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Rhein-Ruhr Marathon Duisburg – ein Marathon mit Streifen

dscm1819.jpgNachfolgend wieder einmal ein schöner Gastbericht von Verena Hajek zum diesjährigen Marathon-Highlight im Ruhrgebiet. Here we go: Nachdem ich schon am Vortag meine Startunterlagen abgeholt hatte und meinen Namen in der Teilnehmerliste im Programmheft abgedruckt fand, machte ich mich am nächsten Morgen wieder im Auto aus Köln auf den Weg zum Sportpark Duisburg. Wie in der Ausschreibung empfohlen, folgte ich der Beschilderung Richtung Sportpark Wedau und endete an einer Absperrung, an der ein Polizist gebetsmühlenartig alle Autofahrer anwies, in einer großen Runde einmal um den Regattasee zu fahren. Und so ging es weiter: Obwohl in der Anmeldebestätigung stand, dass „ausreichend Parkraum vorhanden“ sei, mussten viele verbotenerweise ihr Auto im Straßenbegleitgrün abstellen oder einen längeren Fußweg in Kauf nehmen. So kam ich trotz pünktlicher Anreise etwas in Zeitdruck.

Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbunds Duisburg, der gemeinsam mit dem LC Duisburg den Lauf organisiert, teilte mit, dass in diesem Jahr mehr als 7000 Teilnehmer in den verschiedenen Disziplinen an den Start gingen. „Wir liegen mit über 1500 Meldungen über dem Ergebnis von 2009“, teilte er mit. Steigerungen bei den Teilnehmerzahlen seien in allen Wettbewerben des Rhein-Ruhr-Marathons zu verzeichnen. Busch: „Nach wie vor boomt der Halbmarathon. Aber wir haben auch deutlich mehr Teilnehmer, die sich an die klassische Distanz über 42,195 Kilometer wagen.“ Nach dem Ausfall des Karstadt-Marathons hatten sich offenbar viele beim Rhein-Ruhr-Marathon angemeldet. Wäre die Wettervorhersage besser gewesen, hätten sich vermutlich noch etliche nachgemeldet.

Durch einen schweren Verkehrsunfall am frühen Morgen in Duisburg-Meiderich dauerte besonders die Beseitigung der Glasscherben so lange, dass alle Starts um 30 Minuten verschoben werden mussten. Für diejenigen, die sich vorher schon warm gelaufen hatten, war dies natürlich unangenehm, aber so konnten wir den aktuellen Schauer in einem der vielen Unterstände und Zelte abwarten. Ich fand Unterschlupf im Zelt der freundlichen Mitarbeiter von Pokale Petersen, die nach dem Zieleinlauf eine kostenlose Gravur der Medaille mit der Zielzeit anboten. Fasziniert und entgeistert zugleich konnten wir zusehen, wie eine Frau ihren Hund unmittelbar vor dem Zelteingang sein großes Geschäft erledigen ließ. Na, wenn das kein Glückszeichen war!

Um 9:50 Uhr erfolgte dann schließlich der Start bei gefühlten 10 und nur noch leichtem Nieselregen.Die optimale Laufstrecke war mit einer grünen Fahrbahnmarkierung gekennzeichnet und jeder Kilometer beschildert. Theoretisch konnte man alle 5 km anhand von Uhren seine Zwischenzeiten überprüfen. Einige Uhren waren allerdings (wegen des schlechten Wetters?) ausgefallen.

dscm15791.jpgTrotz der komplett abgesperrten, angeblich verkehrsfreien Strecke erlebte ich mehrere Beinahe-Unfälle: Als das Läuferfeld auf den ersten Kilometern noch dicht war, fuhr ein Flaschen sammelnder Radfahrer quer durch die Menge und kommentierte unsere Rufe mit einem rechthaberischen: „Es ist doch grün!“ Später überquerte eine ältere Dame voller Gottvertrauen ohne rechts zu schauen unvermittelt die Strasse, als ich auf gleicher Höhe war. Gefährlicher waren die folgenden beiden Situationen: Ein Anwohner fuhr mit seinem Auto los, ohne auf die Läufer zu achten, obwohl in den örtlichen Medien über die jeweiligen Straßensperrungen ausführlich informiert worden war. Passenderweise befand ich mich genau im toten Winkel Den größten Schreck verschaffte mir allerdings ein Polizist, der an einer Kreuzung Autos passieren ließ, als ich queren wollte, und auf mein entsetztes „Nein!“ nur erwiderte: „Ich pass doch auf“. Da schüttelten selbst die Zuschauer den Kopf und gaben mir Recht.

15 Samba-Bands, klassische Musik vom Band vor dem Stadttheater, Live-Musik der Duisburger Philharmoniker sowie die Besucher etlicher Straßenfeste, die wir durchquerten, feuerten uns an. In der Bahnhofstrasse wurden die Läufer von einem Sprecher sogar einzeln mit Vereinsnamen vorgestellt.

Neben vielen Zuschauern, die uns privat mit Stärkungsmitteln aller Art versorgten, gab es an insgesamt 17 offiziellen Versorgungsstationen zunächst Wasser und Iso-Getränke, später auch Bananen und Sinalco sowie gegen Ende Cola.

Die im Starkregen ausharrenden ehrenamtlichen Helfer waren die eigentlichen Helden des Rhein-Ruhr-Marathons. War das Wetter über 2/3 der Strecke für Läufer bei Temperaturen um die 15 angenehm kühl, bedeckt, streifenweise sonnig, dann wieder durchsetzt mit leichtem Regen, allerdings oft stark windig, kam dann eine schwarze Unwetterfront auf uns zu. Es schüttete wie aus Eimern – ich verweise auf die eindrucksvollen Fotos unter Runners World. Die jetzt am Streckenrand zu sehenden Duschen entlockten uns höchstens noch ein Grinsen. Die letzten 3 Kilometer kam dann die so genannte dritte Luft, und ich konnte im Endspurt die unterwegs verlorene Zeit ein wenig aufholen. Die kurze Steigung vor dem Wedau-Stadion nahm ich gar nicht mehr wahr, sondern genoss im Runners High den Zieleinlauf in die MSV-Arena trotz des strömenden Regens nach 4:33:14 h.

Insgesamt finishten 167 Frauen und 990 Männer. Es gewann Magnus Kreth vom ASV Duisburg (zum 3.Mal) in 2:29:43 h. Am Ende hatte er fast drei Minuten Vorsprung vor Sascha Velten, dem Vorjahressieger, der in 2:32:23 Stunden als Zweiter über die Ziellinie lief. Den dritten Platz erreichte Robert Jäkel in 2:34:44 Stunden. In der Frauenwertung gab es auf den letzten Metern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwar lag Antje Möller vom ASV Duisburg bei der Halbmarathondistanz bereits über drei Minuten vor ihren beiden ärgsten Konkurrentinnen, aber im Ziel war der Vorsprung auf sieben Sekunden geschrumpft. Möller gewann die 27. Auflage in 2:58:41 Stunden. Sabrina Krämer vom LC Duisburg finishte eine Sekunde vor Claudia Röther, die 2:58:49 Stunden benötigte.

Nacheinander erhielt ich mit dem Glückwunsch – wie alle Frauen – eine langstielige rote Rose, dann die aufwändig gestaltete Medaille sowie die obligatorische Wärmefolie. Im Nachzielbereich gab es dann noch einmal Getränke (auch frisch gezapftes König-Pilsener) und Bananen. Das im Preis inbegriffene (!) Puma-Finisher T-Shirt gab es leider nicht mehr in meiner Größe, obwohl diese bei der Anmeldung und auch auf der Startnummer notiert worden war. Hier hätte man bei der Ausgabe etwas sorgfältiger sein können.

Ich stellte mich zur Massage an; aber als nur noch wenige Läufer vor mir, jedoch noch etliche hinter mir standen, wurde uns erklärt, dass das Massage-Angebot jetzt – mit Zielschluss um 14:50 Uhr – beendet sei. Offenbar war dort nicht bekannt, dass der Start 30 Minuten später stattgefunden hatte und sich immer noch Läufer auf der Strecke befanden. Obwohl nach und nach immer mehr Massagebänke abgebaut wurden, erbarmte sich ein netter Physiotherapeut gemeinsam mit seiner jungen Kollegin und ließ mich auf seiner Liege Platz nehmen.

Auf der Aktionswiese an der Bertaallee gratulierte ich Manfred Claaßen vom TV Refrath, der mit einer Zeit von 3:31:05 h erster in seiner Altersklasse M70 wurde, bevor ich die ersehnte heiße Dusche aufsuchte und die Muskeln anschließend noch im Schwimmbad etwas lockern konnte. Fazit: Ein mit kleinen Abstrichen gut organisierter Stadtmarathon, bei dem zu moderatem Startgeld viel geboten wird.

Der nächste Rhein-Ruhr-Marathon findet am 29.5.2011 statt.

www.rhein-ruhr-marathon.de

Fotos: Manuel & Kai

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