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The King of Pop Michael Jackson ist tot

mj.jpgDie Nachricht erreichte mich verspätet und im Vorübergehen: der Meister himself hat sich, vermutlich unterstützt durch falsche Berater, womöglich inkompetente Ärzte und Tablettenhochkonsum selbst am gestrigen 25. Juni ins Grab deliriert. Eine Jugendikone verabschiedet sich damit, wie vor 32 Jahren Elvis für unsere Eltern. Heute haben wir unseren eigenen Blickwinkel, doch der ist nicht speziell anders: ein an seiner eigenen Hybris gescheiterter zeitweilig einfach nur genialer Star mit scheinbar unerschöpflicher Kreativität und perfektem Timing für alles in punkto Entertainment, Marketing und Merchandising hält es just im Augenblick seines geplanten und mit Sicherheit furios verlaufenden Comebacks nicht mehr in diesem Universum aus und verabschiedet sich natürlich nicht sang- und klanglos von dieser Welt, wie wir es anhand des aktuellen Airplay seiner sämtlichen Songs und der in schwindelerregende Höhen schnellenden Verkaufszahlen aller seiner Alben eindrucksvoll erleben können.

Was war das nur für eine wilde Zeit anno 1983, als Jacko ein Jahr lang wirklich auf sämtlichen dem Verfasser erinnerlichen Dancefloors in scheinbar lasziver Lässigkeit den Planeten in Atem hielt und mit den auf dem Album Thriller wie auf der Perlenschnur aufgereihten Hits “Thriller”, “Beat It” sowie dem unnachahmlichen und durchaus ungerechtfertigten Plagiats-Vorwürfen in Bezug auf Steely Dans “Do it again” ausgesetzten “Billie Jean” weltweit bis heute zum Teil unerreichte Album- und Single-Verkaufserfolge feierte. Die Jugend schien auch dank ihm mit 15 schier grenzen- und zeitenlos und für alle Zeit konservierbar.

Erst heute oder bereits in der vielfach praktizierten Nachschau des Werkes und der einzelnen Titel wird deutlich, wie wichtig und meilensteinverdächtig Michael Jackson erst recht nach dem unmöglich wiederholbaren Erfolg von “Thriller” musikalisch, kommerziell und damit massenkompatibel immer noch auf hohem Niveau agierte, dessen absoluten Gipfel er jedoch augenscheinlich dummerweise bereits mit sagenumwobenen 23 Jahren erreicht hatte.

Die in den darauffolgenden Jahren aufgekommenen privaten Probleme, Vorwürfe wegen Kindesmißbrauchs und seine mehr oder weniger delikaten persönlichen Affären und Ehen sollen hier durchaus nicht unter den Teppich gekehrt werden, verdeutlichen allerdings nur die offensichtliche Unsicherheit im Umgang mit der eigenen Person und Persönlichkeit aufgrund vermutlich in frühester Jugend selbst erfahrener Erniedrigungen und läuteten damit letztlich den öffentlichen Niedergang eines im Grunde genommen einzigartigen Sängers, Performers und Tänzers (remember den unvergleichlichen Moonwalk) ein, der sich nach aktuellen Erkenntnissen aufgrund eigener überzogener Selbstgeißelungen (viele zum Teil mit Sicherheit unnötige Schönheitsoperationen, gesundheitliche Probleme wie z.B. vermehrt Dehydrierung etc.), verstärkt durch äußere Einflüsse wie dem bekannten Phänomen der Massenhysterisierung inkl. andauernder Fan-Nachstellungen und Belagerungen im immerwährenden Rampenlicht, sowie durch Psychopharmaka und andere Medikamente in einem unbeschreiblichen Zerrspiegel der Selbstwahrnehmung wiederfand und daran im wahrsten Sinne des Wortes zerbrach und letztlich zugrunde ging.


Kommentar von Cengiz
Datum: 27. Juni 2009 - 09:35 Uhr

Guter Jacko, schlechter Jacko, so wie er gerade gebraucht wurde.

Jammerschade, er war talentierter als Madonna, aber leider bei weitem nicht so stark wie Madonna Louise Veronica Ciccone.

Kommentar von Daniel K.
Datum: 27. Juni 2009 - 14:01 Uhr

Danke Kai für diesen Nachruf. Seine Musik wird ihn sowieso unsterblich sein lassen und uns sicher ewig an unsere Jugend erinnern.
Möge Mr. Jackson nun seinen lang gesuchten Frieden gefunden haben.

Kommentar von Harald
Datum: 27. Juni 2009 - 15:10 Uhr

Schöner Nachruf Kai!
Ich war zwar nie Anhänger von Jacko, aber ganz klar hat er meine Jugendzeit geprägt. Freute mich aber jedesmal, wenn auf einer Party ein Song von ihm zuende ging und ich anschließend mehr rockige Musik erhoffte…

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