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Nächtlicher Filmtipp: Der Räuber

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Laufen als Obsession und – ganz wichtig und filmisch singulär – fast einziger Lebensinhalt. Neben dem Bankraub und den damit verbundenen Gefahren. In Benjamin Heisenbergs Film Der Räuber geht es um Geschwindigkeit. Ein läuferisch enorm veranlagter Einzelgänger und erwischter versuchter Bankräuber läuft selbst im Gefängnis bis zur Obsession und trainiert sich eine beachtliche Form an. Diese nutzt er – wieder in Freiheit – zu erneuten und dieses Mal erfolgreichen Raubzügen sowie nicht nur nebenbei hervorragenden Marathon-Läufen.

Und das ist das Problem. Der Erfolg in seinen “Metiers” ist augenscheinlich sein einziger Lebensinhalt. Und seine einzige Triebfeder, obwohl er das erbeutete Geld offensichtlich noch nicht einmal (mit Genuss?) ausgibt. Trotz der vielen erfolgreichen Raubzüge nebst Siegen und guten Platzierungen bei überregionalen Laufveranstaltungen (u.a. Wien Marathon) findet er partout nicht in ein halbwegs “normales” Leben zurück. Die perfekt choreographierten Laufsequenzen machen neben den mit fast dokumentarischer Konsequenz festgehaltenen Raubüberfällen dabei den Reiz dieses quasi an der Geschwindigkeit schwelgenden Films aus.

Die guten Darsteller – allen voran Andreas Lust als getriebener und überaus authentischer Hauptakteur – setzen dem Film weitere Glanzlichter auf. “Ich kann nicht anders – ich muss laufen und rauben”: Das Sujet war 2009 vielleicht noch etwas sperrig, mittlerweile könnte man es fast dem Mainstream zurechnen. Die vielen perfekten und immer der Handlung sowie der Sichtweise des an der “normalen” Gesellschaft gescheiterten “Helden” verpflichteten Einstellungen (die absolute läuferische Flucht nach einem Überfall in der Wiener Innenstadt) spiegeln perfekt sowohl den sportlichen Perfektionswillen als parallel auch den Niedergang eines desillusionierten Außenseiters wider – zeitlich nicht unbedingt überraschend beinahe parallel zum Auftauchen und unmittelbaren Verschwinden der sportlichen bzw. läuferisch relevanten Blog-Landschaft. Ein spannender Film und darüber hinaus eine sehr interessante Allegorie über das Leben ohne – und das Laufen ohne Sinn.

Sendetermin: ZDF, diese Nacht 00:35 Uhr

Videostream bis 2. März hier.

Foto: Verleih


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