Main menu:

Vorankündigungen

Nächste Veranstaltungen

Keine Veranstaltungen

Kategorien



Social Distancing ist eigentlich ein alter Hut

Das in Corona-Krisenzeiten momentan so krampfhaft praktizierte „Social Distancing“ ist womöglich gar keine so großartig neue Gepflogenheit, wie momentan fast alle glauben. „Meine Frau hat eigentlich die klassische Ausprägung von „Social Distancing“, wie sie propagiert und aktuell für absolut notwendig gehalten wird, bereits zehn Jahre vor unserer Trennung begonnen anzuwenden“ so ein betroffener Düsseldorfer. „Ich habe das erst für einen neurotischen Spleen gehalten und als belanglos abgetan. Sie arbeitet schon seit vielen Jahren im sozialen Bereich. Und gerade dort werden ja manchmal schon etwas seltsam anmutende Feldstudien betrieben. Doch über die Jahre wurden die Ticks schlimmer und wirkten sich direkt auf unser Zusammenleben aus. Aus räumlicher Separierung wurde nach und nach eine Abwertung meiner Person und meines kompletten Lebensentwurfs bis hin zur Entwertung meiner Interessen sowie aller früheren gemeinsamen Lebensaspekte. Wenn man diese Entwicklung im Nachhinein genauer betrachtet, könnte man fast behaupten, meine Frau habe „Social Distancing“ erfunden“ so der Ex-Kölner immer noch wenig amüsiert bis fassungslos.

„Was ich mich mittlerweile frage, ist, warum Sie nicht bereits vor über zehn Jahren einen eindeutigen Schlussstrich unter die Beziehung gezogen hat. Das wäre für alle bis auf die natürlich ebenfalls involvierten Kinder sicherlich besser gewesen. Doch vermutlich hat Sie selbst den Überblick über die Entwicklung verloren und die Reißleine nicht mehr gefunden. Anscheinend in großer seelischer Not ließ Sie daraufhin im Jahre 2013 einen nur für Sie vorteilhaften Ehevertrag aufsetzen, um zumindest kurzfristig wieder den Kopf frei zu bekommen und Handlungsfreiheit für eine nicht mehr allzu langfristig geplante gemeinsame Zukunft zu gewinnen. Denn auf Dauer unsozial gelebtes „Social Distancing“ führt zu einer Art „Tunnelblick“. Alle für jeden Normalbürger letztlich alltäglichen Verhaltensweisen werden im Zusammenleben zunehmend als überwiegend fremd und bedrohlich wahrgenommen. Der Betreffende kann nicht mehr richtig entspannen und entwickelt ein übersteigertes Kontroll- und Entscheidungsbedürfnis in allen Lebensbereichen, das keine Abweichung von einer zur strengen Norm verfestigten rigiden und freudlosen Lebensweise mehr zulässt.“

Die Beschreibungen und Erfahrungen des unmittelbar Betroffenen könnten glatt als Blaupause für noch kommende gesamtgesellschaftliche Entwicklungen angesehen werden. Doch die ziemlich frustrierende Lebensbeichte geht noch weiter. „Was im sozialen Umfeld mit zunehmendem Realitätsverlust und zunächst harmlosen Mätzchen beginnt, kann auch bis hin zu dauerhaftem psychischem Terror ausarten. Dies führt fast zwangsläufig auch zu realen physischen Auswüchsen. Meine Frau hat zwischenzeitlich geradezu eine Aversion auf alle Gegenstände entwickelt, die ich in das ehemals gemeinsame Heim eingebracht oder zwischenzeitlich erworben habe. Das reicht von einer simplen CD oder DVD über von mir gefertigte Bilder im Haushalt bis hin zu meinem Fahrrad in der Garage. Anscheinend kann und will Sie den Anblick all dieser doch eigentlich harmlosen Gegenstände nicht mehr ertragen. Eine ziemlich beängstigende Entwicklung und hoffentlich kein Vorgriff auf noch schlimmere Auswüchse in der aktuellen Corona-Krise“ so der Vater von zwei Töchtern weiter.