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Bilder von Nahrungsmitteln erzeugen Hunger

2012011600902b.jpguere Reize steuern die hormonelle Regulation fr unser Essverhalten. Erstmalig weisen Max-Planck-Forscher wissenschaftlich nach, was der Laie schon immer wusste: Alleine der Anblick leckerer Speisen macht Appetit. Die aktuelle Studie an gesunden jungen Mnnern belegt, dass sich die Menge am neurosekretorischen Eiweihormon Ghrelin im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhht. Als Hauptregulator steuert Ghrelin sowohl unser Essverhalten als auch krperliche Prozesse zur Nahrungsverwertung. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren, dass neben den physiologischen Mechanismen zur Erhaltung des Energiestatus auch Umweltfaktoren spezifischen Einfluss auf die Nahrungsaufnahme nehmen. Die allgegenwrtige Prsenz von appetitanregenden Lebensmitteln in den Medien knnte zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevlkerung beitragen.

Warnung: „Vermeiden Sie das Betrachten von appetitlichen Speisen, sie werden sonst hungrig!“ So oder hnlich knnte zuknftig die Empfehlung eines Ditberaters lauten. Seit langem geht man davon aus, dass neben den physiologischen Regelkreisen zum Erhalt eines ausreichenden Energiestatus fr den Krper auch uere Reize, wie der Geruch oder Anblick von Speisen, unser Hungergefhl und das einsetzende Essverhalten beeinflussen. Die Gefahr, dass es dadurch zur Nahrungsaufnahme kommt, obwohl der Energiestatus des Krpers dies gar nicht bentigt, ist in unserer durch Werbung geprgten Gesellschaft besonders hoch.

Die Arbeitsgruppe um Axel Steiger am Max-Planck-Institut fr Psychiatrie ging den molekularen Prozessen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme in einer Studie mit gesunden Mnnern auf den Grund. Untersucht wurde die spezifische physiologische Reaktion der Probanden auf das Betrachten von Bildern, die entweder gut schmeckende Speisen darstellten oder nicht essbare Objekte zeigten. Gemessen wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, wie Ghrelin, Leptin und Insulin. Tatschlich konnten die Forscher einen Anstieg der Ghrelin-Konzentration spezifisch auf die optischen Reize mit Speisen messen.

„Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme auch durch uere Faktoren gesteuert wird. Unser Gehirn verarbeitet also diese optischen Reize, und ohne willentliche Kontrolle werden die krperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern. Ein Mechanismus, der uns dazu verleiten knnte, bereits zwei Stunden nach dem Frhstck ein Stck Kuchen zu verzehren“, sagt Petra Schssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut. Sie empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel mglichst zu vermeiden.

Schssler P, Kluge M, Yassouridis A, Dresler M, Uhr M, Steiger A.
Ghrelin levels increase after pictures showing food Obesity (Silver Spring). 12. Januar 2012, doi: 10.1038/oby.2011.385

Mehr Informationen: Max-Planck-Gesellschaft bzw. Informationsdienst Wissenschaft

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