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Deutsche Jugendliche bewegen sich zu wenig

2013-03-12-0998-1024.jpgForscherteam der Universitt Bielefeld legt nationalen Abschlussbericht einer internationalen Vergleichsstudie zur Jugendgesundheit vor. Mehr als 80 Prozent der deutschen Jugendlichen bewegen sich zu wenig. Der Anteil krperlich aktiver Jugendlicher sinkt zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr drastisch. „Laut internationalen Empfehlungen sollten sich Jugendliche tglich 60 Minuten so bewegen, dass der Pulsschlag erhht wird und sie ins Schwitzen kommen. Nur ein geringer Teil der deutschen Jugendlichen erreicht diesen Schwellenwert“, sagt Gesundheitswissenschaftlerin Professorin Dr. Petra Kolip von der Universitt Bielefeld. Sie hat den deutschen Teil der Studie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) geleitet. Die Studie zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern wurde unter Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO in rund 40 Lndern und Regionen Europas und Nordamerikas durchgefhrt. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf Geschlechterunterschieden. Der Abschlussbericht der aktuellen Erhebungswelle ist Anfang Mrz im Verlag Beltz-Juventa erschienen. An der Erhebung waren neben dem Bielefelder Team auch Forschergruppen der Universitt Hamburg, der Technischen Universitt Dresden und der Fachhochschule Frankfurt am Main beteiligt.

Krperliche Aktivitt – hiermit ist nicht nur sportliche Bewegung gemeint – ist von hoher Bedeutung fr die Gesundheit. Sie wirkt sich kurz- und langfristig positiv auf die physische und psychische Gesundheit aus. Zudem kann die schulische und kognitive Leistungsfhigkeit von krperlicher Aktivitt profitieren. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich Jugendliche mit zunehmendem Alter weniger bewegen. Sind es bei den 11-Jhrigen noch jeder vierte Junge und jedes fnfte Mdchen, die die Empfehlungen erreichen, sinkt dieser Anteil zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr drastisch. Mehr als 80 Prozent bewegen sich zu wenig. Dabei finden sich, wie auch in anderen Bereichen gesundheitsrelevanten Verhaltens, deutliche Unterschiede zwischen Mdchen und Jungen: Whrend 20 Prozent der Jungen die Empfehlungen fr krperliche Bewegung erreichen, trifft dies nur auf 14 Prozent der Mdchen zu. Im europischen Vergleich gehrt Deutschland damit zu den Schlusslichtern.

2013-03-12-0997-1024.jpgAuch fr die sportliche Aktivitt finden sich deutliche Geschlechtsunterschiede: Whrend immerhin 38 Prozent der 11- bis 15-jhrigen Jungen mindestens vier Stunden in der Woche Sport treiben, sind es bei den Mdchen nur 25 Prozent. „Krperlich aktive Jugendliche bewegen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Erwachsenenalter. Auch deshalb ist es wichtig, Bewegung als Teil der Gesundheitsfrderung im Jugendalter zu verankern“, so Dr. Jens Bucksch, wissenschaftlicher Geschftsfhrer des WHO Collaborating Centres an der Universitt Bielefeld. Trendanalysen ber die zurckliegenden zwlf Jahre zeigen, dass sich die Situation zum Bewegungsverhalten ber die Jahre leicht verbessert hat, aber nach wie vor erschreckend wenige Jugendliche die Empfehlungen erreichen. Der Geschlechterunterschied hat sich ber die Zeit nicht verndert, sodass die Bielefelder Forschergruppe dringend eine geschlechtergerechte Bewegungsfrderung fordert. „Gesundheits- und Bewegungsfrderung muss die unterschiedlichen Bewegungsmotive und -vorlieben von Mdchen und Jungen gleichermaen aufgreifen, wenn sie erfolgreich sein will“, formuliert Professorin Dr. Petra Kolip.

Die Studie: Die deutsche Teilstudie der internationalen HBSC-Studie hat das Bielefelder „WHO Collaborating Centre for Child and Adolescent Health Promotion“ (Kollaborationszentrum der Weltgesundheitsorganisation zur Kinder- und Jugendgesundheitsfrderung) unter Leitung von Professorin Dr. Petra Kolip von der Fakultt fr Gesundheitswissenschaften der Universitt Bielefeld koordiniert. Im Mrz ist der Abschlussbericht unter dem Titel „Gesundheit und Gesundheitsverhalten im Geschlechtervergleich“ im Verlag Beltz-Juventa erschienen. Das Themenspektrum der HBSC-Studie reicht von gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen wie Bewegung, Obst- und Gemsekonsum, Frhstcks- und Ditverhalten bis hin zu Themenfeldern wie schulischer Zufriedenheit, Wohlbefinden, subjektiver Gesundheit, Lebenszufriedenheit, Medienkonsum, Unfallhufigkeit oder auch Mobbing.

Weitere Informationen finden sich hier: Studie, Buchpublikation, Trendanalyse

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