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Hier ist er: der Bericht zum Strongman Run

8.jpgAm 13. April sollte es also endlich losgehen. Gut vorbereitet durch regelmiges Bleistiftestemmen und Brosesseltraining konnte doch eigentlich fr den Strongman Run nichts mehr schief gehen. Ausgestattet mit meinen ltesten Laufschuhen (danach Sondermll-entsorgt), meinem Radtrikot (wegen der Tasche hinten), den Rennradhandschuhen (wegen der Griffigkeit) und bewaffnet mit einer Unterwasser-Einwegkamera (die Leser mgen mir die Qualitt der Bilder verzeihen) und den dazugehrigen Brillenputztchern ging ich gut gelaunt und in freudiger Erwartung der Dinge, die da kommen, an den Start.

26.jpgDieser verschob sich zwar um eine halbe Stunde (der gesamte Weg von der Autobahn A 57 bis zum Austragungsort, dem ehemaligen britischen Militrflughafen und jetzigen zivilen Airport Weeze am schnen Niederrhein, war durch die ber 4.000 Teilnehmer „dicht“). Aber alles in allem war das schon top organisiert. Veranstalter war ein namhaftes Unternehmen in der Lebensmittelbranche.

24.jpg12.30 Uhr. Kurz vor dem Start noch ein Bildchen von mir im sauberen Zustand. Mit dem Countdown schob sich dann die Lufermasse auf den Rundkurs von 16 km. Oder waren es doch 18? Schade, zu weit hinten angestanden, Massen vor mir das kann dauern! Aber nach 5 Minuten gings dann im Jogging-Tempo los.

14.jpgDie ersten richtigen Hindernisse waren die „Weezer Alpen“. Eigentlich fr Panzertraining konzipiert, ging es immer steil rauf und runter. Das war fr mich ein schnes Warmup ideales Berglauftraining, runter mal vorzugsweise auf dem Hintern rutschend. Die Hose muss ja ohnehin gewaschen werden.

18.jpgEine Schwierigkeit der besonderen Art stand dann bevor die 7 Meter hohe Klagemauer. Ich hatte nachts kaum mehr geschlafen, wie sollte ich die wohl berqueren? Genug Zeit zum Nachdenken ber die beste Sprungtaktik war mir und den hunderten Anderen pltzlich gegeben Stau!! Die Entdeckung der Langsamkeit. Ruhephase.

17.jpgNach endlosen 15 Minuten Warte- und Denkzeit des Rtsels Lsung: war das etwa zu schwer? Die aufgestellten Strohballen raufklettern, sich durch die anderen festhalten lassen (eng genug war es eh), dann noch 1 Meter hochhangeln ber den Rest der Betonmauer und schlielich der Sprung abwrts auf die Strohballen. Geschafft, keine Knochen gebrochen!

6.jpgWeiter gings zum „Rmerwall“. Ein Hrdenlauf ber die 1,20 Meter hohen Strohhrden. Das allerdings mehrfach hintereinander. Die Adduktoren lassen gren. Nach der 3. Hrde war die Technik schon im Blut. Speedtempo, Armeinsatz, ber den Wall abrollen und runterspringen. Easy, aber nach dem Hindernis war der Puls echt in Wallung. Das Intervalltraining hatte begonnen. Und das mit einer Kamera in der Hand.

15.jpgAls nchstes dann etwas frs Gleichgewicht der „Reifentanz“. Die mehreren Hundert Altreifen, bereinander geworfen, waren Gott sei Dank felgenlos. Die Strategie, die Reifen „mittig zu nehmen“, ging leider bei mir nicht auf. Es war letztendlich doch mehr Arm- als Beineinsatz. Warum nicht gleich auf allen Vieren kriechen, wenn man eh immer auf dem Boden liegt? Nee, dieser Reifentanz war gar nix fr mich….

13.jpgDie anschlieenden „Nordwnde“ waren mal wieder was fr den Berglufer, der „Treibsand“ aber eher was fr die Waden-Krafthansels. Wer hatte sich aber dazwischen den schlammigen Morast einfallen lassen? Sptestens nach diesem mehrere Meter langen und bis zu 40 cm tiefen Modder war ich mit der Verknotung meiner Schnrsenkel (10 Mal) zufrieden, ich musste meine Schuhe zumindest nicht wie Andere suchen gehen und wieder anziehen.

Das folgende Hindernis war geheimnisumwittert das „Schwarze Loch“. Der Blick zum Bunker, der durchlaufen werden musste, war durch Sichtschutz gesperrt. Was war nur drinnen zu erwarten? Mit allem Mut, meiner ganzen Lebenserfahrung und zwei Kilo schwereren Schuhen Augen zu und durch. Hier gibts keine Fotos, und das dunkle Geheimnis werde ich euch an dieser Stelle nicht lften! Nur so viel: Da muss man echt hart drauf sein und seine Sinnesorgane im Griff haben!

11.jpgZur Entspannung jetzt mal ein paar hundert Meter Waldlauf, Erholung vom Schwarzen Loch. Was war nur das Nchste? Auch wenn der Gelndeplan vorher verteilt wurde, ich hatte ihn schlichtweg verdrngt und auerdem auch keine Hand mehr frei. Bedingt durch einen weiteren Stau konnte ich mir die Zeit nehmen, das kommende Hindernis einmal genauer zu betrachten die „Rattenlcher“. Frs Durchqueren der meterlangen Tunnelrhren war Robben und Schulter einziehen angesagt. Und ein ausschlielicher Unterarmeinsatz schont schlielich auch mal Oberschenkel und Waden.

7.jpgZur Abwechslung danach wieder ein Hrdenlauf („Pilgerpfad“) mit der bisherigen „Anlauf- und Sprungtaktik“. Aber das Beste stand mir noch bevor. Die „Schlammschleuse“ mit anschlieendem „Loch Nass“. Ein riesiges Terrain, bestehend aus Schlamm, Modder und Wasser. Also

– erstens eine Fangopackung fr die Beine (bis zu 1,20 Meter Tiefe; fr den, der vom rechten Wege abkam, war Hilfe angesagt, aus eigener Kraft ging dann nichts mehr)

– zweitens, weil es so schn war: Robben durch Schlamm und Wasser (wirklich nur robben. Der waagerecht angebrachte Zaun in 80 cm Hhe erforderte liegenden Ganzkrpereinsatz). Und

– drittens danach Abduschen: warum nicht ein paar hundert Meter durch bis zu einem Meter tiefen, etwas recht khlen Wasser waten?

Prima, wieder sauber! Aber wo sind nur meine Beine? Nach dem Klteschock dauerte es schon ein paar Minuten, um zu wissen, ob noch Leben im Krper ist kein Beingefhl mehr. Egal, jetzt die Sandkuhle wieder rauf, die Schlammschleuse und Loch Nass sind geschafft.

4.jpgHALBZEIT! Jetzt das Ganze noch mal, also die zweite Runde mit den fast gleichen Hindernissen, (es kamen nur noch ein paar hinzu). Bericht: siehe oben! Nach einer hervorragend schnellen Zeit von nur 2:23 Stunden (leider keine Marathonzeit) brutto noch ein kurzer Stopp vor der Uhr, ein Foto und Schluss. Geschafft ein Strongman, unverletzt und trotz des 8-Minuten-Schnitts zufrieden.

3.jpgAngesichts meiner neuen hart erlaufenen Trend-Frisur zog ich es dann doch vor, mich direkt und unmittelbar laufend zum Auto zu begeben und jedwedem Sozialkontakt aus dem Wege zu gehen. Man(n) ist halt eitel – das richtige Leben beginnt erst nach der (warmen) Dusche.

Fazit: Ihr msst das nchstes Jahr unbedingt mitmachen. Termin Ende Mrz 2009 schon mal notieren! Und fr den, der etwas hnliches erleben will: Im September weile ich in der Bretagne, dort laufe ich am 21.09.2008 wieder den 32 km-Lauf „A travers Lestran“. „Travers“ ist das Durchqueren, und „estran“ ist die Watt- und Schlammlandschaft bei Ebbe… Bericht folgt!

9 Kommentare zu „Hier ist er: der Bericht zum Strongman Run“

  1. Hallo Mattes,

    ein toller Bericht mit eindrucksvollen Fotos. So klasse Bilder habe ich bisher noch nicht gesehen. Das macht schon Lust auf „Ich will auch mal“ ;-) Und die Frisur ist echt trendy, da hast Du Recht.
    Bin schon auf den nchsten Bericht von Dir gespannt. Du lufst schlielich schon ein paar auergewhnlichere Veranstaltungen als wir. Also weiter so !!!!

    Gru, Manuel

  2. Ein schner Bericht und endlich mal Fotos aus der Teilnehmerperspektive! Da sprt man frmlich schon wieder den Matsch an den Fen.

    Mir hat der Lauf – bis auf die stndigen Wartezeiten – auch gut gefallen. Hat richtig Spass gemacht.

    Meinen Bericht aus der Perspektive meines Laufschuhs knnt ihr hier in meinem NotizBlog lesen, wenn ihr wollt: http://www.stefansnotizblog.blogspot.com/2008/04/ein-laufschuh-beim-strongman-run.html

    Gru aus Hagen
    Stefan („Lauflwe“)

  3. Hallo Bleistiftstemmer und Brohengst,
    Du also gehrst auch zu den 4000 Unverwstlichen! Mein kurzer Eindruck von dem alles in allem recht netten Artikel war:
    Vom Lebensmittelveranstalter kannst Du keine Mittel fr die nchsten Lufe erwarten, wenn Du noch nicht einmal den Sponsor preisgibst!
    Der Lauf selbst muss ja recht erholsam gewesen sein, bei all den Ruhepausen.
    Ein bissel hangeln, den Puls in die Hhe treiben (das gelingt mir auch ohne Hrden), auf Reifen tanzen, zwischendurch Schnrsenkel binden (wieder ne kleine Pause), ein kleiner Waldlauf zwischendurch, Fango fr die Gesundheit und zum Schlu als Warmduscher outen.
    Na ja, ich habe meinen Tag geruhsamer verbracht, deshalb will ich nicht meckern!
    Herzlichen Gru, Matthias und weiter so!

  4. Ciao Mattes,

    Habe deinen Bericht mit Freude gelesen!
    Aber ich glaub ich laufe doch lieber in den Bergen!
    Bist du dieses Jahr am Graubnden Marathon auch wieder dabei?

    Liebe Grsse aus der Schweiz und herzliche Gratulation Barbla

  5. Halli Hallo,

    der Run war auch im Nachhinein echt witzig und mal was Anderes! Alle Sachen sauber, und beim Halbmarathon in Bonn habe ich diverse STRONGMAN getroffen. Ich freue mich schon wieder auf diese „schrgen Dinge“ ab Herbst. Doch zunchst einmal ist Training fr den LGT-Marathon im Juni in Liechtenstein angesagt.

    Bis denne Strongman Run Bericht 2009 folgt im April 2009!

    Gru Mattes

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