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„Land unter“ beim 29. Monschau Marathon

Alljährlich treffen sich in Monschau-Konzen an die 1.600 Aktive zu einem Sommerfest unter dem Motto „run and walk in nature. In diesem Jahr startete am 14. August bereits die 29. Auflage. Für mich bedeutete es die 2. Teilnahme bei diesem Landschafts-Marathon. Waren es anlässlich meiner Monschau-Premiere im Jahre 2003 unglaubliche 38 Grad im Ziel, so drehten sich dieses Jahr die Bedingungen und es regnete fast die ganze Zeit wie aus Kübeln. Doch der Reihe nach

Dieses Jahr setzte der TV Konzen beim Monschau-Marathon erstmals Brems- und Zugläufer für 3:30 und 4:00 Stunden ein. Angesichts der dann herrschenden Wetterbedingungen im Nachhinein leider überflüssig, aber wer rechnet schon damit, im August bei 11 Grad und sehr starkem Regen starten zu müssen? Hierzu noch als kleines Schmankerl ein Auszug aus einem Lauf-Vorbericht: „Günstig ist auch die Startzeit in Anbetracht der im August oft herrschenden Temperaturen. Die Läufer gehen um 8.00 Uhr ins Rennen.

Schon bei meiner Anfahrt aus Köln regnete es ununterbrochen bis Monschau (liegt ca. 25km südlich von Aachen, nahe der belgischen Grenze). Aber wir Läufer sind ja einiges gewohnt und ganz ehrlich, welcher Junge (und natürlich auch welches Mädchen) wühlt nicht gerne im Schlamm? Da kamen die Läufer/innen vollends auf ihre Kosten. Der Monschau Marathon hat jedenfalls sein eigenes Flair, und das ist positiv gemeint! Trotz des bescheidenen Wetters sah ich überwiegend gut gelaunte Läufer und Organisatoren – auch schon bei der Startnummernausgabe – um mich herum.

Kurz vor dem Start gehen die Teilnehmer vom Dorfplatz in Konzen bis zum 300m entfernten Startplatz, um diesen Marathon „gelöster und entspannter beginnen zu können. Als um kurz vor 8 Uhr der Himmel seine Schleusen wieder öffnete, sehnte jeder endlich den Startschuss herbei; denn klitschnass 5 Minuten auf den Start zu warten macht nicht wirklich Spaß, auch nicht in Konzen ;-) Und mit dem entspannt- und gelöstsein war es auch dahin. Da es die ersten 5 Kilometer leicht bergab geht, wird man ein wenig entschädigt für das miese Wetter, und erreicht, über Gut Stillbusch, das mittelalterliche Monschau mit seinen verwinkelten Gassen und – leider – auch seinem Kopfsteinpflaster. Hier stürzte vor mir der erste Läufer an diesem Tag, und es sollte nicht der Letzte sein. Also etwas das Tempo drosseln und wachsam laufen.

Der erste, knackige Anstieg kommt dann aber bei 7,5km, nach der Kluckbachbrücke über die Rur. Schon bei dieser Holzbrücke galt es, wegen Rutschgefahr vorsichtig zu sein. Nach dieser ersten Steigung, wo einem das Wasser förmlich entgegen floss, gab es leider keine Belohnung in Form des Ausblicks ins tiefe Rurtal; zu wolkenverhangen und dunkel präsentierte sich die Landschaft.

Zwischen Kilometer 12 und 14 wartet dann, im Hölderbachtal, die mächtigste Erhebung der Strecke. Hier sprengen auch viele Läufergruppen, die vorher zusammen liefen, auseinander. Jetzt galt es, noch wachsamer zu laufen und eher einen Gang raus zu nehmen, um auf dem sehr seifigen Untergrund nicht zu stürzen. Gruppenlaufen war hier nicht möglich. Ich persönlich hatte immer ein bisschen Angst um meine Schuhe und hoffte, dass meine Asics nicht im Matsch stecken bleiben würden. Als Belohnung wartet auf der Spitze dieses Anstiegs ein großer Verpflegungspunkt.

Ein weiterer, größerer Höhenunterschied folgt zwischen Kilometer 16 und 17, kurz vor Rohren. Das war es dann aber auch auf der ersten Halbstrecke des Marathons. Zur Wetterlage: Immer noch reichlich Regen…

Der Brather Hof bei Kilometer 21 liegt auf Höhe des Halbmarathons und der schwierigere Teil des Marathons ist geschafft, wenn man das überhaupt so sagen kann bei einem Lauf, der nach hinten raus auch nicht einfacher wird. Über Gut Heistert geht es ab Kilometer 28 durch den Ort Kalterherberg, wo sogar bei dem schlechten Wetter viele Zuschauer die vorbeikommenden Läufer mit Wasser, Bananen und Anfeuerungsrufen unterstützen. Bei Kilometer 34,5 wartet dann eine Straßenpassage, die stetig bergauf geht, und für viele Teilnehmer schlicht zermürbend wirkt. Diese 1,5km bei Leyloch fordern einem noch einmal alles ab.

Doch als Entschädigung wartet kurz vor Schluss in Mützenich das abschließende Highlight. Hier durchläuft man das letzte Verpflegungszelt und wird vom ganzen Ort, der sehr laufbegeistert scheint, angefeuert. Der hier angebotene Honig soll wahre Wunder bewirken, sagt man. Ich habe das allerdings nicht überprüft. Hotel Bellevue wird bei Kilometer 39 passiert und nun geht es leicht abfallend dem letzten, noch einmal knackigen, Anstieg bei Kilometer 41 entgegen (Rochus Mühle). Nachdem der Friedhof (bald hat man es geschafft) und die Konzener Kirche passiert sind, folgen die letzen 200 Meter. Natürlich begleitet mich ein heftiger Regenschauer bei meinem Zieleinlauf…

Insgesamt finishen 826 Marathon-Läufe, und das von knapp 1.100 Startern. Meine Zeit wurde mit 3:11 Stunden gestoppt, was Platz 25 unter den Teilnehmern bedeutete. Das Motto dieses Tages gab ein Eintrag im Gästebuch sehr schön wieder:

„Crosslauf war gestern, jetzt gibts Bach- und Teichlauf

Nach einer ausführlichen Dusche sowie einer entspannenden Massage habe ich noch ein wenig die schöne Atmosphäre im Zelt genießen dürfen und bin mit der Gewissheit nach Hause gefahren, doch noch etwas Sinnvolles an diesem verregneten Tag gemacht zu haben. Von der Laufstrecke, der Organisation und der Atmosphäre ist dieser Marathon wunderbar, und für das Wetter kann ja bekanntlich keiner etwas. Aber es wäre auch langweilig, immer nur bei optimalem Wetter zu laufen; das kann ja jeder…

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