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hella marathon nacht rostock am 4.8.: Ein Laufmonster war dabei

201110020045.jpgAls ob ich es geahnt htte, reiste ich schon am Vortag mit der Bahn an und erlebte eine derart chaotische Anreise, dass die handschriftliche Schilderung eine DinA4-Seite fllte „Thank you for travelling with Deutsche Bahn“! Nach dem Einchecken im empfehlenswerten Hanse-Hostel Rostock erholte ich mich ein wenig auf dem Weg zur historischen Stadtmitte, dem Neuen Markt mit seinen schnen Giebelhusern, wo die Startunterlagenausgabe erfolgte. Auffallend war, dass in der Stadt nirgendwo ein Anzeichen zu entdecken war, dass die Marathon-Nacht bevorstand: Weder stand etwas in den rtlichen Zeitungen, noch sah man bereitgestellte Absperrgitter oder Plakate, die auf das Event hinwiesen, auch Lufer waren kaum auszumachen. Alles war fokussiert auf die Hanse Sail, eine internationale Regatta mit 2000 Seglern, die in der Woche nach dem Marathon beginnen sollte.

Im Rathaus erhielt ich meine Startnummer sowie das fr 5 vorbestellte attraktive nachtblaue Baumwoll-Finisher-T-Shirt (fr 16 bekam man ein Funktions-Shirt) und ein paar Sebamed-Prbchen. Ein Kleiderbeutel war in den sehr preiswerten Frhmeldergebhren von 30 nicht enthalten; es gab nur einen Startnummernaufkleber, mit der der private Kleiderbeutel zu versehen war. Fr die Zeitnahme wurde ein kleiner Plastikkarten-Chip mit Transponder ausgehndigt, der im Ziel zurckgegeben werden musste.

Den nchsten Tag verbrachte ich faulenzend bei herrlichem Sommerwetter in Warnemnde am Strand und fand mich dann am spten Nachmittag wieder auf dem Neuen Markt ein. Dort irrte ich lange herum, fragte Ordner, die keine oder die falsche Auskunft gaben, bis ich die gut versteckte und mit einem falschen Hinweisschild versehene Kleiderbeutelabgabe fand. So war ich schon gut warm gelaufen, als um 18:00 Uhr der Start erfolgte.

Ja, es war schwlwarm in der Innenstadt mit dem Krpeliner Tor aus dem 13. Jahrhundert und den Wallanlagen, die wir zweimal durchliefen, bevor wir zum Hafen abbiegen konnten. Pfeile am Boden wiesen uns den Weg.

Dort begann ein sanfter Nieselregen, der allerdings nur wenig Erfrischung brachte. Auf dieser (nahezu) Pendelstrecke hatten wir Gelegenheit, einige Grosegler zu bewundern. Whrend uns in der Stadt noch Passanten anfeuerten, wurde es jetzt sehr ruhig. Wir liefen zum anderen Ufer, wo uns entlang der Unterwarnow durch kleine Wldchen und Grnanlagen der Ausblick auf die Rostocker Skyline begleitete.

Der jetzt einsetzende Regen brachte nicht nur etwas Abkhlung, sondern bescherte auch zusammen mit der tief stehenden Sonne einen doppelten Regenbogen, der leider in unserem Rcken auftauchte. Wie bedauerte ich, keinen Fotoapparat dabei zu haben!

Durch lndliche Gegend kamen wir nach Krummendorf. Der Regen hatte aufgehrt, und die Temperatur wurde luferfreundlicher. Im Villenviertel Gehlsdorf gab es ein paar „Stimmungsnester“, dann wurde es wieder lndlich, und wir nherten uns dem Warnowtunnel, der die Unterwarnow unterquert. Hier wurde um 20:00 Uhr der Halbmarathon gestartet, zu dem die Lufer per Schiff transportiert worden waren. Die Staffellufer waren sogar zu ihren jeweiligen 7 Wechselpunkten verschifft worden.

Dieser Tunnel ist die erste mautpflichtige, privatwirtschaftlich betriebene Fahrstrecke Deutschlands im Durchgangsverkehr. Fr uns Lufer wurde sie fr den Autoverkehr komplett gesperrt. So leicht das Eintauchen und Durchlaufen des 790 Meter langen Tunnels war, so mhselig gestaltete sich die anschlieende lange Steigung. Durch die Alte Warnemnder Chaussee erreichten wir schlielich den IGA-Park, wo 2003 die Internationale Gartenausstellung stattfand. Nach etwas mehr als fnf Kilometern „Erholung“ im heute noch ansprechenden Gelnde folgte dann die gleiche Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. Am Ende des Tunnels gab es nicht nur eine Verpflegungsstelle, sondern auch gute Mucke, die Beine machte. An den zum Glck alle 4 5 km eingerichteten Verpflegungspunkten bekamen wir Wasser, mitunter auch Cola, leider nur zweimal Bananen- und pfelstcke. Zum Glck hatte ich eigene Verpflegung dabei.

Wieder ging es durch Felder, Wald, eine kleine Wohnsiedlung bis Toitenwinkel. Manche Anwohner saen immer noch drauen beim Abendbrot und wollten partout nichts von ihren leckeren Tomatenstckchen abgeben. Hinter Gehlsdorf ereichten wir nach Kilometer 36 wieder das Warnowufer. Die Nacht war hereingebrochen, und die jeweiligen Kilometerschilder nahm man nicht mehr war. brigens wurden in diesem Jahr erstmals die bereits gelaufenen Kilometer angegeben und nicht wie in den Vorjahren die noch zu laufenden Kilometer Circa 4 Kilometer ging es wieder auf dem Naturweg an der Unterwarnow entlang, der nun in regelmigen Abstnden mit kleinen Grubenlampen bestckt war sehr romantisch! Der Blick schweifte hinber auf die andere Seite mit der hell erleuchteten Stadt, deren Silhouette sich im Wasser spiegelte.

Nach diesem Highlight wurde es allerdings pltzlich brenzlig: Bisher waren die Wege weitgehend verkehrsfrei gehalten worden, und mit wenigen Ausnahmen wurden wir perfekt von Ordnern geleitet, so dass ich mich nur einmal kurz verlief. Jetzt musste eine Strasse berquert werden, auf der reger Autoverkehr herrschte. Als ich mich nherte und fragte: „Wohin?“, bekam ich die Antwort: „Da, wo das grne Licht ist.“ Besagtes Licht stand klein und unscheinbar am Boden, verdeckt von den hin und her fahrenden Autos! Schlielich erbarmte sich ein Polizist und hielt den Verkehr fr mich an. Puh!

Eine Steigung noch, dann musste in der Innenstadt noch eine groe Schleife ber grobes Kopfsteinpflaster gelaufen werden. Ich schloss mich dem jungen Zuglufer Markus mit dem 4:30er Luftballon an, der anbot, mich zu ziehen. Tatschlich verdanke ich seinem Einsatz meine Punktlandung im Ziel auf dem Marktplatz: Brutto 4:30:00 h, netto 4:29:41 h als 13. von insgesamt 25 Frauen. Danke noch mal, Markus!

Jens Grnthal aus Lbeck siegte in 2:56:47 h und bei den Frauen Patricia Kusatz aus Berlin in 3:16:28. Die vom Veranstalter angegebenen 1671 Teilnehmer schlieen Halbmarathonis, Walker, Staffel-Lufer und Kinder vom Kids Lauf mit ein. Den Marathon finishten 224 Teilnehmer.

Mit frisch erworbener Medaille um den Hals Getrnke, Bananen- und Apfelstcke aufgenommen, dann machte ich mich auf die Suche nach den Massagebnken. Wie bei der Kleiderbeutelausgabe war auch die Massage nicht ausgeschildert, und ich irrte suchend und unwissende Ordner fragend ber den Marktplatz. Schlielich fand ich das Massagezelt versteckt hinter den Rot-Kreuz-Einsatzwagen.

Fazit: Der Nachtmarathon in Rostock ist sowohl ein Stadt- als auch ein Landschaftsmarathon. Die Strecke ist abwechslungsreich mit einer sportlichen Bewhrungsprobe beim zweimaligen Durchqueren des Warnowtunnels. Fr das niedrige Startgeld verzeiht man die kleinen oben genannten Mngel.

Veranstalter

2 Kommentare zu „hella marathon nacht rostock am 4.8.: Ein Laufmonster war dabei“

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