen. Staffel-Läufer bekamen entsprechend viele Tüten, Nachschub musste aus großen noch ungeöffneten Kartons geholt werden, und so verzögerte sich die Ausgabe, und wir standen in der prallen Sonne ohne Wasser im Stau. Zum Glück trennte ein Ordner uns von den Staffeln am Aufgang zur oberen Rheinpromenade wo neben dem Massagezelt und den Dusch-Containern das Verpflegungszelt mit ausreichend Elektrolyt-Getränken und -Riegeln, eiskalter Cola, alkoholfreiem Bier, Energy-Drinks, Bananen und Berlinern stand.

201104100015.jpgViele Teilnehmer hatten aufgrund der hohen Temperaturen von am Ende über 30 im Schatten und des starken Windes alle Hoffnungen auf Streckenrekorde oder deutlich schnellere Zeiten begraben müssen. Auch vielen Eliteläufern war es zu heiß, und sie stiegen frühzeitig aus. Während Österreichs Rekordhalter Günther Weidlinger zweimal kollabierte und bei km 25 aufgeben musste, kämpfte sich Jan Fitschen (TV Wattenscheid) bei seinem Debüt als 8. in 2:20:15 durch.

Es siegte Nahashon Kimaiyo in 2:10:54 Stunden, und bei den Frauen wurde die 18jährige Merima Mohammed Erste in 2:28:15 h. Nach 25 km lag Nahashon Kimaiyo noch auf Kurs für eine Zeit unter dem Streckenrekord (2:08:32). „Als der Tempomacher (Andr Pollmächer) bei Kilometer 18 ausstieg, hatte ich die Wahl: Entweder ich bleibe in der Gruppe und laufe 2:15 Stunden oder ich versuche es alleine. Ich wollte den Kursrekord brechen, aber es war einfach zu warm und ab Kilometer 31 hatte ich auch noch starken Gegenwind“, sagte Nahashon Kimaiyo.

Fazit: Der vom IAAF mit dem „Bronce Label“ ausgezeichnete METRO GROUP Marathon ist bis auf die Probleme im Zielbereich eine gut organisierte Veranstaltung mit einer interessanten Streckenführung und großer Unterstützung durch die Bevölkerung.

www.metrogroup-marathon.de

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Comments

Comment from Daniel F.
Time 18. Mai 2011 at 22:36

Hey Verena, Marathon Nr. 31 bei fast 31C Grad… echt krass. Schöner Bericht. Klingt kritischer als dein Gesamtfazit ausfällt. War nie dort, und das wird auch erstmal so bleiben.
Bei dir ist es ja schon wieder kurz vor Marathon, denn der nächste kommt bestimmt… und der könnte auch wieder heiß werden.

Comment from Manuel
Time 19. Mai 2011 at 08:17

Hallo Verena,

Vielen dank für Deinen schönen Bericht ! Also ich persönlich brauche eine solch „heißen“ Marathon nicht mehr. Ich habe mich dort einfach nur durchgequält, weil ich das Frühjahr mit einem beendeten Marathon abschließen wollte. Zeit war natürlich schlechter, Platzierung dadurch aber besser als erwartet, Ich hatte mir nicht umsonst, wegen des Wetterrisikos, eigentlich Rotterdam als Frühjahrsmarathon ausgesucht.
Aber, da ich ja schon das 5. Mal in Ddorf zum Marathon war: Die Stimmung war dieses jahr nicht zu toppen und in den vorderen Bereichen lief alles orga-mäßig einwandfrei. Hier gibt es wenigstens für alle Medaillen und noch ein kleines Sponsoren-Präsent ! Da gab es schon andere Fälle in der Region, wo man auch noch mehr für zahlen muss… ;)

LG Manuel

Comment from Harald G
Time 19. Mai 2011 at 20:36

Hallo Verena,

wie immer ein schöner Beitrag von Dir und eine klasse Leistung durch Wind und Hitze in Ddorf. Ich habe ja gekniffen, aber dafür wichtige Punkte in Hürth sammeln können. Jetzt ziehe ich den Marathon evt. am Sonntag in Menden nach.

Bis bald
Harald

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